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Neue Ausstellung im Landratsamtsgebäude Delitzsch

Neue Ausstellung im Landratsamtsgebäude Delitzsch

Es ist das üppige Spiel der Farben und auch die Plastizität der Wiedergabe des Gesehenen, das die Bilder von Norbert Hübner so anziehend macht. 28 sind im Foyer des Delitzscher Landratsamtsgebäudes in der Richard-Wagner-Straße 7a zu sehen.

Delitzsch. Bei der Eröffnung am Donnerstag (wir berichteten) bekannte der Maler aus Landsberg im Saalekreis unumwunden, dass seine Vorbilder die Impressionisten seien. Derweil bedurfte es keines großen Kennerblicks, um Paul Cezanne und Vincent van Gogh in den Werken zu entdecken. Hübner, 1936 in Allenstein in Ostpreußen geboren, entdeckte nach 1945 seine Liebe zur Malerei. „Für meine Mutter habe ich die ersten Bleistiftzeichnungen gemacht“, erinnert er sich. Und auf der Oberschule in Salzwedel habe ihm ein Kunsterzieher gesagt: „Du solltest mal Zeichenlehrer werden.“ 1957 begann er tatsächlich das Pädagogikstudium in Greifswald in den Richtungen Kunsterziehung und Polytechnik. „Wir haben damals fast jeden Tag mehrere Stunden im Malsaal gearbeitet“, erzählte er während der Ausstellungseröffnung „Und manche Kommilitonen sind tatsächlich Künstler geworden.“ Der nach dem Studium weiter an der Ostsee Ansässige blieb dem Lehrersein treu. Schuldirektor, später  Leiter des Berufsberatungszentrums in der Hansestadt und Berufsberater waren Stationen seines Arbeitsleben. Und als er 1996 in den Ruhestand ging, habe eines der Kinder in der Familie gesagt: „Jetzt kannst du wieder malen.“ Diese waren es auch, die schon meinten, Mutter und Vater sollten zentraler in Deutschland wohnen. So zogen die Hübners 2001 nach Landsberg. Zeit im Ruhestand und die Möglichkeit des Reisens seien zwei Faktoren, die das Malen bei ihm beflügelten, sagte er. Und so ging es jedes Jahr an die Côte d’ Azur, um zu malen, aber auch Menschen und Landschaften kennenzulernen. Wie Vincent van Gogh zog er die erste Zeit mit der Staffelei los, um vor Ort die Umgebung mit dem Pinsel festzuhalten. Bis in Frankreich eines Tages ein Maler-Kollege meinte, wer nicht im Atelier malen kann, hat keine Phantasie. Das bewegte ihn so, dass er von Stund' an die Eindrücke zunächst als Pastell und Aquarell festhielt und erst später zu Hause in Acryl und Öl umsetzte. So lebendig, wie der 74-Jährige seine Vita bei der Ausstellungseröffnung darlegte, so aktiv ist er offensichtlich auch in seinem zweiten Maler-„Berufsleben“. Von 800 Bildern und 71 Ausstellungen war zu hören. Zwei weitere Expositionen in  Landsberg und Ostrau im Saalekreis sind schon in der Vorbereitung. „Natürlich mit anderen Bildern als hier in Delitzsch“, sagte Hübner und überließ es anschließend jedem selbst, sich in die ausgestellten Werke zu vertiefen. Bei diesen stimmen die Abbilder der Wirklichkeit nur bedingt. Wenngleich der Maler genau hinsieht und aufnimmt, verändert er doch. Die Verdichtung der Perspektive des Bildes vom Delitzscher Markt mit der Stadtkirche im Hintergrund macht das beispielsweise deutlich. Auch das Loberstadt-Barockschloss und die Schlosswache auf einem anderen Werk beziehen ihren Reiz aus einer besonderen Harmonie des Zusammenrückens. Hübner zeigt gegenüber eine Impression aus Venedig. Gondeln und zu Karnevalszeiten allenthalben zu sehende Maskenverkleidete dominieren im Bild. Die vom Landschaftsgrün umschmeichelte Landsberger Doppelkapelle und der an Land gezogene Fischerkahn fehlen nicht in dem Motivreigen. Eine sehenswerte Ausstellung im Landratsamts-Foyer, die sich bis zum 29. April zu den Öffnungszeiten jeder ansehen kann und die den Besuchern der Behörde sowieso ins Auge fällt.

Lutz Schmidt

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