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Neue Betrugs-Masche in Delitzsch

Kriminalität Neue Betrugs-Masche in Delitzsch

Mit einem raffiniert aufgezogenen Trick versuchten Betrüger Delitzscher Rentner um ihr Erspartes zu bringen. Diesmal ging es für die Betroffenen noch einmal gut aus, weil eine besonders wache Postfrau am Schalter in Eilenburg das Ehepaar vor großem Schaden bewahrte. Das bedankte sich für das resolute Eingreifen, das so nicht unbedingt zu erwarten war.

Die Maschen von Trickbetrügern, um an Geld zu gelangen, werden immer skrupelloser.

Quelle: dpa-Zentralbild

Delitzsch. So dreist auf der einen Seite und so gutgläubig naiv auf der anderen Seite kann man eigentlich nicht sein, mag man angesichts der folgenden Geschichte eines raffiniert aufgezogenen Trickdiebstahls denken. Um es vorweg zu nehmen: Sie ging für die Betroffenen noch einmal gut aus, weil eine besonders wache Postfrau am Schalter in Eilenburg das Ehepaar vor großem Schaden bewahrte. Das bedankte sich anschließend auch mit einem Blumenstrauß für das resolute Eingreifen, das so nicht unbedingt zu erwarten war.

Erzählt wird die Geschichte, um zu warnen, nicht um die Betroffenen bloß zu stellen. Noch heute plagt sie das schlechte Gewissen, können sie sich kaum vorstellen, was passiert wäre, wenn sie sich nicht doch noch rechtzeitig offenbart hätten.

Rentner sollen Geld in Türkei schicken

Ein Ehepaar bekommt einen Anruf. Am anderen Ende der Leitung meldet sich die Polizei, das Bundeskriminalamt Wiesbaden. Der Sprecher macht einen auf geheimnisvoll, verdonnert die Senioren von vornherein zur strickten Verschwiegenheit. Es ging um Falschgeld und bestimmte Banken, die darin verwickelt seien, vor allem auch die Mitarbeiter am Schalter. Es sei eine Geheimoperation, von der keiner wissen dürfe. Auch keine Polizei vor Ort. Damit man überprüfen könne, ob tatsächlich Falschgeld ausgegeben wurde, solle ein bestimmter Betrag – über 9000 Euro - in genau vorgegebener Stückelung abgehoben werden. Die Betrüger bekamen durch geschickte Fragestellungen auch ziemlich genau die Informationen von dem Ehepaar geliefert, die sie brauchten: Name, Alter, Anschrift, auch den Namen des Geldinstituts. Als die Forderung aufgemacht wurde, das Geld an eine Adresse in der Türkei zu schicken, hätten die Betroffenen eigentlich hellhörig werden müssen, wurden sie aber nicht. Statt dessen hoben sie die Summe ab, verpackten das Geld und brachten es zur Post. Eine Postfrau weigerte sich jedoch vehement, den Umschlag anzunehmen und wegzuschicken. Sie merkte noch an, dass das Geld dann weg sei. Unverrichteter Dinge kehrte das Paar nach Hause zurück. Wenig später wieder ein Telefonanruf. Die Betrüger fragten nach und erfuhren, dass das Geld noch nicht unterwegs sei. Sie machten noch mehr Druck auf die Senioren, zeigten sich deutlich aufgeregter als beim ersten Telefonat. Daraufhin forderten sie das Paar auf, das Geld bei einer speziellen Adresse in Delitzsch zu hinterlegen. Die Straße gab es zwar, zum Glück aber die Hausnummer nicht. Wieder fuhren die Rentner nach Hause und hatten das Geld immer noch bei sich. Erst jetzt offenbarten sie sich, sprachen mit Tochter und Schwiegersohn, auch ihnen gegenüber mit der Maßgabe der Verschwiegenheit. Trotzdem informierten sie sofort die Polizei. Kriminalisten befragten das betroffene Ehepaar ausführlich, ließen sich alles erzählen. Offenbar schien diese Masche der Betrüger an Geld zu kommen, den Beamten eher neu. Die Ermittler nahmen ihre Arbeit auf. Zu welchem Ergebnis sie gekommen sind, bleib vorerst unausgesprochen.

Betrüger gehen leer aus

In dem Zusammenhang rät die Polizei: Wenn man sich nicht sicher ist, der Verdacht vorliegt, man könne Betrügern auf den Leim gehen, ist die Rücksprache mit Vertrauenspersonen, auch die Meldung bei der Polizei dringend erforderlich.

In diesem konkreten Fall sind die Betrüger leer ausgegangen. Das Rentnerehepaar hat seine Ersparnisse noch. Vor allem aber deshalb, weil aufmerksame Bürger eingeschritten sind, ihnen damit geholfen haben.

Von Ditmar Wohlgemuth

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