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Delitzsch Neue Brücke oder Unterführung in Delitzsch entsteht – nur wann?
Region Delitzsch Neue Brücke oder Unterführung in Delitzsch entsteht – nur wann?
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17:35 16.02.2018
Trogbauwerk oder Brücke? Das ist hier die Frage. Das Lasuv will die Schranke an der Leipziger Straße abschaffen. Quelle: Wolfgang Sens
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Delitzsch

Die Tage der Bahnschranke in der Leipziger Straße scheinen nun endlich gezählt. War das zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) bei seinen Planungen rund um die Hauptverkehrsader durch die Loberstadt sonst immer von einem Weiterbestehen der Schranke ausgegangen, wird nun alles ganz anders.

Planänderung für Delitzsch

Das Lasuv habe inzwischen vor, eine andere Lösung zu suchen, so die Sprecherin Isabel Siebert auf LVZ-Anfrage. Doch so klar in Richtung Unterführung weisend, wie es zum Beispiel Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) in einem Facebook-Kommentar für Tausende User sichtbar verbreitet hat, ist die Sache dennoch nicht. Es sei völlig offen, in welcher konkreten Ausführung die neue Lösung erfolgt. Für das Lasuv kommen ein sogenanntes Trogbauwerk – also eine Unterführung – oder auch eine Brücke in Frage.

Hintergrund ist genau das, was auf der Schiene passiert: „Die Bahn bringt ihrerseits den Schienenausbau für den Güterverkehr aus Osteuropa über diesen Bahnübergang voran, sodass sich absehbar die Zugfrequenz deutlich erhöhen wird“, schildert die Sprecherin. In ersten Prognosen des Bundesverkehrswegeplans 2025 wird von mindestens 110 Zügen täglich auf der Strecke zwischen Halle und Eilenburg ausgegangen, der Großteil wären Güterzüge. Heute rollen durchschnittlich nur 50 Züge täglich, etwa 40 davon sind Güterzüge. Ab dem Frühjahr wird die Strecker modernisiert, die Zeichen Richtung Verkehrsplus mehren sich. Daher denkt man im Lasuv inzwischen um. Die neue Lösung – ob nun Trog oder Brücke – müsse aber natürlich „technisch machbar, städteplanerisch wünschenswert und fachlich erforderlich sein, wenn wir diesen Weg gehen“. Um dies alles abzuprüfen, wird das Lasuv eine Machbarkeitsstudie beauftragen, die dann die Entscheidungsgrundlage der Straßenbauverwaltung sein wird.

Delitzsch nicht für alles zuständig

Der Freistaat ist der Baulastträger der Straße, die Stadt ist für Rad- und Fußwege verantwortlich. Bisher hatte das Lasuv das sogenannte Projekt „S 4, Ausbau in Delitzsch, A-Bebel-Str.“ als Bahnübergang wie im Bestand geplant und so auch mit der Bahn abgestimmt. Für den Ausbau des fünfarmigen Knotens mit Leipziger, Richard-Wagner, August-Bebel- und Elberitzstraße wurde aufgrund der geringen Folgekosten, des Umweltschutzes sowie des besseren Verkehrsflusses seitens Delitzscher Stadtverwaltung und Stadtrat einhellig für die Lösung des Kreisverkehrs plädiert. Die Stadt hat sich bereits um Flächenerwerb gekümmert, damit auch Baufreiheit für einen Kreisel herrscht. Um einen Rückstau bei länger geschlossener Bahnschranke zu verhindern, hatten sich die Straßenplaner eine Wartespur als Lösung einfallen lassen, sodass nach dem Öffnen der Schranke per Reißverschlusssystem der Verkehr weiterfließen könnte.

Ein Kreisverkehr bleibt aus Expertensicht eine gute Lösung, gerade wenn sich die Zeichen weiter in Richtung Schrankenwegfall richten. Wann dieser allerdings genau gebaut wird, ist momentan so unklar wie die Frage, was aus anderen Schranken an der Strecke würde und vor allem, wann am Bahnübergang Leipziger Straße eine Brücke oder eine Unterführung entstehen könnten. „Für mögliche Terminketten oder nähere Auskünfte über benötigte Bauflächen ist es schlichtweg zu früh“, heißt es aus dem Lasuv. Es können noch Jahre vergehen, bis die ersten Baufahrzeuge rollen.

Von Christine Jacob

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