Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch Neue Chance für Entwicklung an den Tagebauseen in der Delitzscher Region
Region Delitzsch Neue Chance für Entwicklung an den Tagebauseen in der Delitzscher Region
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:30 03.03.2018
Wanderhütte am Nordufer des Seelhausener Sees. Dieser Teil des Sees soll nach den Plänen der Gemeinde Löbnitz für touristische Zwecke umgestaltet werden. Quelle: Thomas Steingen
Nordsachsen

In den Jahren bis 2022 besteht in der Delitzscher Region die große Chance, an den entstandenen Tagebauseen viel zu bewegen. Denn am nötigen Geld werde es nicht fehlen, sagt Eckhard Müller, der für die Arbeitsgemeinschaft Seen tätige Koordinator. Nachdem Bund und Länder im vorigen Jahr das 6. Verwaltungsabkommen zur Bergbausanierung unterzeichnet haben, stünden in der Lausitz und in Mitteldeutschland über 75 Millionen Euro zur Verfügung. Der überwiegende Teil davon für den mitteldeutschen Raum. „Für unsere Region ist das so viel wie noch nie, aber wahrscheinlich wohl auch das letzte Mal“, so Müller weiter.

Schwerpunkt Seelhausener See

Nachdem die Entwicklung am Schladitzer See schon relativ weit vorangeschritten ist, wird sich der Schwerpunkt nun zum Seelhausener See verlagern. Dort soll an der Nordseite des Gewässers bei Löbnitz und an der Südseite bei Sausedlitz touristische Infrastruktur für Badebetrieb, Camping, Parken oder Ferienhäuser geschaffen werden. Wobei für die Sausedlitzer Seite mehr ein ruhiger, landschaftlich geprägter Bereich vorgesehen ist. Für den Löbnitzer Bereich sei die Förderung schon genehmigt, sagt Müller, die Genehmigung des Vorhabens fehle aber noch. Deshalb ist die Umsetzung 2019 geplant. Schon 2018 soll aber eine Straße vom Kreisel in Sausedlitz zum See gebaut werden, denn dafür liege die Genehmigung bereits vor.

90 Prozent Förderung möglich

Dabei betont er, dass Kommunen und Vereine für die Entwicklung der Infrastruktur an den Tagebauseen über die Förderung sogenannter Paragraf-4-Maßnahmen Zuschüsse in Höhe bis zu 90 Prozent der Kosten erhalten können. Deshalb sind die Kommunen angehalten, entsprechende Anträge zu stellen. Dies haben sie bisher genutzt, denn wie Müller berichtet, lägen 15 neue Vorhaben mit einem Investitionsumfang von sechs Millionen Euro auf seinem Tisch. „Schwerpunkt ist jetzt, diese Anträge bis zur Genehmigungsreife zu bringen“, so der Seenkoordinator weiter. Tätig ist er für die Gemeinden Rackwitz, Löbnitz, Wiedemar, die Städte Delitzsch und Schkeuditz sowie den Landkreis und seiner Wirtschaftsförderungsgesellschaft, um die Tagebaulandschaft im Nordraum von Leipzig zu entwickeln.

Steganlage und Wegebau

Doch auch am Schladitzer See ist noch einiges vorgesehen. So unter anderem eine Steganlage, die in der Schladitzer Bucht als Zugang und Uferschutz fungieren wird. Wieder im Gespräch ist der von den Lemselnern schon lange gewünschte Wegebau entlang des Lobers nach Wolteritz, um Fußgängern und Radfahrern einen sicheren Zugang zum Schladitzer See zu ermöglichen. In Wolteritz will die Arbeitsgemeinschaft Seen eine barrierefreie Zufahrt zur Badestelle schaffen. Von der Gemeinde Wiedemar liegt ein Antrag zur Sanierung von zwei Wegen bei Zwochau vor. Einer führt in Verlängerung des vom Schaufelrad-Denkmal kommenden neu gebauten Radweges in den Ort Zwochau und ein zweiter vom Radweg zum Zwochauer See.

Anbindung Haynaer Strand

Die Stadt Delitzsch hat ein Wegebauprojekt zwischen Benndorf und der Versuchsstation in Laue eingereicht, das gleichzeitig ein Stück des Torgischen Weges ist. Bereits in diesem Frühjahr wird der Haynaer Strand eine Anbindung an die Südumfahrung des Schladitzer Sees erhalten. Zudem erhält der Biedermeierstrand einen Abwasser- und einen neuen Stromanschluss.

Ob und wann die anderen Vorhaben realisiert werden, das ist noch offen. Weil die Genehmigungsverfahren sehr komplex sind, Dinge wie Naturschutz, Bergbausicherheit und andere Vorgaben zu betrachten sind, seien zeitliche Einordnungen schwer abzuschätzen“, erklärt der Seenkoordinator.

Von Thomas Steingen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Spricht man von Kultur in Delitzsch, sind die Gottehäuser als Veranstaltungshäuser nicht mehr wegzudenken. Regelmäßig gibt es dort Konzerte und mehr. Besonders eine Kirche packt den Veranstaltungskalender voll.

28.02.2018

Immer mehr Patienten mit Drogen-, Alkohol- und psychischen Problemen – Rettungsdienst-Beschäftigte in Nordsachsen fühlen sich nicht mehr sicher. Sie fordern die Anschaffung von Stichschutzwesten.

27.02.2018

Noch immer werden viele Lebensmittel weggeschmissen. Viel zu viele. Eine Verschwendung findet die junge Delitzscherin Kathleen Lowski und will am Lober etwas dagegen unternehmen.

28.02.2018