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Delitzsch Neue Delitzscher DRK-Präsidentin wirbt für mehr Wahrheit und Vertrauen
Region Delitzsch Neue Delitzscher DRK-Präsidentin wirbt für mehr Wahrheit und Vertrauen
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09:23 08.06.2016
Symbolisch: Heinz Kademann übergibt das Rote Kreuz nach 55 Jahren an die neue Präsidentin Sylke Schlegel. Quelle: Kay Würker
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Delitzsch

Stabile Kassenlage, Wachstumskurs, erfolgreiche Arbeit in verschiedenen Geschäftszweigen: Das Deutsche Rote Kreuz in Delitzsch kann sich sehen lassen. Doch es knirscht auch gewaltig im Kreisverband – zwischen Leitungsebene und Belegschaft, zwischen Ehrenamtlern und Hauptamt. Und die Zahl der Unterstützer, derzeit noch stolze 1400 Mitglieder, schrumpft vor allem aus Altersgründen. Probleme, denen Sylke Schlegel entschieden die Stirn bieten will. Die Delitzscher Allgemeinmedizinerin ist seit Montagabend die neue – ehrenamtliche – Präsidentin des DRK-Kreisverbandes.

Ihre Wahl im Rahmen der Kreisdelegiertenversammlung kommt einer Zäsur gleich. 55 Jahre lang stand zuvor Heinz Kademann an der Spitze der gemeinnützigen Organisation, die zu den größten ihrer Art in der Region zählt. Kademann ist damit selbst eine Institution. Als junger Assistenzarzt war der gebürtige Leipziger 1961 nach Delitzsch gekommen – sein damaliger Chef brachte ihn mit dem Roten Kreuz zusammen. Für Kademann wurde das DRK zur Lebensaufgabe. „Der Aufbau der Schnellen Medizinischen Hilfe in Delitzsch war eine Herausforderung“, resümierte der 80-Jährige am Montag. „Wir waren damals damit die ersten im Bezirk Leipzig.“ Auch die Nachwendezeit, verbunden mit dem Ausbau des DRK-Sitzes in der Eilenburger Straße 65, sei kräftezehrend gewesen. Nach all diesen Erlebnissen Abschied zu nehmen, falle ihm nicht leicht, sagte Kademann. Und so bleibt er auch noch ein bisschen – als frisch gewählter Delegierter der DRK-Landesversammlung und, von Sylke Schlegel ernannt, als Ehrenpräsident.

Sylke Schlegel wirbt für respektvolleres Miteinander

Sylke Schlegel, 30 Jahre jünger als ihr Vorgänger, dankte Heinz Kademann für seine Verdienste. Und demonstrierte gleich am Abend ihrer Wahl, dass auch sie Tatkraft mitbringt. Die Ärztin sprach Tacheles: Das Betriebsklima müsse dringend verbessert werden, es brauche mehr Kommunikation zwischen Betriebsrat und Vorstand, Ehren- und Hauptamtlern. „Außerdem haben wir noch Aufholpotenzial hinsichtlich unseres Rufs in Stadt und Landkreis. Die Öffentlichkeitsarbeit sollte gestärkt werden“, betonte Schlegel. Dann ließen sich möglicherweise auch andere Probleme lösen. „Das Ehrenamt soll Spaß machen, gerade weil es freiwillig ist. Und auch für hauptamtliche Mitarbeiter ist die Attraktivität des Kreisverbandes zu verbessern.“ Nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass das DRK händeringend neue Fachkräfte sucht. Den Weg zu mehr Attraktivität skizzierte die Diplom-Medizinerin gleich mal an der Tafel im Versammlungsraum: Unter anderem Respekt, Wahrheit und Vertrauen müssten in Zukunft die Prinzipien sein. Sylke Schlegel ist seit 1981 DRK-Mitglied, seit Februar 2013 leitet sie die Ortsgruppe Delitzsch der Wasserwacht. Zur Präsidentin wurde sie für zunächst vier Jahre gewählt – einstimmig, als einzige Kandidatin. Mit Frank Sandmann und Patrick Paproth stehen ihr zwei junge, ebenfalls neu gewählte Stellvertreter zur Seite.

Aus dem Präsidium ausgeschieden ist unter anderem Birgit Körber (65), rund ein Jahrzehnt lang im Gremium die Fürsprecherin der DRK-Sozialarbeit. Auch Annemarie Semmler entschied sich mit 84 Jahren für den Rückzug. Die Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Lissa gehört zu den Aktivsten im Verband, wenn es um Blutspendeaktionen und Altkleider-Haussammlungen geht.

Von Kay Würker

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