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Delitzsch Neue Ideen für alte Kirchen
Region Delitzsch Neue Ideen für alte Kirchen
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23:59 12.03.2012
Oliver Behre, Zwochauer Pfarrer, bietet einen Glaubensgrundkurs an. Quelle: Christine Jacob
Zwochau

„So oder so“, sagt er, sei Wissensvermittlung ein Kern der christlichen Arbeit. Doch auch die Schwelle zum Kirchgang möglichst niedrig zu halten, ist sein Anliegen.

Denn wie viele andere Pfarrer auch, würde sich Oliver Behre über mehr Besucher in seinen Gottesdiensten freuen. Sieben Kirchen gehören zum Pfarramt. Rund 650 Mitglieder zählt seine Gemeinde in Dörfern wie Zwochau, Grebehna und Glesien. „Ja, es könnte mehr sein“, sagt Oliver Behre. Statistiken würden belegen: Die Kirche erreicht auf den Dörfern rund 15 Prozent der Bevölkerung, in den Städten acht bis zehn Prozent – vor allem die ältere Generation überwiegt dabei, die jungen Leute kommen selten.

Dennoch: „Kirche ist immer gefragt, gewollt und gewünscht“, ist sich der Pfarrer sicher. Mit der Vermittlung von Grundan- und -einsichten des christlichen Glaubens könnten falsche Vorstellungen und Vorurteile der Kirche gegenüber abgebaut werden. So werde zwar immer wieder nach der Taufe fürs Kind gefragt, dann aber doch kein Termin vereinbart. „Wir vermuten, dass es eine Reihe von Hinderungsgründen gibt, warum Eltern oder Familien ihre Kinder dann doch nicht zur Taufe bringen.“  Unter anderem würden wohl auch die Kosten des Festes gescheut, die Eltern möchten selbst nicht der Kirche angehören oder haben keine christlichen Paten an der Hand. „Darum organisieren wir ein Fest, mit dem sich das umgehen lässt.“

Am 15. April wird ein Tauftermin angeboten, bei dem keine großen Kosten entstehen sollen. Um Paten könne sich die Kirche auf Wunsch kümmern, bei der Organisation des Festes helfen und den Gemeindesaal zur Verfügung stellen. „Es ist doch schade, dass in unserer Zeit alles Mögliche, wie etwa Schiffe, getauft wird, das eigene Kind aber nicht.“ Der christliche Glaube schließlich gehöre auch zur Grundlage der europäischen Lebenskultur, sei wichtig für die Gesellschaft, könne Halt bieten.

Damit befasst sich auch der laufende Grundkurs des Glaubens, der montags zusammenkommt und Fragen wie „Wozu sind Religionen gut?“ nachgeht. „Die Resonanz auf dieses Angebot ist gut“, so Oliver Behre. Acht Teilnehmer haben sich gefunden, wollen sich damit auf die Taufe im Erwachsenenalter vorbereiten oder zum evangelischen Glauben konvertieren. „Andere Teilnehmer wollen einfach mehr wissen“, berichtet Oliver Behre.

Christine Jacob

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