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Delitzsch Neue Kräfte für offenere Peter & Paul-Kirche in Delitzsch
Region Delitzsch Neue Kräfte für offenere Peter & Paul-Kirche in Delitzsch
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00:26 26.07.2018
Kathrin Hellinger hat zum ersten Mal Aufsichts-Dienst in der Delitzscher Peter-und-Paul-Kirche. Zu den Besuchern des Nachmittags gehört Dietmar Seifert. Quelle: Heike Liesaus
Delitzsch

Dietmar Seifert ist an diesem Nachmittag der zehnte Besucher der Offenen Stadtkirche. Kathrin Hellinger hat natürlich genau mitgezählt, wie viele Gäste an ihrem ersten Tag im Dienst die Pforte durchqueren. Dabei ist der 74-Jährige nicht ganz typisch. Zum einen weiß er selbst bestens über die Kirche Bescheid, zum anderen will er vor allem wissen, ob es auch extra Führungen gibt, denn er hat an einem der nächsten Wochenenden interessierte Gäste. Für alle „die viel wissen wollen“ käme wohl der Pfarrer selbst in Frage, vermutet Kathrin Hellinger. Auskünfte für extra Führungen kann sicher das Gemeindebüro geben.

Um Freiwillige, die vor allem die Öffnungszeiten der Stadtkirche für jedermann absichern, wurde kürzlich geworben. Denn seit einigen Jahren schon ist der Sakralbau immer dienstags von 12 bis 16 Uhr, zeitgleich zum Marktgeschehen geöffnet. Denn dann haben manche der Besucher vielleicht Ruhe, um Besinnung zu finden. Außerdem könnten die Gäste neugierig aufs Innere des Backsteinbaus sein.

Neues lernen

Die Freiwilligen, die sich für den Dienst eingetragen haben, holen sich jeweils den Schlüssel aus dem Gemeindebüro, um dann das Kirchenportal für vier Stunden zu öffnen. „Ich bin gerade zurück aus Thüringen und somit wieder in der Kirchgemeinde. Es ist eine gute Gelegenheit, sich näher mit dem Gebäude zu befassen“, erklärt Kathrin Hellinger, warum sie sich meldete. Noch lernt sie selbst Neues über die verschiedenen architektonischen und historischen Details in der Kirche. Diese kennt sie bereits aus ihrer vorthüringischen Zeit. Aber wer verinnerlicht die Details, wenn er sie nicht immer mal wieder an andere weitergeben muss? Wie war das mit der Wiederentdeckung der verborgenen Gemälde im Wandel-Altar, der aus dem Jahr 1492 stammt und dessen Flügelpaare 1889 so zusammengenagelt worden waren, dass die verborgenen Gemälde erst 115 Jahre später wieder entdeckt wurden? Was genau zeigt nebenan der steinerne Epitaph des Friedemann von Selmenitz?

Inspiration

Kathrin Hellinger weiß auch, dass viele Besucher nicht unbedingt sofort fundierte Informationen wollen, sondern dass sie das Gebäude erst einmal auf sich wirken lassen wollen. „Ich glaube, die Stadtkirche ist eine der schönsten“, stellt die Delitzscherin fest. Hell und dunkel zugleich: Wände und Pfeiler umrahmen leuchtend die hölzernen Einbauten, Emporen und das Gestühl. „Die Zeit bringt mir Inspiration“, sagt die 60-Jährige. „Gerade war ein Radler, der die Goitzsche umrundete, da. Er erzählte, dass er die Kirche über einen Freund der hier Kantor wirkte, kennenlernte. Mich selbst überrascht die Klangfülle der Orgel immer wieder.“ Die ist ein Werk des Zörbigers Wilhelm Rühlmann. Dank einer Nachintonation 2017 klingt sie wieder fulminanter.

Erweiterte Öffnungszeiten möglich

Aktuell kümmern sich zehn bis zwölf Delitzscher um die Betreuung der Kirche zu den Dienstags-Öffnungszeiten. „In diesem Jahr ist nun sogar fast schon an jedem Dienstag jemand eingetragen“, freut sich Gemeindesekretärin Ines Adamski. Wenn sich natürlich noch mehr Interessierte finden, die die Öffnungszeiten absichern, dann könnte die Stadtkirche vielleicht noch öfter in der Woche geöffnet sein.

Von Heike Liesaus

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