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Delitzsch Neue Oasen für den Delitzscher Gartentag
Region Delitzsch Neue Oasen für den Delitzscher Gartentag
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06:00 12.05.2017
Christel und Horst Zikarsky läuten den Gartentag ein. Ihr Glück, auch das Liebesglück, haben die beiden im Kleingarten gefunden. Quelle: Wolfgang Sens
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Delitzsch

Wenn Hunderte Besucher sich auf Rasenflächen tummeln, im Anschauen von Beeten und der Fachsimpelei über Setzlinge und Samen lächelnd die Zeit vergessen, dann ist in Delitzsch „Tag der offenen Gartentür“. Am 18. Juni sind von 13 bis 18 Uhr inzwischen 19 Gärten – und damit so viele wie nie – nicht nur im Stadtgebiet, sondern auch einige bei Landpartien nach Wannewitz, Reibitz, Quering oder Zschölkau zu besichtigen. Sechs neue Teilnehmer und eine Wiederentdeckung stellt die LVZ in den kommenden Wochen vor.

Das große Liebesglück im Kleingarten

Wobei ... ein neuer Teilnehmer ist Horst Zikarsky eigentlich nicht. „Horst Zikarsky ist meine treueste Seele“, sagt Koordinatorin Nadine Fuchs. Als der Tag 2011 aus der Taufe gehoben wurde, war der heute 79-Jährige ein Mann der ersten Stunde und half den ersten Tag auf die Beine zu stellen. Die Idee entstand auf Initiative dreier Frauen, als es mit der Delitzscher Bewerbung um die Landesgartenschau nichts wurde, aber die positive Energie von damals unbedingt weiterleben sollte. Das hat geklappt: Der Gartentag ist eine durch und durch beliebte Aktion, die von Gärtnern und Gästen dankbar angenommen wird. Als 2011 aber zur Premiere natürlich noch davon überzeugt werden musste, war Horst Zikarsky sofort dabei und half die Idee weiter auszubauen. Er zeigte in der Folge mehrmals seinen Garten in der Kleingartenanlage „Delitzsch Ost“, deren Chef er lange Zeit ebenfalls war. In den vergangen Jahren pausierte er. Inzwischen hat Horst Zikarsky den Vorsitz als Vereinschef abgegeben und einen neuen Garten, vor allem ein neues Glück gefunden. Unter dem Motto „Glück im Kleingarten“ steht so auch die Präsentation 2017. Denn es war der Kleingarten, der den Witwer Horst Zikarsky vor ein paar Jahren mit seiner Christel zusammenbrachte – große Liebe im kleinen Garten sozusagen. Sie hatte ihre grüne Ruhe-Oase ein paar Parzellen weiter als er seine, man sah sich, fachsimpelte übers Grün und verplapperte irgendwann ganze Nachmittage – aus einer jahrzehntelang gewachsenen Freundschaft wurde Liebe. Horst Zikarsky hat seinen Garten vor drei Jahren auf- beziehungsweise abgegeben und wirtschaftet nun in dem seiner 75 Jahre alten Frau, die er erst vor wenigen Wochen heiratete. Gemeinsam wollen sie zeigen, was ein klassischer Kleingarten bedeuten kann. Es gibt Flächen zum Obst- und Gemüseanbau, Blumenbeete, Rasen und Pool zum Entspannen. „Unsere Besonderheit ist die Ismene“, schwärmt Christel Zikarsky. Gemeint ist nicht die Person der griechischen Mythologie, sondern eine Blume, die eigentlich in Peru, Bolivien und Ecuador verbreitet ist. Christel und Horst Zikarsky wollen ihren Gästen am 18. Juni vor allem Tipps geben, wie einem sowas gelingt und Lust auf Kleingartenwesen machen.

Keine Zäune, keine Grenzen

Heute wie schon 2011 zur Teilnahme der Anlage bei der Gartentagspremiere beweisen die Parzellen in „Delitzsch Ost“, dass das Kleingartenwesen nicht so spießig ist, wie das Klischee besagt. Der Verein steht sehr gut da, die Gärten sind gefragt. Die Anlage zeichnet sich unter anderem durch Grenzenlosigkeit aus – es gibt keine Zäune zwischen den Gärten. Zwischen den 89 Parzellen stehen stattdessen niedrige Ligusterhecken, die den Austausch zwischen den Nachbarn erleichtern sollen. Bei der Deutschen Meisterschaft der Kleingartenvereine ist die Gartensparte mit all ihren guten Ideen wie einem Naturlehrpfad und Unterricht für Grundschüler schon mit Silber geehrt worden.

Diese Gärten sind zu sehen

1. Gemeinsamer Parkblick Wohnstätte, Erzberger Straße 17, sonst nicht zugänglicher Garten der Wohnstätte des Behindertenzentrums

2. Traumgarten mit Teich und Parkblick, Erzbergerstraße 10 a, Familie Zänker

3. WIEDER DA Garten am alten Amtshaus Schloßstraße 26, Familie Topfstedt

4. Sinnesgarten an der Hospitalkirche, St. Georg-Hospital, Hallesche Straße 44

5. Verzauberter Terrassengarten Stadtmauer zwischen Halleschem Turm und Abzweig Badergasse, Familie Hartmann

6. Garten des Stadtschreibers Ritterstraße 11, Familie Gruhner/Rother

7. Kaffeegenuss im Grünen Hallesche Straße 19, Familie Pawlowski

8. Pflanzenpracht in Nordlage Breite Straße 7, Familie Fahr/Schwuchow

9. Rosengarten Leipziger Straße Höhe Drei-Männer-Weg

10. Italienisches Flair mit Blütenmeer Eilenburger Straße 13, Familie Seifert

11. Doppelt hält besser Kleingartenverein „Zur Erholung“, Eilenburger Chaussee, Familie Sachse

12. NEU Glück im Kleingarten Kleingartenstraße, Kleingartenanlage „Delitzsch Ost“, Garten 67, Familie Zikarsky

13. NEU Planung ist alles Damaschkestraße 41, Familie Canitz/Kittler

14. Naturnahes Gärtnern mit Herz, Dübener Straße 103, Familie Ortmann

15. NEU Rosengarten in Quering: Im Ring 1, Neukyhna/Quering, Familie Dorn

16. NEU Gehölzvielfalt in Löbnitz: Dübener Straße 48, Löbnitz, Familie Bussian

17. Garten(t)räume in Reibitz: Grünstraße 14, Reibitz, Ines Pleger

18. NEU Bio-Selbstversorgung in Wannewitz: Wannewitz 9A, Schönwölkau/Wannewitz, Birgit Reichert

19. NEU 10 000 Quadratmeter Landträume in Zschölkau: Rackwitzer Straße 36, Krostitz/Zschölkau (neben Gasthof), Familie Klaus

Von Christine Jacob

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