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Delitzsch Neue Straße Rackwitz–Hayna: Kreisel erwünscht
Region Delitzsch Neue Straße Rackwitz–Hayna: Kreisel erwünscht
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14:23 25.10.2009
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Rackwitz/Hayna

Die Entwurfsplanung liegt auf dem Tisch, für den Trassenverlauf gibt es momentan drei Varianten. Der Rackwitzer Gemeinderat favorisiert Möglichkeit Nummer zwei – weil dabei ein Kreisverkehr an sensibler Stelle vorgesehen ist.

Ein Projekt, das auf die wirtschaftliche oder touristische Nachnutzung eines früheren Tagebaugebietes ausgerichtet ist – so lautet die Definition für eine Paragraph-4-Maßnahme. Im Rahmen der Sanierung des einstigen Tagebaus Breitenfeld soll demnächst ein weiteres Vorhaben angegangen werden: eine neue Straße zwischen Rackwitz und Hayna. Die Verbindung zwischen der alten Ortslage Schladitz und dem neuen Gewerbegebiet des Schkeuditzer Ortsteils wird von den Rackwitzer Volksvertretern ausdrücklich begrüßt.

Allen voran Variante zwei, bei der die zu bauende Trasse an die alte Bundesstraße 184 in Höhe des Abzweiges Schladitzer Bucht anbinden und dort in einen Kreisverkehr münden soll. Auf die Art und Weise würden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, hieß es im Verlauf der jüngsten Gemeinderatssitzung: Die von nahezu allen Abgeordneten als „kreuzgefährlich“ eingestufte jetzige Schnittstelle von B184alt und der Verbindungsstraße Neu-Schladitz–Bucht würde so entschärft und die gegenwärtige Straße zum See müsste – wie in einer anderen Variante vorgesehen – keinen Verkehr von oder nach Hayna aufnehmen. „Das würde Chaos geben“, hieß es.

Doch das alles überragende Thema war der Kreisverkehr, von dem der Delitzscher Seekoordinator Eckhard Müller, Bindeglied zwischen den beteiligten Partnern Schkeuditz, Rackwitz, Landkreis Nordsachsen, Landesdirektion Leipzig und Tagebausanierer LMBV, sagt, „dass uns den noch niemand auszureden versucht hat“. Er gehe jedenfalls davon aus, dass das Vorhaben, unabhängig vom genauen Trassenverlauf und dem noch offenen Baubeginn, „einmal den Kreisel enthalten wird, weil der auch den künftigen Radweg Leipzig-Wiederitzsch–Schladitz, der 2010 gebaut wird, aufnehmen soll“.

Das wollen die Rackwitzer auch sehr hoffen. Egal ob Andreas Hempel von der Unabhängigen Wählervereinigung Rackwitz, Evelin Schreiber von der Partei Die Linke oder Dietmar Schenk von der Rackwitzer Bürgerschaft: Sie alle sprachen sich für den Kreisverkehr an (noch) problematischer Stelle aus. „Eine Fahrt zur Bucht mit den Rädern ist mit kleinen Kindern gegenwärtig lebensbedrohlich“, monierte beispielsweise Familienvater Schenk. Die beiden Sicherheitsgeländer am Straßenrand seien beim Überqueren der Straße „kein bisschen hilfreich, eher im Gegenteil“. Ein Rad-Anhänger für Kleinkinder zum Beispiel bleibe in der Konstruktion stecken. Und so wurde Bürgermeister Manfred Freigang (Unabhängige Wählervereinigung) von den Räten beauftragt, bei allen weiteren Planungsrunden auf den Kreisel zu pochen.

Zumindest von denen, die für Variante zwei plädierten. Jörg Hofmann und Edmund Boegel (beide CDU) hingegen würden es lieber sehen, wenn die neue Straße auf direkterem Wege auf die frühere Bundesstraße träfe – rund anderthalb Kilometer südlich der gefährlichen Kreuzung. Bürgermeister Freigang hält diesen Vorschlag allerdings für unrealistisch: „Zwei Anbindungen auf einem relativ kurzen Stück, das ist nicht genehmigungsfähig“, sagte er in der Ratssitzung.

Inzwischen jedoch drückt Freigang beim Thema Straßenneubau ein wenig auf die Euphorie-Bremse. Auch wenn Schkeuditz und Rackwitz sowie der Kreis Nordsachsen als Herr über die inzwischen zur Kreisstraße mutierte alte B184 mit reichlich Fördermitteln rechnen dürfen, der Eigenanteil macht dem Gemeindechef Sorgen. „Die landesweit ab dem neuen Jahr zu erwartenden Mindereinnahmen bei den Kommunen treffen auch uns. Wir müssen erst einmal andere wichtige Dinge zum Abschluss bringen, etwa die Sanierung des Zschortauer Kita“, betonte Freigang. Im Rackwitzer Haushalt für 2010 werde die neue Straße daher bestimmt nicht auftauchen.

Dominic Welters

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