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Neue Strategien gegen Unrat in der Stadtlandschaft

Neue Strategien gegen Unrat in der Stadtlandschaft

Sie ist ein Dauerärgernis, die Verschandelung der Stadtlandschaft mit wilden Müllablagerungen. Doch die Bereitschaft wächst, dagegen etwas zu tun - sowohl bei Einwohnern als auch bei der Stadtverwaltung.

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Teile des jüngsten Müllfundes im Loberwäldchen. Helfer haben die Abfälle für den Abtransport zusammengeräumt.

Quelle: privat

Delitzsch. Nachdem am vergangenen Wochenende mehrere Dutzend Helfer freiwillig Teile der Innenstadt säuberten (wir berichteten), soll die Wiederholung der Aktion nicht lange auf sich warten lassen. Die Initiatoren wollen sich dazu in diesen Tagen zu Gesprächen treffen. Und Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos), der den Ehrenamtlichen herzlich dankte, kündigte gestern auch für die Ortsteile ein Eingreifen an. Die regelmäßige Sperrmüllsammlung soll künftig an zentralen, eingezäunten Sammelstellen erfolgen - analog zur Kernstadt, wo ein entsprechender Modellversuch bereits seit vergangenem Jahr läuft.

Das Modell hat aktuell Halbzeit. Anfang 2013 gestartet, soll es bis Ende 2015 laufen. Die Stadtverwaltung hatte in Zusammenarbeit mit dem Entsorger Kreiswerke Delitzsch durchgesetzt, dass Sperrmüll nicht mehr unkontrolliert und in weiten Teilen des Stadtgebietes abgelagert wird, sondern die Sammlung zeitlich und räumlich gestrafft stattfindet. Statt 20 Sammelstellen in der Kernstadt gibt es nun nur noch sechs Plätze, die jeweils zweimal jährlich an einem Doppeltermin zur Verfügung stehen - das nächste Mal am 17. und 18. Oktober in der Sachsenstraße. "Der Versuch ist gut angelaufen, das System hat sich bewährt", sagt OBM Wilde. Eingedämmt werden konnte damit einerseits das illegale Ablagern von Schadstoffen oder Elektroschrott, was nicht zum Sperrmüll gehört. Andererseits wurde reisenden Sammlern vor allem aus Osteuropa ein Riegel vorgeschoben. "Unser Ziel ist es, dieses Modell der eingezäunten, personell betreuten Plätze nach und nach auch auf die Ortsteile auszudehnen", kündigte Wilde gestern auf LVZ-Anfrage an. "Bereits ab nächstem Jahr soll es in Schenkenberg eingeführt werden." Dort seien die Probleme mit auswärtigen Müllverwertern besonders groß. "Der Unrat wurde durch das Stöbern und Suchen teilweise derart auf der Straße zerstreut, dass es Verkehrsbehinderungen gab. Und so manche Teile fanden sich aussortiert ein Stück weiter im Gebüsch wieder." Auch der Ortsteil Benndorf stehe diesbezüglich unter Beobachtung, sei der zweite heiße Kandidat für die Einführung einer zentralen, temporären Annahmestelle. "Wir als Stadtverwaltung treiben die Ausweitung des Modellversuchs gezielt voran, sind im Gespräch mit den Kreiswerken." Extragebühren müssen Bürger für die Abgabe weiterhin nicht zahlen.

Umso weniger versteht der Rathauschef die illegalen Ablagerungen in der Landschaft. "Wer mit dem Müll ins Grüne fährt, kann auch zum Sammelplatz oder zur Deponie fahren", sagt Wilde. Auch Kai Haupt äußert sich "erschrocken" über die Massen an Abfällen im Loberwäldchen nahe dem Stadtpark. Der Initiator der Aktion Sauberes Delitzsch am vergangenen Sonntag macht sich keine Illusionen: "So ist die Gesellschaft nun mal. Es gibt viele schwarze Schafe, die den kurzen Weg wählen. Doch je mehr Leute genau hingucken, desto besser."

Deshalb sieht Kai Haupt gute Chancen, zusammen mit weiteren Mitstreitern schon bald zur nächsten Aktion zu trommeln. "Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und der Servicegesellschaft, die den gesammelten Müll noch am Sonntag kostenlos abgeholt hat, war super. Ich möchte auch auf Vereine, Firmen und Schulen zugehen." Die unbürokratische Unterstützung aus dem Rathaus ist ihm bereits gewiss.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.08.2014
Kay Würker

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