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Delitzsch Neuer Oberschulname sorgt in Delitzsch für Gesprächsstoff
Region Delitzsch Neuer Oberschulname sorgt in Delitzsch für Gesprächsstoff
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13:51 16.03.2018
So haben die Architekten den Eingangsbereich der Oberschule Nord, die ab August 2018 Erasmus-Schmidt-Schule heißen soll, entworfen. Quelle: nitschke + kollegen architekten GmbH
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Delitzsch

Die Delitzscher haben Redebedarf. So wird die Umbenennung der Oberschule Delitzsch-Nord in Erasmus-Schmidt-Schule im kommenden Jahr bereits jetzt rege diskutiert: So fragt Facebook-Nutzer Thomas Felgner: „Hat der Name unserer Stadt so einen schlechten Ruf, dass man nicht bei dem Namen Oberschule Delitzsch-Nord bleiben kann?“ Die Schulkonferenz hatte sich mehrheitlich für den Namen des in Delitzsch geborenen Gelehrten entschieden und wird diesen mit dem Wiedereinzug in den sanierten Kosebruchweg annehmen. Annett Küsters findet den „irgendwie nicht richtig“. Sie habe von diesem Gelehrten noch nie etwas gehört. Für Sebastian Rudolph liegt es hingegen auf der Hand: „Dass man nach der längst überfälligen Sanierung einen neuen, Identität stiftenden Namen sucht.“

Neuer Name soll Alleinstellungsmerkmal sein

Auch das verbindet Andreas Hess mit dem neuen Namen. Seit 2015 leitet er die Oberschule, die im Moment ihren Namen noch aus ihrer geografischen Lage ableitet. Oberschule Delitzsch-Nord: „Das hat einen Beigeschmack“, findet er. Der neue Name stehe für sich, ein Alleinstellungsmerkmal. Zudem sei er kein Freund von Stempeln: Dass es eine „Oberschule der Stadt Delitzsch“ ist, liefere nun der Zusatz. „Wir sind primär eine Bildungseinrichtung, und sekundär eine Oberschule.“

Die Namenssuche der Schulkonferenz, die seit dem Schuljahr 2015/16 stattfand, begrüßte er daher. Schnell verworfen wurde Hermann Schulze-Delitzsch auch noch eine Schule zu widmen. Auch eine Friedensschule sollte es nicht werden. Am Ende hatten die stimmberechtigten Schüler, Lehrer und Eltern vier Namen, die den gesuchten Kriterien entsprachen: Die Schule sollte nach einer nicht mehr lebenden Person benannt werden. Diese sollte einen Lebensbezug zu Delitzsch haben und es sollte sich um keinen Politiker handeln. „Es gab viele Ideen“, erzählt Hess. Der Schülerrat ging durch die Klassen und befragte die Schüler, Eltern tauschten Whatsapp-Nachrichten aus, selbst vom Oberbürgermeister ging mit Buchdruckpionier Marcus Brandis ein Vorschlag ins Rennen. Im Ausschlussverfahren setzte sich Erasmus Schmidt durch.

Gelehrter in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges

Der wurde am 7.April 1570 in Delitzsch als Sohn des damaligen Bürgermeisters geboren. Er genoss eine streng religiöse Erziehung und zeigte bereits früh eine Begabung für Sprachen. 1590 schrieb er sich an der Universität Wittenberg ein, die sein Wirkungsort wurde: Er war Professor für die altgriechische Sprache und niedere Mathematik, später auch Dekan und Rektor der Hochschule. Sein Wissen umfasste nicht nur die Sprachen, sondern auch die geschichtlichen und gesellschaftlichen Zusammenhänge zu der Zeit, als die Texte in Altgriechisch oder Latein entstanden. Erasmus Schmidt starb 1637 mit 67 Jahren. Ein Großteil seines Lebens fiel in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges, der auch seine Biografie nicht unbelastet lies: Kriegswirren und Krankheiten ließen ihn fünf seiner sechs Kinder und seine erste Ehefrau überleben.

Kennlernwoche unter neuem Namen im sanierten Kosebruchweg

Schulleiter Hess freut sich darauf, sich mit den Kollegen und Schülern den neuen Namen zu erarbeiten. Denn den trägt die Schule erst ab 1. August 2018. „Das hat einen Riesencharme, dass wir etwas Vorlauf haben“, sonst bekommen Schulen quasi über Nacht einen neuen Namen. Stattdessen wird die erste Woche im neuen Schuljahr dazu dienen, sich Erasmus Schmidt in Projekten zu nähern. Erst nach dieser Kennlernwoche soll der neue Name enthüllt und entsprechend auch die Arbeit der Mitarbeiter bei der Stadt – vom Oberbürgermeister bis zur Sachbearbeiterin – gewürdigt und gefeiert werden.

Von Manuel Niemann

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