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Delitzsch Neuer Vorsitzender: Delitzscher Rotkreuz hat ein junges Führung-Duo
Region Delitzsch Neuer Vorsitzender: Delitzscher Rotkreuz hat ein junges Führung-Duo
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06:00 24.07.2018
Patrick Paproth ist Präsident und Mathias Schumann (links) Vorstandsvorsitzender beim DRK-Kreisverband Delitzsch. Quelle: Heike Liesaus
Delitzsch

Mathias Schumann ist seit Anfang des Monat der Neue im Amt des Vorstandsvorsitzenden beim DRK-Kreisverband Delitzsch. Patrick Paproth ist mit seinen 29 Lenzen immer noch der jüngste Präsident weit und breit, seit vorigem Juli war er schon Stellvertreter, seit Oktober der Mann an der Spitze. Was hat sich das junge Führungsduo jetzt vorgenommen? „Regionalen Zusammenarbeit wieder mehr herzustellen. Wir sind ein Delitzscher Verein und der Stadt verpflichtet. Das soll in vielen Facetten noch mehr nach außen getragen werden.“ Und das könnte unter anderem auch mit einem Kurs für Erste Hilfe am Kind für junge Eltern passieren. „Aber wir stehen nicht allein für Rettung und Pflege, sondern auch Jugend und Flüchtlinge. Wir sind attraktiver Arbeitgeber, aber sind auch ein starker Partner bei der Absicherung von Veranstaltungen“, zeigt Schumann die Tätigkeitsfelder auf und Paproth ergänzt: „Ich denke, der Slogan, der aktuellen Jugend-Rot-Kreuz-Kampagne ’Was geht mit Menschlichkeit?’ trifft es einfach.“

Haupt- und Ehrenamt

Dabei müssen im Verband Ehren- und Hauptamt unter einen Hut gebracht werden. Und das zeigt sich bereits an der Spitze: Denn Paproth arbeitet hauptberuflich als Gesundheits- und Krankenpfleger am Kreiskrankenhaus Torgau. Als ehrenamtlicher Präsident „hat man die Aufgaben des Aufsichtsrates, es sind Kontakte zu Regionalpolitikern herzustellen, ich bin Repräsentant und Ansprechpartner.“ Ein Vorstandsvorsitzender wie Mathias Schumann indessen lenkt hauptamtlich die Geschäfte des DRK-Verbandes, denn der hat in Delitzsch und der Region derzeit 1050 fördernde Mitglieder, 150 ehrenamtlich Tätige und 152 Angestellte.

Jung und Alt

Der Verband betreibt eine Sozialstation, liefert Essen auf Rädern, ist Träger der Kita Bummi und deren Außenstelle in Schönwölkau. Er betreibt ebenso das Heim in Zschortau mit 41 Asylsuchenden Menschen, Fahrdienst, Rettungsdienst und die Jugendsozialstation, das YOZ im Norden der Loberstadt. Auch Schulsozialarbeiter zählen zu den DRK-Angestellten. „Für einen relativ kleinen Kreisverband sind wir damit breit aufgestellt“, schätzen die beiden. „Außerdem gehört das Deutsche Rote Kreuz auch zur Liga der Wohlfahrtsverbände. Damit vertreten wir Interessen und Haltungen zur Pflege, zu Migration, für die Teilhabe.“

Mitglieder werben

Mathias Schumann kam zum DRK, weil er für die Organisation als Selbstständiger neue Mitglieder geworben hatte. „Ich weiß, dass es in der Branche viele schwarze Schafe gibt. Umso wichtiger ist es, ehrlich und ordentlich zu arbeiten“, erklärt er. Der heute 38-Jährige hat lange für den Landesverband Saarland gearbeitet. „Und wir haben es geschafft, die Mitgliederzahlen stabil zu halten. Was nicht so einfach ist heutzutage.“ Er tritt die Nachfolge von Christian Wolf an. Die Stelle war turnusgemäß neu ausgeschrieben worden. Beide Seiten waren an einer Veränderung interessiert.

Strukturen

Eine Aufgabe des Vorstandsvorsitzenden sei es, Strukturen zu schaffen, in denen ehrenamtliche Kräfte gut arbeiten können. Patrick Paproth zum Beispiel kam dazu, als er sein Physikstudium begann. Parallel dazu startete er seine Sanitäter- und Gruppenausbildung beim Roten Kreuz als Wehrersatzdienst. „So habe ich mich in die Sache eingelebt.“ Letztlich beeinflusste das auch seine berufliche Orientierung. Aber als er 2009 eigentlich auf die Landesrettungsschule zur Rettungsdienstausbildung warten musste, hatte er sich ein Praktikum im Kreiskrankenhaus Torgau als Zwischenstation auserkoren. Aber daraus wurde mehr. Den Wehrersatzdienst, über den viele zum DRK fanden, gibt es wegen der Aussetzung der Wehrpflicht nicht mehr.

„Wir wollen gern das Jugendrotkreuz ausbauen. Denn hier ist der Trend rückläufig. Kinder und Jugendliche haben wenig Zeit. Es gibt die Ganztagsschulen und viele andere Freizeitangebote“, erklären Schumann und Paproth. „Zum einen haben wir dank der Jugendsozialarbeiter dort auch Schnittstellen und zum anderen funktioniert auch das Jugendrotkreuz nur mit dem Ehrenamt. “

Von Heike Liesaus

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