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Neuer Zoff um dunklen Rauch

Neuer Zoff um dunklen Rauch

Das Biokraftwerk Delitzsch (BKD) bleibt Gesprächsthema. Während drinnen ein neuer Investor gesucht wird, machen sich draußen Anwohner Gedanken über die Immissionen durch die Altholz-Verbrennung.

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Dunkler Rauch quillt aus dem Schornstein des Biokraftwerks Delitzsch. Das wird als Zeichen für einen nicht ordnungsgemäßen Betrieb gesehen.

Quelle: privat

Delitzsch. Der Kreiszeitung liegen Fotos schwarzer Rauchschwaden vor, die aus dem Schornstein der Anlage quillen. Die neueste Entwicklung in dieser Sache: eine Anzeige beim Umweltamt gegen den Insolvenzverwalter. Dieser weist die Vorwürfe von sich.

Bereits in der Vergangenheit hatte das Kraftwerk in der Fabrikstraße Delitzscher Bürger auf den Plan gerufen, die einen nicht ordnungsgemäßen Betrieb vermuteten und den Vorwurf mit eigenen Beobachtungen bekräftigten. Seit Juni führt der vorläufige Insolvenzverwalter Florian Stapper vor Ort die Geschäfte. Der promovierte Leipziger Fachanwalt arbeitet an einer Zukunft für die in Zahlungsschwierigkeiten geratene BKD Biokraftwerk Delitzsch GmbH, sucht nach einem Investor (wir berichteten). Der Betrieb geht unterdessen weiter. Und bleibt unverändert im Visier von Anwohnern. Richard Schuhmann, einst Delitzscher Bürgermeister und Bundestagsabgeordneter, berichtete im Gespräch mit dieser Zeitung über eine Reihe von Aufzeichnungen. Demnach habe es an bestimmten Tagen, die konkret zwischen April und August mit Datum und Uhrzeit dokumentiert wurden, eine dunkle Rauchentwicklung gegeben. Diese deute darauf hin, dass die Rauchgasanlage des Unternehmens zu diesen Zeiten nicht in Betrieb gewesen sei. „Die Anlage wurde falsch gefahren, bewusst oder unbewusst“, sagt Schuhmann. Zudem hätte Recherchen einer beauftragten Rechtsanwaltskanzlei ergeben, dass teilweise Holzsorten verbrannt wurden, die nicht Gegenstand der Betriebserlaubnis seien.

Unterstützt wird Schuhmann von dem Delitzscher Manfred Stieler. Inzwischen Rentner, habe er früher in der Konzernleitung eines großen Energieversorgers gearbeitet, sei mit der Materie vertraut. „Da sich in der Vergangenheit Störungen im Betriebsablauf gehäuft haben, deutet das auf Systemfehler aufgrund ungenügender Wartung hin“, so Stieler. „Die Filter der Rauchgasanlage müssen regelmäßig gewechselt werden, um starken Staubaustritt zu verhindern.“

Vor wenigen Tagen erstattete Manfred Stieler beim Umweltamt Anzeige wegen Unterlassung gegen Florian Stapper. Dieser sei aktuell verantwortlich für die Situation, habe den „Zustand akzeptiert“. Das Landratsamt bestätigte, dass der Unteren Immissionsschutzbehörde des Landratsamtes eine Beschwerde über Rauchgasbelästigung gegen die BKD GmbH vorliegt. „Die Behörde prüft derzeit gemeinsam mit dem Umweltfachbereich den Sachverhalt“, erklärte Landratsamtssprecher Rayk Bergner. „Kontakt mit dem Anlagenbetreiber wurde aufgenommen, welcher zur Vorlage bestimmter Daten und Dokumente beauflagt wurde – zum Beispiel Anfahrzeiten der betriebenen Kessel sowie Nachweise von Auszügen der kontinuierlich registrierenden Staubmesseinrichtung. Die Prüfungen sind derzeit noch nicht abgeschlossen.“

Insolvenzverwalter Stapper traf sich gestern zum Gespräch mit dem BKD-Geschäftsführer Dirk Umbach, thematisierte die Vorwürfe. „Wir nehmen die Sache sehr ernst“, sagte Stapper gegenüber der Kreiszeitung. „Gemeinsam haben wir uns die Messwerte des entscheidenden Tages angeguckt, der von der Behörde genannt wurde. Das Ergebnis ist: Wir liegen deutlich im Toleranzbereich, den die Genehmigung absteckt.“ Ein entsprechendes Antwortschreiben will Umbach heute ans Landratsamt senden. Stapper: „Dunkler Rauch muss nicht bedeuten, dass das Kraftwerk außerhalb der Genehmigung betrieben wird. Es sind optische Täuschungen oder andere Ursachen möglich. Dass nicht genehmigte Holzsorten verbrannt wurden, halte ich für ausgeschlossen.“

Kay Wuerker

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