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Neues Löschfahrzeug für Delitzscher Feuerwehr

Neues Löschfahrzeug für Delitzscher Feuerwehr


Delitzsch. Die Technik der Delitzscher Feuerwehr ist um ein Löschfahrzeug reicher geworden. Am Sonnabendvormittag übergaben Delitzschs Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) und Angelika Stoye, Rechts- und Ordnungsdezernentin des Landkreises Nordsachsen, das neue LF 20/16 an Wehrleiter Dieter Franze.

. Zuvor hatte Pfarrer Michael Poschlod für das Fahrzeug und deren Nutzer Gottes Segen mit Weihwasser erbeten.

Schon vor dem offiziellen Akt der Übergabe nahmen die Mädchen und Jungen der Jugendwehr das Fahrzeug in Augenschein und erkundeten dessen Ausstattung. Ein 2000 Liter fassender Wassertank, zwei abnehmbare Schlauchhaspeln, Steck- und Steigleiter, ausfahrbarer Beleuchtungsmast mit sechs Lampen, Tragkraftspritze TS 8, Tauch- und Chiemseepumpe sowie ein Schnellangriffsschlauch und fast 500 Meter Schlauchmaterial sind nur einige Teile, die Oberbrandinspektor Klaus Bechstedt den Gästen, darunter Kameraden benachbarter Wehren, zeigte. Darüber hinaus verfügt das Fahrzeug, in dem neun Kameraden Platz finden, über sechsfache Ausrüstung für Atemschutzträger. Zwei Atemschutzgeräte sind in der Mannschaftkabine positioniert, so dass sie „bereits im Fahrzeug angelegt werden können", erklärte Bechstedt und wies darauf hin, dass es ein reines Löschfahrzeug sei, das keine Ausrüstung für technische Hilfeleistungen mitführt.

Im Zuge der Neustrukturierung des Katastrophenschutzes musste die Delitzscher Wehr im Januar ein Löschfahrzeug LF 16/12 nach Döbrichau abgeben. Das LF 20/16 schließt nun die entstandene Lücke. Im Vergleich zum Vorgängermodell besitzt das neue Auto einen größeren Wassertank und hat fast die doppelte Schlauchlänge an Bord. Zudem ist es mit einem Dachmonitor (Wasserkanone) und mit Frontsprühdüsen zum Selbstschutz der Kameraden und für die Bekämpfung von Flächenbränden ausgestattet.

Es sei immer etwas Besonderes, ein Feuerwehrfahrzeug dieser Größe an die Kameraden zu übergeben, sagte Wilde. Dass die Delitzscher Wehr zu den am besten ausgestattesten in Nordsachsen gehöre, sei auch den Kameraden selbst zu danken, weil „sie sich melden und sagen, was sie benötigen", um ihre Aufgaben beim Brandschutz und für technische Hilfeleistungen erfüllen zu können. Der Spezialhersteller Iveco Magirus hat den Lkw zwar nach den Wünschen der Delitzscher Wehr gebaut, doch dass das Löschfahrzeug praktisch maßgeschneidert auf die Bedürfnisse der Wehr ausgestattet werden konnte, ist auch das Verdienst der Kameraden. In der Zusammenarbeit mit dem Hersteller brachten sie ihre Erfahrungen und Ideen während der knapp einjährigen Bauzeit immer wieder mit ein. „Auch in der Endphase waren wir nochmals zwei Tage in Weisweil im Breisgau, damit letzte Kanten abgeschliffen und alles am rechten Fleck platziert werden konnte", erzählte Dieter Franze.

Er bedankte sich besonders beim Landkreis und den Delitzscher Stadträten, einige waren bei der Übergabe zugegen, die „mit ihrer Stimme dafür sorgen, dass die notwendigen Gelder für die Technik bereitgestellt werden. Denn das alles ist keine Selbstverständlichkeit", so Franze. 300 000 Euro kostete das neue Löschfahrzeug. 225 000 Euro davon steuerte das Landratsamt als Fördermittel aus dem Bundesprogramm bei. Gut angelegtes Geld, das in erster Line für die Sicherheit der Bürger in der Stadt und im Landkreis investiert werde, so Franze.

In den vergangenen 20 Jahren sei im Landkreis fast ein kompletter Wechsel der Fahrzeugtechnik erfolgt, erinnerte Angelika Stoye. Für die Delitzscher Wehr schließe sich am Vorabend des Tages der Deutschen Einheit somit ein Kreis. Stoye dankte den Kameraden in diesem Zusammenhang auch für die bisher geleistete Arbeit beim Aufbau des Gefahrgutzuges für den Katastrophenschutz. „Die dafür erforderliche Ausbildung stelle die Kameraden künftig vor hohe Herausforderungen", blickte die Dezernentin voraus.

Thomas Steingen

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