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Delitzsch Neuhauser See – ein Vogelparadies im ehemaligen Tagebaugebiet
Region Delitzsch Neuhauser See – ein Vogelparadies im ehemaligen Tagebaugebiet
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11:51 06.05.2016
Der 75-jährige Peter Wagner aus Delitzsch verbringt bei schönem Wetter gern viel Zeit auf seinem Fahrrad in der Goitzsche, wobei er auch am Neuhauser See entlang der Kohle-Dampf-Licht-Route radelt. Quelle: Alexander Prautzsch
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Delitzsch

In der Bergbaufolgelandschaft nördlich und südlich von Delitzsch sind mehrere Seen entstanden, die sich in ihrer Nutzung stark unterscheiden. Im Zuge der Umsetzung des Besucherlenkungskonzeptes für die Bergbaufolgelandschaft im Delitzscher Land sind an den Seen Informationstafeln aufgestellt worden, die Aufschluss über Geschichte, Landschaft, Tourismus und Naturschutz geben. In einer kleinen Serie stellt die LVZ die einzelnen Seen vor.

Der Neuhauser See befindet sich wie der Paupitzscher See und der Ludwigsee auf dem ehemaligen Gelände der Tagebaue Holzweißig. Mit 155 Hektar Fläche und 18,2 Millionen Kubikmeter Volumen ist der Neuhauser zugleich der größte der drei Seen, die durch natürlichen Grundwasseraufgang entstanden sind. Nachdem die länderübergreifende Bergbaufolgelandschaft zwischen Holzweißig, Petersroda, Benndorf und Laue, bedingt durch militärische Nutzungen und verschiedene Abfalldeponieaktivitäten, bis zur Wende weitgehend unzugänglich geblieben war, öffnete sich hier 1989/90 ein Bereich, der sich von der Öffentlichkeit fast unbemerkt zu einem überwiegend dicht bewaldeten Naturrefugium entwickelt hatte.

Lebensraum für seltene Vögel

Der Neuhauser See ist Teil des Europäischen Vogelschutzgebietes Goitzsche und Paupitzscher See. Unter Schutz gestellt wurde das Gebiet, weil es Lebensräume aufweist, in denen seltene und gefährdete Vogelarten Brutplätze haben. Unter anderem sind dort Rothalstaucher, Rohrdommel oder Brachpieper und Steinschmätzer zu finden. Die Seen in diesem Gebiet sind nicht nur bedeutende Brutgebiete, sondern sie bieten Wasservögeln während des Vogelzuges im Frühjahr und Herbst auch wichtige Rast- und Nahrungsflächen. Zudem existieren auf bergbaulich unbeeinflussten Standorten wie an der Schwedenschanze bei Benndorf alte Gehölzbestände.

Wanderwege in die Goitzsche

Auch wenn der Neuhauser See keine besonderen touristischen Angebote aufweist, ist er am Benndorfer Ufer zugleich das Eingangstor zur Goitzsche. Dort gibt es einen Parkplatz und beginnen Wander- und Radwege, die durchs Seengebiet führen. Darunter die überörtliche Route Kohle/Dampf/Licht. Ziel des vom sächsischen Innenministeriums geförderten Projektes „Besucherlenkung“ ist es in diesem Bereich, Informationen über die Schutzgebiete sowie die Landschaftsgeschichte zu vermitteln. So informiert eine Tafel über Verockerungs-Phänomene an den Uferbereichen und in den Verbindungsgräben zwischen den See. Diese zeigen sich als bräunliche Färbung und sind auf eisenhaltige Mineralien zurückzuführen, die durch den Tagebau freigelegt worden sind.

Von Thomas Steingen

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