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Delitzsch Neujahrsempfang – Landrat fürchtet demografische Entwicklung
Region Delitzsch Neujahrsempfang – Landrat fürchtet demografische Entwicklung
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13:34 20.01.2010
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Kreisgebiet

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Mit dem Torgauer Parademarsch stimmte das Rundfunkblasorchester Leipzig auf den Abend ein. Dem folgte mit Wagners „Morgenlied und Aufzug der Heere“ aus der Oper Lohengrin der musikalische Höhepunkt des Abends, bevor Czupalla das Wort ergriff und allen Anwesenden für das Jahr 2010 „viel Erfolg, Gottes Segen und Gesundheit“ wünschte. Er bedankte sich bei den Fraktionen des Kreistages, bei den Oberbürgermeistern und Bürgermeistern, bei Vereinen und Verbänden, Kirchen, der Wirtschaft und bei allen, die das Gemeinwohl sowie das Zusammenleben im Landkreis mitgetragen und mit gefördert haben.

Kreisgebiet. Der nordsächsische Landrat Michael Czupalla (CDU) begrüßte Dienstag Abend 400 Gäste zum Neujahrsempfang des Landkreises im Bad Dübener Heide Spa.

Im Wachstum der Wirtschaft und der Wirtschaftsförderung liege ein Schwerpunkt der Arbeit im Landkreis. Eine Aufgabe, auf die inzwischen alle sächsischen Landkreise und Gemeinden ihr Augenmerk legten.

Der zweite Schwerpunkt ist der Haushalt. In den kommenden Monaten wird ein externes Gutachten zum Kreisetat erstellt, mit dessen Hilfe ein Sicherungskonzept erarbeitet, diskutiert und Mitte des Jahres dem Kreistag vorgelegt wird. „Um Investoren gilt es weiter zu werben“, so Czupalla. Es gab acht Neuansiedlungen auf Gewerbestandorten im Landkreis Nordsachsen im vergangenen Jahr, 30 weitere Unternehmen expandierten. Für 157 Ile-Projekte konnten 2009 im ländlichen Raum Fördermittel in Höhe von zirka elf Millionen Euro bewilligt werden. Die genehmigten Investitionen haben eine Gesamtsumme in Höhe von 18 Millionen Euro. Außerdem flossen aus dem Konjunkturpaket II des Bundes und des Freistaates Sachsen 25,8 Millionen Euro für 180 Projekte in den Kreis. Fast alle Vorhaben befänden sich in Umsetzung.

Czupalla kritisierte die Klagementalität der Deutschen: „Während andere Länder optimistisch in die Zukunft sehen, liegen wir im internationalen Vergleich von 33 Ländern auf Platz 16.“ Ein Lichtblick sei, dass ein gutes Drittel der befragten Deutschen ein besonderes Jahr für sich persönlich erwartet – der höchste Wert seit neun Jahren. „Sie schätzen die Lage richtig ein, die Fakten sprechen für sich. Kaum ein Land hat die Wirtschaftskrise so gemeistert wie Deutschland. Das Gütesiegel ,Made in Germany‘ hat immer noch Weltruf, unser Gesundheitssystem ist trotz aller Diskussionen das beste der Welt. Reklamieren wir nicht länger ein Grundrecht auf Unzufriedenheit, beharren wir nicht immer darauf, dass die Lage ohne Aussicht und die Zukunft ohne Hoffnung ist“, forderte der Landrat. Es sei schon ein wenig deprimierend, wie in Deutschland mit Verantwortung umgegangen werde. „Man hat manchmal den Eindruck, unser Land ist übersät von Wadenbeißern, Kleffern und Dauernörglern.“ Er bescheinigte der Abwrackprämie, „ökonomischer Schwachsinn, aber dennoch die populärste politische Maßnahme seit dem Jahre 43 nach Christus“ gewesen zu sein, als Kaiser Caligula zur Einweihung des Augustus-Tempels jedem römischen Bürger 300 Sesterzen schenkte. Diejenigen, die Verantwortung tragen, sollten auch in diesem Jahr weiter unbeirrt bleiben.

Im Landkreis Nordsachsen betrug die durchschnittliche Arbeitslosenquote 2009 13,5 Prozent. „Arbeitsplätze entstehen aus unternehmerischem Tun. Bürger und Unternehmen sind heute aber mit Steuern und Abgaben, mit einem Übermaß an Gesetzen und Bürokratie belastet. Wer den Unternehmen in Deutschland wieder Schwung geben will, der muss als erstes, da wo es geht, für Entlastungen sorgen“, sagte der 59-Jährige.

Sobald die Steuern wieder zu fließen beginnen, zähle als erstes, die öffentliche Schuldenlast abzubauen. „Stattdessen müssen wir den Wettbewerb fördern, Genehmigungsverfahren beschleunigen, die Unmenge an Bürokratie reduzieren und die Sozialsysteme an die demografische Entwicklung anpassen, Forschung und Entwicklung steuerlich unterstützen und kräftig in Bildung sowie in Gesundheit, in einer Gesellschaft die immer älter wird, investieren.“ Und da unsere Gesellschaft zunehmend älter werde, „müssen wir uns verstärkt um unsere älteren Mitbürger kümmern“.

Die Bevölkerungszahlen lassen den Landrat nicht kalt. „Wir brauchen mehr Jugend“, betonte Czupalla. „Dieses Land hat seit 1970 jährlich mehr Sterbefälle als Geburten. Die demografische Entwicklung wird uns viel mehr Sorgen bereiten als die Finanz- und Wirtschaftskrise.“ Für das neue Jahr 2010 wünschte er abschließend „Optimismus und ein wenig mehr Wiederbelebung der Verwegenheit“.

Mit dem Sachsenlied und der deutschen Nationalhymne verabschiedete sich das Leipziger Rundfunkblasorchester.

Frank Pfütze

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Der nordsächsische Landrat Michael Czupalla (CDU) begrüßte gestern Abend 350 Gäste zum Neujahrsempfang des Landkreises im Bad Dübener Heide Spa. Unter ihnen der Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Frank Kupfer (CDU), Bundes- und Kommunalpolitiker, Kreisräte, Vertreter aus Vereinen und Verbänden, der Polizei und Bundeswehr sowie Volker Wulff, der vor zehn Jahren die Veranstaltung Partner und Pferd – ab Donnerstag wieder in Leipzig – in die Region gebracht und zum Weltcup im Pferdesport entwickelt hat.

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