Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch Nicht genügend Leute für die Löschzüge
Region Delitzsch Nicht genügend Leute für die Löschzüge
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:29 10.05.2017
Peter Schwenckner (Mitte), Vorsitzender des KFV Delitzsch, sucht nach Lösungen für das Nachwuchsproblem in der Feuerwehr. Rechts sein Stellvertreter Ralf Osthoff. Quelle: Ditmar Wohlgemuth
Anzeige
Delitzsch

Der Vorsitzendes des Kreisfeuerwehrverbandes Delitzsch (KFV), Peter Schwenckner, malt ein düsteres Bild von der Zukunft hiesiger Freiwilliger Feuerwehren. „Wenn es uns nicht bald gelingt, eine Trendwende in den Mitgliederzahlen, in der Stärkung der Jugendfeuerwehren, einzuleiten, geht womöglich bald das Licht in den Gerätehäusern aus“, sagte er und sucht gleichzeitig nach Lösungen. „Wir müssen uns mehr der Nachwuchssuche und -förderung widmen“, stellte er klar.

Gute Erfahrungen nutzen

Fahren bald Busse mit Feuerwehr-Werbeslogan durch die Stadt und den Landkreis? Die Idee brachte zumindest Kreisjugendfeuerwehrwart Holm Grüttner ein und berief sich dabei auch auf Erfahrungen, die beispielsweise die Dippoldiswalder Kameraden in der Vergangenheit gesammelt haben. Auch in Bautzen und selbst im Leipziger Land habe man die Idee schon aufgegriffen. „Offensichtlich hat es gewirkt, den sie haben Zuwachs verzeichnen können“, wusste Grüttner. Wie eine solche Werbekampagne allerdings finanziert werden kann, steht noch nicht fest. Zunächst sollen die Kosten überhaupt ermittelt und dann entschieden werden.

Ausbildung und Umzug

„Wir bekommen nicht genügend Leute in die aktiven Abteilungen“, brachte es Schwenckner kürzlich auf den Punkt. Allein der Übergang von der Jugendwehr in die Löschzüge bedeute schon ein Problem. „Im vergangenen Jahr gab es 60 Jugendliche, die nicht dorthin wechseln konnten“, teilte Holm Grüttner mit. 35 hätten eine Berufsausbildung angefangen, 24 seien verzogen und stünden damit nicht mehr zur Verfügung.

Mehr Sozialarbeiter

„Der Altersdurchschnitt in den Wehren in Nordsachsen beträgt derzeit 47,8 Jahre, da müssen wir bald etwas tun“, unterstrich Ralf Osthoff, stellvertretender KFV-Vorsitzender. Er regte an, deutlich mehr in die Jugendarbeit zu investieren, es bräuchte mehr Sozialarbeiter. Seiner Auffassung nach werde gut die Hälfte der Zeit in den Jugendfeuerwehren für allgemeine Jugendarbeit verwendet, dafür bedürfe es ausgebildeter Fachkräfte.

Für Juleica muss Kurs besucht werden

„Die pädagogische Grundausbildung der Jugendwarte fehlt“, sagte er. Sie könnten bei allem Willen und aller Kraftanstrengung die Herausforderung nicht meistern, denn schon die technische Ausbildung der Kinder und Jugendlichen verlange ihnen einiges ab. Jugendwarte benötigen heute eine sogenannte Jugendleitercard (Juleica), um überhaupt tätig sein zu dürfen. „Dafür muss ein Lehrgang besucht werden“, erklärte Holm Grüttner. Immer weniger wollen oder können dafür aber die Zeit aufbringen. „Die allermeisten sind aktive Feuerwehrleute, werden also auch bei Einsätzen gefordert“, weiß der Kreisjugendwart und schätzt überaus hoch das Engagement seiner Kameraden.

Von Ditmar Wohlgemuth

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Kreuzung Lindenhayn – Brinnis (Landkreis Nordsachsen) ist seit einigen Jahren im Gespräch, weil es dort immer wieder trotz der Stoppschilder zu Unfällen kommt. Am Mittwochmorgen hat es erneut einen Crash gegeben. Eine Frau wurde dabei schwer verletzt.

10.05.2017

Viel ist in den vergangenen Jahren in Delitzsch instand gesetzt, um- oder neu gebaut worden. So in mehrerjähriger Bauzeit die Bitterfelder Straße. Nun sei es an der Zeit, auch auf dem Roßplatz einiges nachzubessern, sagt unser Leser Siegfried Schräpler aus Beerendorf. Im Besonderen wünscht er sich, dass der Trinkbrunnen wieder sprudelt.

10.05.2017

„Wenn man so klein ist, muss man miteinander auskommen“, sagt Wolfgang Schilling. Mit der Dorfgemeinschaft Rabutz hat er einen Verein mitbegründet, um den Zusammenhalt im kleinen Dorf zu stärken. Im Bageritzer Weg, wo sich das Dorfleben zu Filmabenden trifft, wird von jungen Tüftlern zeitgleich in die Zukunft geblickt.

10.05.2017
Anzeige