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Delitzsch Nicht jeder Neubau in Delitzsch wird altersgerecht
Region Delitzsch Nicht jeder Neubau in Delitzsch wird altersgerecht
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00:17 28.08.2018
Claudia Schüler schlägt zum Richtfest mit Zimmermann Peter Jess, ihrem Mann und Bauherren Axel Schüler sowie Klaus Wadewitz (von links) den Nagel ein. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Die Stadt wächst, vor allem junge Menschen würden zuziehen, heißt es. Der Wachstum zeigt sich baulich. Aus alten Brachen werden neue Wohnkomplexe. So wurde erst am Donnerstagnachmittag Richtfest für den neuen Bau in der August-Fritzsche-Straße gefeiert. 30 Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen entstehen dort seit Dezember und sollen im Winter fertig werden – allesamt seniorengerecht ... wie so oft bei aktuellen Bauprojekten. Ist das alles?

Seniorengerecht ist nicht alles

Neuer altersgerechter Wohnkomplex Delitzscher Innenstadt Quelle: Wolfgang Sens

Der Eindruck, dass „nur noch“ seniorengerecht gebaut würde, täusche, betont Bauherr Axel Schüler. Seine AS Bau GmbH will in den kommenden fünf Jahren rund 150 neue Wohnungen in Delitzsch schaffen. Und nicht alles davon trage die Betonung auf altersgerecht, so der Delitzscher. So ist als nächstes Projekt in der Großen Wallstraße ein neuer Bau von sechs Wohneinheiten geplant. In das Objekt komme kein Fahrstuhl, seniorengerecht werde es damit schon mal nicht. Zudem sei noch ein Projekt für hochwertige Eigentumswohnungen in Planung. Die Nachfrage von Senioren aber sei schon groß auf dem Delitzscher Wohnungsmarkt, berichtet Axel Schüler, was damit zusammenhänge, dass es bislang nicht viele Angebote gegeben habe. Der bisherige Mangel sei bald aufgeholt. Für den Bau in der August-Fritzsche-Straße, wo noch vier Wohnungen zu haben sind, geht die Nachfrage durch alle Generationen – bei anderen Objekten wie dem in der Eilenburger Chaussee sei das anders gewesen.

Barrierearm ist Standard

So auch bei der Wohnungsgesellschaft der Stadt Delitzsch (WGD). So wie in der Stauffenbergstraße ein altes Bundeswehrwohnheim seniorengerecht umgebaut wird, hat man das Thema seniorengerechtes Bauen dort im Blick. Aber nicht ausschließlich. Den neuen Bau, den die WGD in der Karlstraße plant, will man nicht speziell altersgerecht gestalten. Der Baubeginn ist noch dieses Jahr vorgesehen. Entstehen sollen etwa 20 Wohnungen, die barrierearm gestaltet sind. Das sei heute eben Usus. Die Nachfrage nach Wohnungen bei der WGD sei bunt durch alle Altersklassen gemischt, berichtet Chef André Planer, bei bestimmten Wohnungsgrößen beziehungsweise kleineren Wohnungen würden vor allem ältere Leute nachfragen.

Bewusste Entscheidung

Ob nun betont altersgerecht oder „nur“ barrierearm, der moderne Stil kommt gut an. So hat sich auch Gabriele Kschentz-Hopp bewusst für solch einen Neubau entschieden und ist in einen der Sechsgeschosser von AS Bau in der Eilenburger Chaussee gezogen. Die meisten der mehr als 50 Mietparteien sind nicht mehr weit von der Rente entfernt oder schon Rentner. „Wir suchten in Delitzsch – meinem alten Heimatort, wo auch noch meine Eltern wohnen und meine Hilfe brauchen – eine qualitativ solide, energieeffiziente Wohnung mit ,Wohlfühlcharakter’, in der wir alt werden wollten“, berichtet die Wieder-Delitzscherin. Da sie selbst eine Krankheit hat, müsse man vorausschauend handeln, so die Mittfünzigerin. Auch der Standort mit Nähe zum Stadtzentrum überzeugt. „Dass nun die Kontakte zu den Nachbarn und der Zusammenhalt untereinander stimmig sind, ist besonders viel wert – war aber so nicht vorhersehbar“, freut sich Gabriele Kschentz-Hopp über ein Leben wie auf dem Dorf.

Von Christine Jacob

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