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Nikita on Fire: Nordsachsens schöne Seite der Feuerwehr

Facebook-Gemeinschaft Nikita on Fire: Nordsachsens schöne Seite der Feuerwehr

Nikita on Fire wird vielleicht mal die nordsächsische Antwort auf Kim Kardashian und andere internetaktive It-Girls. Nur mit deutlich mehr Substanz. Nicky Frankenstein, Feuerwehrfrau aus und mit Leidenschaft, zeigt im Netz wie sexy das Ehrenamt Feuerwehr sein kann.

Nur ein Ausschnitt: Nikita on Fire und Flo Mer Fotografie schießen oft und gerne Fotos bei der Feuerwehr.

Quelle: Flo Mer Fotografie

ZSCHEPEN. Männer in Uniform sind sexy? Und Feuerwehr ist eine Männerdomäne? Ja. Stimmt schon irgendwie. Wie sexy aber dieses Ehrenamt in Uniform – oder besser noch nur in Teilen von Uniform – sein kann, beweist im Internet gerade eine junge Frau aus dem Delitzscher Ortsteil Zschepen. Fast im Alleingang. „Nikita on Fire“ heißt die neue Facebook-Gemeinschaft, die binnen eines Wochenendes schon 100 Likes erhaschte und mit Fotos aus dem Gerätehaus der Feuerwehr Selben/Zschepen genauso punktet wie mit kleinen Einblicken ins Privatleben der hübschen Protagonistin. Dahinter steckt Nicky Frankenstein, Feuerwehrfrau und Model.

Spontan vor die Kamera

Rund zwei Jahre Modelerfahrung hat die 25-Jährige bereits vorzuweisen. Sie selbst ging auf Fotografen zu, probierte es einfach mal aus und fand im Modeln eine Leidenschaft. Drei feste Fotografen hat das Naturtalent inzwischen, lässt sich in Fabrikruinen genauso ablichten wie am Löschfahrzeug. Nicky Frankenstein beherrscht das Spiel mit der Kamera ebenso wie das mit der social media. Alles kommt auf ihrer erst ins Leben gerufenen Fanseite locker und natürlich rüber. Postet „Nikita on Fire“, die von Beruf Altenpflegerin ist, aktuelle Bilder, so stapeln sich jetzt die Likes schnell zusammen. Und vor allem gibt es Kommentare wie „Endlich mal eine normale Frau“. Von sich selbst schreibt und weiß Nicky Frankenstein, dass sie keine Frau mit klassischen Modelmaßen ist. Dafür ist die 25 Jahre alte Charakterschönheit der lebende Beweis, dass es auf 90-60-90 wirklich nicht ankommt. Knapp 1,60 Meter groß,

Nicky Frankenstein ist das sympathische Mädchen von nebenan

Nicky Frankenstein ist das sympathische Mädchen von nebenan.

Quelle: Flo Mer Fotografie

eine kleine Tattoolandschaft auf der Haut, weibliche Rundungen genau da, wo sie hingehören und damit ein paar Kilo mehr als jede 08/15-Frauenzeitschrift in ihren drögen und noch immer von Magerkeit dominierten Modestrecken abfotografiert – all das macht Nicky Frankenstein aus. Sie hat Charakter, Charme und Selbstbewusstsein: „Ich stehe zu mir und zu dem, was ich tue“, sagt die 25-Jährige. Die Bilder sind zuweilen erotisch, aber nie platt, es geht nicht um Nacktheit, sondern um Anspruch. Locker und sinnlich zugleich ist das, was Nicky Frankenstein vor allem mit ihrem Stammfotografen Florian Mertzsch schafft. Mal sieht man sie in einem Getreidefeld lächeln wie das Mädchen von nebenan, mal räkelt sie sich halbnackt zwischen Feuerwehrschläuchen. Dann wieder zeigt sie ihre Fortschritte beim Poledance und hängt kopfüber an der Tanzstange, mit diesem Hobby sucht sie den Ausgleich zu Feuerwehr- und Familienleben. Genau dieser Mix kommt an. Lange veröffentlichte die Mutter einer zehn Jahre alten Tochter ihre Bilder nur auf ihrem privaten Facebookprofil, wollte einfach nur ihre Leidenschaft für das Stehen vor der Kamera mit anderen teilen. Irgendwann stapelten sich die Freundschaftsanfragen und Nachrichten auf diesem privaten Profil, wuchs die Neugier und erkannte die 25-Jährige, dass privat besser ganz privat bleiben sollte und die Öffentlichkeit doch ihren Teil abhaben kann. So entstand erst vor Kurzem „Nikita on Fire“.

Keine halben Sachen

Den titelgebenden Spitznamen Nikita schleppt Nicky Frankenstein schon eine Weile mit sich. Aufgewachsen in einer dieser klassischen Feuerwehrdynastien kam sie schon früh mit dem Ehrenamt in Berührung, das heute ihre Leidenschaft ist. Ging die Sirene war das Haus ihrer Eltern schnell wie leer gefegt, rannten Vater und Bruder zum Einsatz. Klein-Nicky blieb damals noch zurück. Als Bruder René dann in die Wehrleitung der inzwischen zusammengelegten Wehr Selben/Zschepen aufstieg, suchte er nach einem Jugendwart, der sich speziell dem weiblichen Nachwuchs annehmen sollte. Das war das Zünglein an der Waage, aus dem Liebäugeln mit der Feuerwehr Nägel mit Köpfen zu machen. So stieg Nicky Frankenstein vor drei Jahren bei der Feuerwehr ein. Und machte keine halben Sachen: Atemschutzgeräteträger ist sie, hat die Maschinistenausbildung, ist Truppführer und wartet auf die Ausbildung zum Gruppenführer. Als einer von drei Jugendwarten betreut sie 17 Nachwuchskräfte, vier davon sind Mädchen – die eigene Tochter tritt gerade in die Fußstapfen der Feuerwehrfrau. Die einzig aktive Feuerwehrfrau bei derzeit 43 Kameraden Selben/Zschepen ist Nicky Frankenstein und darf sich über vollen Rückhalt für ihre Arbeit freuen: „Die Jungs stehen alle hinter mir, ich bin voll akzeptiert.“ So dürfen die Kameraden ihr jetzt auch die Daumen drücken – die Chancen stehen sehr gut, dass Nicky Frankenstein in den Feuerwehrfrauenkalender fürs Jahr 2018 kommt und dann in gedruckter Form mal wieder zeigt, wie schön dieses Ehrenamt eben sein kann.

Von Christine Jacob

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