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Delitzsch Nordsachsen bekommt mehr Personal für die Integration von Flüchtlingen
Region Delitzsch Nordsachsen bekommt mehr Personal für die Integration von Flüchtlingen
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15:00 11.07.2016
Helmut Brenner ist seit Anfang Februar Integrationsmanager im Landkreis Nordsachsen. Quelle: Kay Würker
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Nordsachsen

Jetzt ist es amtlich: Der Landkreis Nordsachsen darf ab dem 4. August zehn Integrationskoordinatoren und eineinhalb Sprachmittler einstellen. Das hat der Sächsische Landtag am 5. Juli mit der Novellierung der seit 2015 bestehenden Förderrichtlinie „Integrative Maßnahmen“ beschlossen.

Für die kommunalen Träger kommt diese Entlastung zur richtigen Zeit: „Wir warten schon seit Längerem händeringend darauf, Personal und entsprechende Mittel für die Integrationsarbeit von Flüchtlingen zu bekommen,“ teilt Rayk Bergner, Sprecher des Landratsamts Nordsachsen, mit.

1500 Asylbewerber leben derzeit im Landkreis Nordsachsen. „Um diesen anerkannten Flüchtlingen in den jeweiligen Kommunen eine Erstunterstützung zukommen zu lassen, ist der Bedarf von zehn Integrationskoordinatoren gegeben“, so Bergner. In welchen Städten und Gemeinde Nordsachsens sie eingesetzt werden, würde sich an der jeweiligen Anzahl der darin lebenden Asylsuchenden bemessen. Bei vielen Unterkünften am selben Ort sei ein Integrationskoordinator beziehungsweise Integrationsmanager auf jeden Fall sinnvoll. „Im Moment kann ich relativ schlecht sagen, welche Unterkünfte davon betroffen sein werden“, sagt der Landkreis-Sprecher. Das muss erst noch konkret festgestellt werden.

Nordsachsen verfügt bereits über einen Integrationsmanager

Helmut Brenner ist seit Anfang Februar Integrationsmanager im Landkreis Nordsachsen. Quelle: Kay Würker

Den ersten Integrationsmanager besitzt Nordsachsen schon seit Februar. Finanziert wird die Stelle zu 100 Prozent aus den Fördermitteln des Freistaats für den Bereich „Fachkraft Integration“. Helmut Brenner, ein ehemaliger Fußballtrainer, initiiert Mikroprojekte, vernetzt bestehende ehrenamtliche Strukturen und akquiriert Fördermittel. Da Brenner für die überregionale Koordination der nordsächsischen Integrationsarbeit zuständig sei, werde sich an seinen Aufgaben trotz künftiger Einstellungen nichts ändern, versichert Bergner.

Neben den 100 Integrationskoordinatoren soll es in ganz Sachsen 15 neue Stellen für Sprach- und Integrationsmittler sowie Dolmetscher geben. Für den Landkreis Nordsachsen bedeutet das ein Zuwachs von 1,5 Beschäftigten.

Auch eine Sprachmittlerin gibt es schon

Seit 1. Dezember 2015 gibt es allerdings schon eine Sprachmittlerin im Landratsamt Nordsachsen. Nadja Mohsen Zaher bietet den Migranten unkomplizierte Alltagshilfe: Sie unterstützt sie bei Gängen zu Behörden oder Ärzten und bei Gesprächen mit Lehrern oder Kitapersonal. Sie dolmetscht dabei nicht Wort für Wort, aber sinnvoll und kultursensibel. Bei Sprachmittlern wird immerhin das Fremdsprachenniveau C1 vorausgesetzt, teilt Katja Mäder, Sprecherin des Sächsischen Staatsministeriums für Gleichstellung und Integration (SMGI), mit.

Dennoch sieht Bergner noch Verbesserungspotenzial: „Der Aufbau eines kommunalen Sprachmittlerpools ist im Landkreis Nordsachsen dringend geboten. Der Landkreis Nordsachsen wird auch hier die sächsischen Fördermöglichkeiten ausschöpfen, die konkrete Anzahl hängt von der bewilligten Förderhöhe ab“, kündigt er an.

Auch Flüchtlinge als Sprachmittler denkbar

Ziel ist, die Flüchtlinge mit guter Bleibeperspektive durch diese Integrationshilfe vor Ort auf kommunaler Ebene so schnell wie möglich in den Arbeitsmarkt zu integrieren, denn meistens hapere es an den Sprachkenntnissen, bekennt Mäder. Flüchtlinge als Sprach- und Integrationsmittler wären denkbar, insofern sie richtig gut sprechen können. Ihrer Erfahrung nach bekämen das manche schon nach neun oder zwölf Monaten in Deutschland hin.

Die Kosten für schon eingestellte Sprachmittler und Integrationskoordinatoren können die Landkreise und Kommunen rückwirkend bis 4. März 2016 einfordern. Im Zuge der Veröffentlichung im Sächsischen Amtsblatt tritt die geänderte Richtlinie „Integrative Maßnahmen“ ab 4. August in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt können die Förderanträge von den Kommunen gestellt werden.

Ein Großteil der Integration passiert in den Kommunen

Allein 11, 5 Millionen Euro will der Freistaat 2016 in die gesamte Integrationsarbeit von Landkreisen und Kreisfreien Städten investieren. Mäder begründet es so: „Ein finanzieller Großteil der Novellierung kommt der kommunalen Ebene zugute, weil Integration natürlich dort hauptsächlich passiert.“

Seit einigen Monaten sei die Kommunikation zwischen Staatsministerium und den Kommunen in vollem Gange gewesen. „Wir wissen, dass zum Beispiel der Landkreis Nordsachsen schon darauf gewartet hat“, bestätigt Mäder. Viele Gemeinden hätten deshalb neue Stellen in diesem Bereich geschaffen, weil sie gewusst haben, dass die neuen Personalkosten rückwirkend erstattet werden würden. „Die Landkreise können das flexibel gestalten“, erläutert Mäder, „dem einen reichen fünf, der andere benötigt zwölf Integrationskoordinatoren.“

Trotz der neuen Richtlinie soll der Informationsfluss zwischen Kommunen und Ministerium nicht abreißen. Die Lage soll regelmäßig ausgewertet und der Bedarf korrigiert werden.

Von Melanie Steitz

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