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Nordsachsen nimmt wöchentlich 20 Asylbewerber und Flüchtlinge auf

Nordsachsen nimmt wöchentlich 20 Asylbewerber und Flüchtlinge auf

Nordsachsen muss wie alle anderen sächsischen Landkreise seit 1. November eine feste Quote Asylbewerber und Flüchtlinge aufnehmen. Unabhängig davon, ob Unterkünfte ausgewiesen sind oder nicht.

Kreisgebiet. Seit dem kommen wöchentlich und noch bis mindestens Jahresende ungefähr 20 Männer, Frauen und Kinder nach Nordsachsen. Die Landkreisverwaltung setzt auf dezentrale Unterbringung und fordert mehr Unterstützung von den Bürgermeistern. Heimlösungen sind nicht ausgeschlossen.

 

 

11 der 34 Städte und Gemeinden des Landkreises haben derzeit Unterkünfte zur Verfügung gestellt. Das Heim in Spröda ist mit 250 Bewohnern voll ausgelastet. Weitere 300 leben in Wohnungen, auch in Delitzsch. Eilenburg hat in dieser Woche weitere 21 Menschen aufgenommen und damit 80 untergebracht. Und auch Taucha und Schkeuditz ziehen mit, dazu ein paar Gemeinden. Bis Jahresende wird der Kreis ungefähr 650 Flüchtlinge und Asylbewerber aufgenommen haben. "Die Zusammenarbeit mit den Bürgermeistern ist ausbaufähig. Längst nicht alle stehen dem Thema aufgeschlossen gegenüber. Wir sind auf die Zusammenarbeit stark angewiesen", sagte Dezernentin Angelika Stoye. Der Landkreis hat inzwischen zwei weitere Mitarbeiter im Bereich Asyl eingestellt und auch Wohnungen angemietet. Auch die Unterbringung in privat vermieteten Wohnungen ist möglich. In anderen Landkreisen wurden auch schon Hotels oder Schulen belegt. Priorität habe die Abstimmung mit den Bürgermeistern. "Wir setzen die Gespräche in den Gemeinden in der nächsten Woche fort. Es gibt auch noch die Jahre 2014 und 2015. Der Zustrom wird nicht abreißen", so Stoye.

Die Bürgermeister sind auch gefordert, wenn es darum geht, die Bevölkerung zu sensibilisieren, aufzuklären. Wohnungen sind akzeptabler als Gemeinschaftsunterkünfte. Aber auch die sind laut Stoye "noch nicht vom Tisch". In Rakwitz hat sich inzwischen der Betreiber des ehemaligen Lehrlingswohnheimes (wir berichteten) verabschiedet. Aufgrund mangelnder Beteiligung hat die Landkreisverwaltung den Vertrag mit der Firma aus Hessen gekündigt. Immobilie und Gelände gehören nach wie vor dem Landkreis. "Momentan sind keine Baumaßnahmen geplant. Das kann sich schnell ändern. Auch Gemeinschaftsunterkünfte werden geprüft", erzählte die Dezernentin. Rackwitz stellt ab 1. Dezember die erste Wohnung zur Verfügung. Der Landkreis erstellt zudem ein neues Konzept. Die neuen Landkreis-Bewohner sprechen meist kein Deutsch, sie brauchen Betreuung und Unterstützung, um im Integrationsprozess voran zu kommen. Sie stammen unter anderem aus Algerien, Indien, Irak, Iran, Ägypten, Kosovo, Libanon, Libyen, Pakistan, Syrien, Tunesien, Türkei, Vietnam, Armenien, Russische Föderation, Marokko und Mazedonien. Der Wille zum Helfen ist da. Die Liga der Wohlfahrtsverbände will die Betroffenen beispielsweise zu ihren Weihnachtsfeiern einladen.

Pro Bewerber gibt es 1800 Euro im Quartal. Allein 1400 davon müssen als Taschengeld ausgezahlt werden. Von den restlichen 400 müssen Unterkunft, Verpflegung und Bekleidung finanziert werden. "Unauskömmlich", sagt Stoye diplomatisch. Der Freistaat hat Hilfe zugesagt, ohne bisher zu sagen wann und wie viel. Das Minus im Kreishaushalt wächst. © Seite 31

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.11.2013
Frank Pfütze

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