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Nordsachsens Landrat Emanuel kritisiert Lehrgangsvergaben

Treffen mit Wehrleitern Nordsachsens Landrat Emanuel kritisiert Lehrgangsvergaben

Traditionell traf sich Nordsachsens Landrat Kai Emanuel mit Wehrleitern zum Gedankenaustausch. Von ihm selbst wurde kritisiert, dass es nach wie einen Engpass beim Bereitstellen von Lehrgängen gibt. Die Wehrleiter ihrerseits hoffen, dass ihre eingereichten Projekte finanzierbar sind und den Weg auf die Prioritätenliste finden.

Feuerwehrleute mit Spezialausrüstung sind in Delitzsch im Einsatz, als es in einem Seniorenheim zu einem Chemieunfall kommt.

Quelle: Wolfgang Sens

Eilenburg. Das ist Traditionspflege: Auch in diesem Jahr lud Nordsachsens Landrat Kai Emanuel (parteilos) die Wehrleiter, die Vertreter der Kreisfeuerwehrverbände Delitzsch und Torgau/Oschatz sowie Jugendfeuerwehrwarte zu einem Gedankenaustausch ein. Dabei ging es ehrlich und kritisch zu.

Brief an das Innenministerium

So ist beispielsweise aus Sicht des Landrates die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr- und Katastrophenschutzschule in Nardt weiterhin unbefriedigend, die zugeteilten Lehrgangsplätze unzureichend. Bei den ABC-Lehrgängen ist bisher noch nicht einmal ein Drittel des Bedarfes gedeckt. In einem Brief an das sächsische Innenministerium habe er nochmals deutlich auf diese Misere hingewiesen und Veränderungen gefordert. „Ich habe bis heute noch keine Antwort“, teilte Emanuel den anwesenden, zumeist ehrenamtlichen Uniformträgern mit. Er bat die Kreisfeuerwehrverbände in dem Zusammenhang um noch mehr Unterstützung.

46 Lehrgänge mit Kreisausbildern

Deutlich besser sieht es aus mit Lehrgängen, die von den Kreisausbildern, finanziert durch den Landkreis, gehalten werden. Im vergangenen Jahr waren das 46 Lehrgänge, bei denen 550 Kameraden qualifiziert wurden. Zudem wurden 2200 Sprechfunker ausgebildet. Nordsachsen verfügt über 58 ehrenamtliche Kreisausbilder, die diese Tätigkeit noch neben ihren Diensten in den Feuerwehren leisten.

Übungsszenario 2017: Blackout

Diese Aus- und Weiterbildung der Feuerwehrleute sei die Basis dafür, dass die Einsätze erfolgreich bewältigt werden können, hieß es. Dazu dienten auch Übungen. 2016 wurde die Anzahl bewusst klein gehalten, weil die Umstellung auf die Integrierte Rettungsleitstelle in Leipzig (IRL) erfolgte. 2017 ist die Zahl der Übungen wieder angestiegen. Eine größere ist beispielsweise für den September geplant. In diesem Jahr will sich der Landkreis vor allem mit einem Szenario beschäftigen: Blackout, ein großflächiger Stromausfall.

Bei 86 Einsätzen Menschen gerettet

2016 gab es insgesamt 2300 Feuerwehreinsätze in Nordsachsen, bei 86 Einsätzen konnten Menschenleben gerettet werden, betonte der Landrat. Dass es bei den Alarm- und Ausrückeordnungen noch einer Überarbeitung bedarf, wusste Emanuel. Die sei jetzt auch erfolgt. Allerdings habe es bei der Datenpflege Verzögerungen gegeben, wie Kreisbrandmeister Ingo Weber einräumte. Die Zuarbeit der einzelnen Wehren konnte nicht fristgerecht abgeschlossen werden. Deshalb könnten die neuen Alarm- und Ausrückeordnungen erst im August wirksam werden. Die Wehrleiter versprechen sich von der Überarbeitung einen deutlich effektiveren Einsatz der Kräfte und Mittel.

Personalengpass in der Leitstelle

Es kam wieder die Frage auf, warum sich Delitzsch von seiner funktionierenden Leitstelle trennen musste. „Wir hatten das Heft des Handelns leider nicht mehr in der Hand“, betonte Angelika Stoye, Ordnungsdezernentin im Landkreis. Landrat Emanuel fügte hinzu: „Mit unserer Leitstelle hätte wir gut leben können.“ Von den Wehrleitern kam an dieser Stelle der Einwurf, dass es offenbar Personalengpässe in der Leitstelle gäbe. Die Qualifikationsanforderungen an einen dortigen Mitarbeiter seien sehr hoch, hieß es. Die Frage, ob diese unbedingt erforderlich seien, soll auch auf Anregung von Nordsachsen jetzt geprüft werden.

Prioritätenliste für Investitionen

Der Landkreis bekommt vom Freistaat in diesem Jahr 1,83 Millionen Euro für das Feuerwehrwesen, das sind 200 000 Euro mehr als 2016. Die 81 bereits jetzt eingereichten Vorhaben machen aber im Gesamtvolumen bereits 2,8 Millionen Euro aus, hieß es. Deshalb soll eine Prioritätenliste aufgestellt werden. Investiert werden soll vor allem in den Bau von Gerätehäusern, in neue Atemschutztechnik, vielleicht aber auch in den 16 Jahre alten Eilenburger Brandübungscontainer.

Von Ditmar Wohlgemuth

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Eilenburg
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