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Nordsachsens Landrat genießt Ruhestand

Interview Nordsachsens Landrat genießt Ruhestand

Es ist heute tatsächlich schon wieder zwei Jahre her, seit Nordsachsens Landrat Michael Czupalla (damals 65, CDU) auf die berufliche Zielgerade eingebogen ist. Am 26. August 2015 hatte der Schenkenberger seinen letzten Arbeitstag. Zuvor hatte ihn Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) beim offiziellen Festakt im Bad Dübener Heide Spa verabschiedet.

Michael Czupalla.

Quelle: Alexander Bley

Delitzsch . Es ist heute tatsächlich schon wieder zwei Jahre her, seit Nordsachsens Landrat Michael Czupalla (damals 65, CDU) auf die berufliche Zielgerade eingebogen ist. Am 26. August 2015 hatte der Schenkenberger seinen letzten Arbeitstag. Im Interview mit der Kreiszeitung spricht er über neu gewonnene Freizeit, Familie und den Normenkontrollausschuss, dem er vorsteht.

Es ist schon wieder zwei Jahre her, seit sie aus dem Amt geschieden sind. Wie ist es Ihnen in dieser Zeit ergangen?

Sehr gut. Das Wichtigste ist die Gesundheit und ich bin gesund. Wichtig ist aber auch, dass ich aktiv bleibe. Das funktioniert. Ich arbeite noch keine Zettel ab, wo draufsteht, was ich alles machen soll.

Sie sehen drahtig aus, kein Gramm Fett zu viel, der Waschbärbauch lässt sich nur erahnen. Wie halten Sie sich fit?

Ich habe Glück, muss nicht viel Sport machen, mit ein bisschen Disziplin kriege ich das hin.

Hat Sie der Ruhestand verändert?

Das müssen andere entscheiden. Ich denke nicht. Ich lese die Leipziger Volkszeitung jetzt anders als noch vor zwei Jahren und in den 25 Jahren davor.

Sie waren ja immer ein kritischer Leser. Für wie viel Puls sogt den die LVZ heute beim Lesen bei Ihnen?

Ich bin lockerer geworden, schmunzle heute viel öfter beim Lesen. Und ich lese gerne. Nicht im Tablet, ich muss die Zeitung in der Hand halten.

Würden Sie gerne wieder Landrat sein, fehlen Ihnen Öffentlichkeit und Action?

Nein! 25 Jahre waren genug. Ich erinnere mich vor allem an das Positive. Aber jetzt ist eine neue Zeit für mich angebrochen und ich genieße es, darüber zu entscheiden, wie ich meine Zeit verbringen möchte. Ich freue mich auch über jede Einladung, die ich bekomme.

Sie haben Wort gehalten und sich nicht aufgedrängelt. Sind Sie zufrieden, wie Ihr Erbe verwaltet wird?

Selbstverständlich. Der Generationswechsel findet auf vielen Ebenen statt. Der Übergang ist gelungen. Nordsachsen entwickelt sich weiter, immer mehr Leute ziehen auch nach Nordsachsen. Die Infrastruktur stimmt. Alles in Ordnung.

Wie sieht der heutige Kontakt zu Landratsamt und ehemaligen Mitstreitern aus?

Man trifft sich auf Veranstaltungen und bei gemeinsamen Terminen. Ich bin ja auch noch gut unterwegs und treffe dann auf verschiedene ehemalige Mitarbeiter. Natürlich spreche ich auch mit meinem Nachfolger Kai Emanuel, wir haben ein gutes Verhältnis, das Klima stimmt, so soll es ja auch sein.

Gibt es etwas, das Ihnen gar nicht gefällt?

Da fällt mir spontan nichts ein. Es steht mir wohl auch nicht zu, jetzt noch etwas zu kritisieren.

Ihr Pressesprecher Rayk Bergner ist inzwischen Oberbürgermeister von Schkeuditz. Haben Sie schon gratuliert?

Selbstverständlich.

Und was haben Sie ihm gesagt?

Jetzt musst Du liefern!

Wie gefällt es Ihnen inzwischen Zu Hause in Schenkenberg?

Ich bin hier in der Gegend groß geworden, habe hier Fußball gespielt und rumgetollt. Es ist meine Heimat und ich will auch hier bleiben. Ein toller Ort. Ich hoffe, dass unsere Ortsvorsteherin Gudrun Fritzsch noch lange Ortsvorsteherin bleibt. Schenkenberg ist ein schöner Ort zum Leben.

Haben Sie Ihre Fertigkeiten an Herd und Rasenmäher inzwischen gefestigt?

Rasenmäher musste ich üben, das klappt inzwischen. Herd kann ich schon länger.

Ihre Partnerin ist als Ärztin noch voll berufstätig. Vereinsamen Sie da nicht in den eigenen vier Wänden?

Nein, wir haben eine ordentliche Gewaltenteilung. Ich musste natürlich auch zurückstecken und muss jetzt auch mehr Rücksicht nehmen. Und wenn ich lange Weile habe, bin ich selber dran schuld.

Schmieren Sie ihr auch mal die Stullen für die Arbeit und steht das Essen abends auf dem Tisch?

Nicht unbedingt. Aber in der Küche kenne ich mich aus. Ich räume auch auf und weg und den Spüler ein und aus.

Wie vertreiben Sie sich die viele Zeit?

Ich komme nach wie vor mit wenig Schlaf aus und stehe früh pünktlich auf. Dann habe ich einen geregelten Ablauf, der keine lange Weile aufkommen lässt.

Was ist aus Ihren Plänen geworden, die Sie vor zwei Jahren noch gar nicht hatten? Was machen Sie mit der vielen Zeit?

Ich bin ja nach wie vor Vorsitzender des Normenkontrollausschusses. Dann bin ich Vorsitzender der Sparkassenstiftung Torgau-Oschatz. Im Auftrag des Ostdeutschen Sparkassenverbandes nehme ich die Aufgabe als Bach-Chorherr, das ist eine Stiftung für Bach in Leipzig, wahr. Ab und zu moderiere ich auch mal eine Veranstaltung.

Wann das nächste Mal?

Beim Hoffest auf dem Kartoffelhof Lienig Anfang September in Döbernitz.

Sind das ehrenamtliche Tätigkeiten?

Im Prinzip ja. Für die Arbeit im Normenkontrollausschuss gibt es eine Aufwandsentschädigung.

Was machen Sie als Vorsitzender des Normenkontrollausschusses?

Einmal im Monat finden Sitzungen im Justizministerium in Dresden statt. Zwischendurch gibt es bei Bedarf weitere Zusammenkünfte. Wir überprüfen in diesem Gremium geplante gesetzliche Vorhaben der Landesregierung – Gesetze, Rechtsverordnungen und Verwaltungsvorschriften – vor Erlass ob ihrer Folgen und Auswirkungen. Es geht unter anderem um eine frühzeitige genaue Vorstellung, welche Kosten Bürgern, Unternehmen und Verwaltung durch eine Umsetzung entstehen würden. Damit könnten nachteilige und später zutage tretende Nebeneffekte erkannt und vermieden werden.

Sie sind also immer noch gut unterwegs. Könne Sie sich vorstellen, die öffentliche Bühne noch einmal zu betreten?

Nein. Das Kapitel ist abgeschlossen. Ich passe vielmehr auf, dass es nicht zu viel wird. Noch mache ich gerne, was ich mache. Und öffentliche Bühne ist für mich mitunter überall.

Wie das?

Wir haben kürzlich eine große Schiffsreise gemacht. Da kannten mich tatsächlich andere Passagiere und haben mich angesprochen. Das ist in Ordnung so, damit kann ich leben.

Was würden Sie gerne noch machen und erreichen in Zukunft?

Meine Pläne sind inzwischen sehr familiär geworden. Ich bin in diesem Jahr, nein anders, Anfang des Jahres ist der erste Enkel gekommen. Ich pflege enge Kontakte und Freundschaften, genieße die Zeit mit der Familie und in der Herrenrunde. So wie es ist, ist es schön, so soll es noch möglichst lange bleiben.

Von Frank Pfütze

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