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Delitzsch Nordsachsens Mühlenpreisträger 2017 stehen fest
Region Delitzsch Nordsachsens Mühlenpreisträger 2017 stehen fest
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09:24 10.04.2017
Die Mühle als Motiv für den Preis, der jährlich von Landkreis, Sparkasse und LVZ für Engagement im Ehrenamt verliehen wird. Zu finden ist die Mühle auf einer Keramikuhr, die in der Behindertenwerkstatt Eilenburg entstanden ist. Quelle: Foto: Manfred Lüttich
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Nordsachsen

Jahr für Jahr in der Osterzeit geben der Landkreis Nordsachsen, die Sparkasse Leipzig und die Leipziger Volkszeitung Antwort auf eine immer wieder spannende Frage: Wer wird Mühlenpreisträger? 2017 zum 19. Mal. Seit Freitagabend stehen die Namen fest. Wie in den Vorjahren war es an LVZ-Regionalverlagsleiterin Kerstin Friedrich, diese als Moderatorin der Festveranstaltung im Eilenburger Bürgerhaus zu verkünden.

Die Sieger sind: Sabine Sprechert (Kategorie KulturLandschaft) aus Wölkau, Detlef Porzig (Sport) aus Taucha, Joachim Koppatz (Soziales) aus Eilenburg und Oliver Kläring (Frischer Wind) aus Krostitz. Sie bekamen als Anerkennung für ihre ehrenamtliche Arbeit die in der Behindertenwerkstatt Eilenburg geschaffenen Keramik-Uhren plus 500 Euro.

41 Vorschläge für die vier Kategorien gab es, 23 davon waren neu. Diese Zahl wiederum spricht für die große Beteiligung bei den Neu-Vorschlägen. Die meisten Anträge gab es für den Bereich KulturLandschaft (15), die wenigsten für den Frischen Wind (8). Dennoch konnte gerade letztere Kategorie im Vergleich zum Vorjahr von einem gewissen Aufwind profitieren.

Dass mit Eilenburg, Wölkau, Taucha und Krostitz geografisch gesehen die Orte der Sieger wie bereits im Vorjahr ausschließlich im westlichen Teil des Landkreises zu finden sind, ist Zufall. Die Jury mit Vertretern der Ausrichter, von Stadtverwaltungen und Verbänden muss ein streng vorgegebenes Punktesystem einhalten. Wer am Ende die wenigsten Zähler hatte, stand auf Platz 1.

Landrat Kai Emanuel (parteilos) nutzte den Festakt für eine Sonderehrung mit dem Ehrenamtspreis. Die Auszeichnung ging an die langjährigen Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehren Eilenburg, Gunter Kneiß, und Torgau, Reiner Reimann. Beide wurden in diesem Jahr in den Ruhestand verabschiedet.

Kategorie KulturLandschaft

Sabine Sprechert Quelle: Archiv/Manfred Lüttich

Sabine Sprechert (52) ist Gründungsmitglied des Vereins Patronatskirche Kunst und Kultur Wölkau und führt seit 14 Jahren den Vorsitz. Sie hat unzählige Stunden zur Organisation, Durchführung und Unterstützung der kulturellen Veranstaltungen des Vereins in der Kirche aufgebracht. Und das ist keine Selbstverständlichkeit. Denn in der Gemeinde und speziell im Ortsteil Wölkau ist es schwer, an die Traditionen des Kulturlebens anzuknüpfen.

Sabine Sprechert aber schafft es immer wieder, die Leute zu motivieren und neue Projekte durchzuführen, wie das der Hausschilder, bei dem an die verschiedenen Gewerke im Ort erinnert werden soll. Seit zwei Jahren steht der 300. Geburtstag von Christian Fürchtegott Gellert in ihrem Fokus, seit 2015 kümmert sie sich intensiv um die Organisation des Gellertabends. Sie hat entscheidend dazu beigetragen, die Patronatskirche über die Kreisgrenzen hinaus bekannt zu machen und engagiert sich bei der Blutspende-Aktion, die sie mit zwei Helfern 2014 ins Leben gerufen hat.

Kategorie Frischer Wind

Oliver Kläring Quelle: privat

Oliver Kläring (34) aus Krostitz setzte bereits mit 15/16 Jahren seine Kraft als Übungsleiter, Helfer und Sportorganisator ein. Bei Landesmeisterschaften in der Leichathletik errang er für den Krostitzer Sportverein Meistertitel, später sogar den „Deutschen Polizeimeister“ im Kugelstoßen. Ab dem 18. Lebensjahr und nach Qualifizierungen als Übungsleiter betreute er im Zusammenwirken mit dem Jugendclub eine Gruppe „sportschwacher“ Jugendlicher, verhalf diesen zu respektablen Leistungen und führte sie zur Mitgliedschaft im Verein.

Seine Fähigkeiten, sein organisatorisches Talent und seine Autorität werden sehr geschätzt. Er organisiert jährlich mehrere verlängerte Sportwochenenden und mehrfach gesellige Jugendabende. 2006 gründete er die Abteilung „Keltisch-germanischer Rasensport“ und startet sehr erfolgreich mit seinen Sportlern bei nationalen und internationalen Wettkämpfen. Seit 2007 findet unter seiner Leitung und mit Unterstützung der Gemeinde der „Krostitzer Keltische Abend“ statt, eine Wochenend-Veranstaltung mit bundesweiten Wettkämpfen der keltischen Kraftsportler „Krostitzer Berserker“. Trotz Schichttätigkeit und Einsätzen bei der Polizei ist sein ehrenamtlicher nimmermüder Einsatz auch im Kreistag besonders lobenswert.

Kategorie Soziales

Joachim Koppatz Quelle: Manfred Lüttich

Joachim Koppatz (70) gilt als couragierter Eilenburger Bürger, welcher sich besonders durch sein langjähriges soziales Engagement verdient gemacht hat. Vor allem im Bereich der Flüchtlingshilfe hat er eine Vorreiterrolle eingenommen und ist frühzeitig persönlich aktiv geworden. Koppatz unterstützt asylsuchende Menschen in alltäglichen und bürokratischen Angelegenheiten und sucht auch nach Möglichkeiten, integrativ auf die Flüchtlinge einzuwirken.

Besonders lobenswert ist die große Ausdauer und die damit verbundene Nachhaltigkeit seines Einsatzes für die schutzsuchenden Familien, welche er zum Teil über Jahre begleitet. Als ehemaliger Geschäftsführer der Behindertenwerkstatt Delitzsch hat er sich auch beruflich sozialen Bereichen gewidmet und bringt sich seit Jahren ehrenamtlich in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Eilenburg ein, deren Gemeindeleiter er heute ist.

Kategorie Sport

Detlef Porzig Quelle: Olaf Barth

Hartnäckigkeit zahlt sich aus. Das haben die Tauchaer bewiesen, die seit Jahren an ihrem Vorschlag dranbleiben, Detlef Porzig mit dem Mühlenpreis auszuzeichnen. Und das mit vereinter Kraft, neben der TSG 1861 stehen auch der Heimatverein, Bürgermeister Tobias Meier und Sigrid Wagner dahinter. Detlef Porzig (73) ist seit 1970 ehrenamtlich tätig im Sportverein, seit 1970 Abteilungsleiter Volleyball und Mitbegründer der Abteilung Heimatverein Taucha. Seit 1990 ist er Leitungsmitglied, seit 2009 Geschäftsführer.

Er bringt sich seit 1970 aktiv ein und wurde 1999 mit der „Silbernen Ehrennadel“ und 2004 mit der „Goldenen Ehrennadel des Landessportbundes Sachsen ausgezeichnet. Trotz oftmals schwieriger Hallenbedingungen bis zum Bau der Mehrzweckhalle trug er entscheidend zum Bestand der Abteilung Volleyball und ihrer Entwicklung bei. Er erarbeitete die Festschrift zum 140-jährigen Jubiläum seines Sportvereins. Er wirkte außerdem am Buch „1999–2009 in der Chronik geblättert“ des Fußballvereins SG Taucha 99 e.V. mit. Für viele gilt der Stadt- und Kreisrat auf Grund seiner vielfältigen ehrenamtlichen Tätigkeit als „Tauchaer Urgestein“. Anlässlich seiner intensiven und verdienstvollen 45-jährigen ehrenamtlichen Tätigkeit in seiner Abteilung und im Verein wurde er zum Ehrenmitglied vorgeschlagen und bestätigt.

Mehr über die Festveranstaltung zur Vergabe des Mühlenpreises lesen Sie hier.

Von Kathrin Kabelitz

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