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Delitzsch Nordsachsens Telefonzellen sind vom Aussterben bedroht
Region Delitzsch Nordsachsens Telefonzellen sind vom Aussterben bedroht
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15:00 06.02.2016
Um diese Telefonzelle in der Delitzscher Puschkinstraße wird’s bald noch einsamer. Im Herbst soll vor Ort ein weiterer Block abgerissen werden. Quelle: Wolfgang Sens
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Nordsachsen

Die größten Todfeinde der Telefonzellen sind Handys und die Einsamkeit, frei nach Max Raabe: Kein Schwein ruft mehr an. Eine stichprobenartige Spurensuche dieser Zeitung deckt Unsicherheiten auf. „Wir haben hier in der Stadt keine aktuelle Übersicht, wo noch Telefonhäuschen sind“, teilt beispielsweise eine Sprecherin des Oschatzer Rathauses mit. Die Telekom hat sie auch nicht. In Delitzsch erstreckt sich die Zellstruktur laut Rathausliste auf sechs Kabinen: Markt, Roßplatz, Puschkinstraße, Unterer Bahnhof, Eilenburger Straße und Benndorf. Doch Theorie und Realität klaffen auseinander – das Telefonhäuschen in der Eilenburger Straße wurde vor ein paar Tagen abtransportiert. Die Stadtverwaltung ist nach eigenem Bekunden darüber nicht informiert.

Dabei beteuert die Telekom, dass sie definitiv die Kommunen frage, bevor unwirtschaftliche Zellen demontiert werden. „Die Telekom darf Städte und Gemeinden wegen eines Abbaus ansprechen, wenn öffentliche Fernsprecher einen Umsatz von 50 Euro pro Monat unterschreiten und somit vor Ort der Wunsch nach einer Grundversorgung offensichtlich nicht mehr besteht“, erklärt Telekom-Sprecher Markus Jodl. Strom, Standortmiete und Wartung für die Zelle könnten dann gespart werden. Wenn die Gemeinde trotzdem an einem Standort festhalten möchte, werde das aber berücksichtigt. So etwa im Delitzscher Ortsteil Benndorf, wo der Ortschaftsrat die Trennung verweigerte.

Und wer Sentimentalitäten privater Natur hegt: Ausgediente Telefonzellen sind käuflich. Je nach Typ und Zustand ab 300 Euro aufwärts. Für nähere Infos aber bitte nicht anrufen. Lieber mailen: info@telekom.de.

Von Kay Würker

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