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Nostalgische Motorradklänge ertönen

Nostalgische Motorradklänge ertönen

Nostalgischer Motorenklang in voller Amplitude schallte am Wochenende entlang der Löbnitzer Flugplatzstraße. Nach den letzten beiden AWO-Treffen in den Jahren 1988 und 1989 zückten sich nun nach einem Vierteljahrhundert erneut die Nockenwellen.

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Beim 200 Meter langen Demonstrationslauf schwenkt Robert Mieth die Startfahne.

Quelle: Alexander Prautzsch

Löbnitz. Am Sonnabend duellierten sich ab 13 Uhr 28 der insgesamt über 100 Viertaktfreunde auf ihren zum Teil rund 50 Jahren alten Schmuckstücken. Nach einer kurzen Aufwärmphase ging es für sie auf einer 200 Meter langen Geraden zu einem Demonstrationslauf.

Selbst am Ziel konnte man mit dem Schwenken der karierten Startfahne unweigerlich auch die herannahende Geräuschkulisse vernehmen. Kopf an Kopf drehten die Hobbyrennfahrer am Gashahn und suchten den perfekten Schaltpunkt. Hinter dem Absperrband gaben sich ehemalige ostdeutsche Motorsportlegenden, wie der 1932 geborene Helmut Weber und Egon Schulz, in Gartenstühlen den Motorklängen hin, stiegen aber nicht noch einmal selbst auf die Maschinen.

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Löbnitz. Nostalgischer Motorenklang in voller Amplitude schallte am Wochenende entlang der Löbnitzer Flugplatzstraße. Nach den letzten beiden AWO-Treffen in den Jahren 1988 und 1989 zückten sich nun nach einem Vierteljahrhundert erneut die Nockenwellen.

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In alter Gedächtnisgräberei erinnerten sich die beiden gemeinsam mit ihrem Komparsen Frank Dietrich an die Zeit als Werksfahrer der in Suhl gebauten Motorräder. Bei dem gelernten Kfz-Elektriker begann dies einst mit einer RD 152, die er im "Rackwitzer Aluwerk" wieder flottgemacht hat. Letztendlich galt Weber von 1952 bis 1965 als Profirennfahrer und auch in der damaligen BRD als Aushängeschild für die ostdeutschen Zweiradfabrikate. Dadurch hatte er auch die Möglichkeit, außerhalb der DDR an den Start gehen zu können. Jedoch lief es auch für Helmut Weber nicht immer nach Wunsch. Als er 1958 den Titel des DDR-Meisters errang, gefiel dies der damaligen Regierung nicht sonderlich und aufgrund einer fehlenden Parteimitgliedschaft wurde ihm dieser Titel so schnell wie er ihn errungen hatte, auch wieder aberkannt. Was ihn als Inhaber der A-Lizenz natürlich in aller Munde hielt.

Doch auch das Hier und Jetzt spielte bei den drei Freunden eine Rolle. So amüsierten sie sich über die perfekten Bedingungen der an ihnen vorbei zischenden Fahrer. "Wir sind früher noch auf Katzenköpfen, also Pflastersteinen, gefahren", erinnerte sich Weber. Bei den maximal 31 PS der letzten Baureihen verlangte das einiges an fahrerischem Können. Ein kleiner Fahrfehler konnte bei feuchten Pflastersteinen schließlich schnell zum Sturz führen, der Helmut Weber aber zum Glück während seiner Laufbahn immer erspart blieb. Nicht so wie einem ehemaligen Fahrer, der am Wochenende im Rollstuhl an den knatternden Maschinen vorbei rollte.

An viele dieser Geschichten, die die Menschen mit ihren Zweitaktern schrieben, wurde dann noch bis 4 Uhr morgens das eine oder andere Mal erinnert. Denn so lange dauerte das gemütliche Beisammensein der rund 100 Motorradfans im Löbnitzer Reitstadion.

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.08.2014

Alexander Prautzsch

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