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Delitzsch OBM Manfred Wilde: „Das erfolgreichste Jahr seit 2000“
Region Delitzsch OBM Manfred Wilde: „Das erfolgreichste Jahr seit 2000“
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00:00 16.01.2010
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Freitagabend riss er die wichtigsten Fakten beim Neujahrsempfang der Großen Kreisstadt an. Delitzsch blicke laut Wilde auf das erfolgreichste Wirtschaftsjahr – in Bezug auf Arbeitsmarkt, Investitionen und Tourismuszahlen – seit dem Jahrtausendwechsel. „Was die viel bemühte Wirtschaftskrise angeht, kann ich stolz von einer völlig gegenläufigen Entwicklung berichten“, so Wilde. Die Gründe sehe er vor allem im ausgeprägten und leistungsstarken Mittelstand, mit dem seine Stadt gesegnet sei. Delitzsch sei hingegen kein großer Standort der krisengeschüttelten Automobil oder -zulieferindustrie. Als wesentliche Standbeine dieser Entwicklung bezeichnete Wilde das Schienenfahrzeugwerk, das eine neue Fotovoltaikanlage installiert hat. Frunol Delicia nahm eine neue Extruderanlage in Betrieb. Die Schokoladenfabrik eröffnete einen neuen Verkaufsraum und setzt auf eine neue Fertigungsanlage für eine Million Euro. Das Schienenfahrzeugwerk (235 Beschäftigte), das Schokoladenwerk (160) und das Ursa-Dämmstoffwerk (150) zählen zu den größten Arbeitgebern der Stadt. Aber auch das Engagement im Gewerbegebiet Südwest würdigte der OBM. Und nannte unter anderem und stellvertretend Ebrosia (Wein- und Feinkost), das Wellpappenwerk Smurfit Kappa, den Fleisch- und Wurstproduzenten Meemken und die Druckerei Schimmer. „Wir haben zudem den Standort kultiviert und Flächen an einen Landwirt verpachtet, der sie sauber hält, bis wir sie für Investoren benötigen“, sagte Wilde. DSL, das schnelle Internet, sei ein wunder Punkt. Ab April/Mai hofft der Stadtchef, legt die Telekom im Gewerbegebiet los. Am 1. Januar 2009 gab es 1983 Unternehmen im sogenannten aktiven Gewerbe in der Stadt. Ende des Jahres standen 2006 zu Buche. Damit setzte sich der positive Trend fort. Delitzsch registrierte im Vergleich zum Jahr 2008 einen Anstieg der Gewerbesteuereinnahmen von 3,6 auf 3,8 Millionen Euro. Im Haushaltsansatz dieses Jahres gehen die Schätzungen von 3,5 Millionen Euro aus. Wilde: „Auch das sind gute Zahlen, mit denen sich Delitzsch vom Umfeld unterscheidet.“ Die Delitzscher Gewerbegebiete Südwest und Rödgen sind im Angebotspool des Freistaates Sachsen gelistet. Zu den Bearbeitern bestehe permanenter Kontakt, um Standorte bei entsprechenden Anfragen im Fokus zu halten und präsentieren zu können. Die Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises bezeichnete Wilde als „optimal organisiert“. Der OBM sprach davon, dass sich Sachsen-Anhalt zu einem starken Konkurrenten entwickelt hat. „Der Blick nach Sachsen-Anhalt lohnt sich. Dort wird viel flexibler reagiert, da ist Sachsen noch zu starr. Zudem lockt das Nachbarland mit günstigeren Angeboten und Grundstückspreisen“, so Wilde. Hier in Sachsen sind die Grundstückspreise seit über 17 Jahren gedeckelt. Es ist also ein Mindestpreis festgelegt, unter dem nicht verkauft werden darf, weil sonst Fördermittel zurückgezahlt werden müssen. Das sei ein Riesenvorteil für Anhalt. „Darauf sollte Sachsen reagieren“, regte der OBM an. Für die sechs Hotels und anderen Vermieter der Stadt war 2009 erfolgreicher als das Jahr 2008. Die durchschnittliche Auslastung der Betten hat sich von 31,2 auf 39,9 Prozent um knapp neun Punkte erhöht. Zwei Hotels konnten eine Auslastung an der 50-Prozent-Marke aufweisen. Die Anzahl der Arbeitslosen in der Stadt Delitzsch ging von 2252 (1. Januar 2009) auf 2173 (31. Dezember) um 79 zurück. Hier werde die Entwicklung vom traditionell hohen Anteil Pendlern geprägt. Wilde sieht diese Zahlen vor allem als gute Ausgangssituation für dieses Jahr. In seinem Terminkalender stehen neben zahlreichen Firmenbesuchen unter anderem auch zwei Wirtschaftsstammtische.      

Frank Pfütze

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