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Delitzsch Ob jung, ob alt, ob nah oder fern: Der Mensch ärgert sich nicht gern
Region Delitzsch Ob jung, ob alt, ob nah oder fern: Der Mensch ärgert sich nicht gern
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14:39 13.02.2017
Nicht nur verschiedene Generationen, sondern auch Nationen fanden beim 22. Mensch-ärgere-dich-nicht-Turnier in Badrina zueinander. Quelle: Manuel Niemann
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Badrina

Klack, Klack, Klack: Im Sekundentakt prasseln die Spielwürfel auf die acht Tischflächen. An sechs davon sitzen sich je vier Spieler gegenüber. An zweien würfelt man nur zu Dritt. Dazwischen immer das gleiche Spielbrett: Mensch ärgere dich nicht! In Margits Parkküche in Badrina spielt man das Spiel, mit dem viele – auch die älteren Teilnehmer – Kindheitserinnerungen verbinden, am Samstag nach Turnierregeln: Zwei Runden, wer gegen wen wird zuvor jeweils ausgelost. Während des Spiels besteht „Schlagpflicht“. Wer die übersieht, muss seine Spielfigur statt die gegnerische aus dem Spiel nehmen.

Zeitvertreib unter Soldaten

Das erinnert an das militaristische Umfeld, das dem Spiel zum Durchbruch verhalf: Ein Zeitvertreib für Soldaten im Ersten Weltkrieg. „Raus!“ hieß es später in der DDR. Volker Tiefensee (CDU), Schönwölkauer Bürgermeister, Mitglied des Landtags und Vorsitzender des Badrina-Scholitzer Heimatvereins erinnert sich in der Spielpause an seine Zeit als Bausoldat in der Nationalen Volksarmee: „Ein herrlicher Zeitvertreib: Da haben wir sogar mit Vor- und Rückwärtsschlagen gespielt. Das dauerte zweieinhalb oder drei Stunden, und wir wurden nie so richtig fertig.“ Doch Zeit totgeschlagen oder gar verbissen gegeneinander gekämpft, wird unter den 29 Teilnehmern nicht. Die Freude am Spiel steht im Vordergrund.

Gelebte Integration

„Ich lebe im Pflegeheim in Delitzsch und das macht mir Spaß“, erzählt die 79-Jährige Gisela Huke. Sie ist die Älteste im Wettkampf. Früher habe sie selbst die Senioren im Verein betreut, nun nimmt sie das Turnier als willkommene Gelegenheit, in ihrem alten Heimatort vorbeizuschauen. Es wird zum 22. Mal ausgetragen, früher noch unter Beteiligung der anderen Ortsteile Schönwölkaus. Dort entscheidet am Ende das Würfelglück. Volker Tiefensee muss sich nach zwei Runden im Stechen Wolfgang Koch geschlagen geben. Hartmut Försterling erringt danach den dritten Platz. Leer geht trotzdem keiner der Spieler, die aus Badrina selbst und den umliegenden Gemeinden, aber auch aus Afghanistan, dem Kosovo oder Syrien kommen, aus: Der Heimatverein hat für jeden einen kleinen Preis und schafft es spielerisch, nicht nur Generationen zu vereinen, sondern auch Integrationsarbeit zu leisten. „Es scheint ein internationales Spiel zu sein“, bemerkt Tiefensee zum ungezwungenen Austausch mit den neuen Mitspielern.

Von Manuel Niemann

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