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Oberschule Nord in Delitzsch: Politischer Startschuss für 7,5-Millionen-Projekt

Modernisierung Oberschule Nord in Delitzsch: Politischer Startschuss für 7,5-Millionen-Projekt

Für die Delitzscher Oberschule Nord wird es jetzt ernst: Am 31. März soll der Stadtrat den entscheidenden Baubeschluss fassen. Geplant ist, die Einrichtung ab den kommenden Sommerferien für 7,5 Millionen Euro umzubauen.

Die Oberschule Nord im Kosebruchweg soll umgestaltet und modernisiert werden.

Quelle: Wolfgang Sens

Delitzsch. Der Rathauschef spart nicht mit euphorischen Worten: „Es ist das größte Bauprojekt in der Delitzscher Geschichte. Dem gesamten Team der Stadtverwaltung, aber auch den politischen Gremien und den Stadtwerken gilt großer Dank, dass wir so weit gekommen sind“, sagte Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos). Für 7,5 Millionen Euro soll die Oberschule Nord ab den kommenden Sommerferien umgebaut, saniert und erweitert werden. 400 Schüler in 18 Klassen profitieren davon. Auf sie kommt allerdings zunächst ein vorübergehender Umzug in den Delitzscher Westen zu.

Wie berichtet, hat die Stadtverwaltung vergangene Woche nach monatelanger Zitterpartie die Nachricht aus Dresden erhalten: Die begehrten Fördermittel stehen in Aussicht. Es geht um 4,88 Millionen Euro, mit denen sich Bund und Freistaat an den Baukosten beteiligen. „Mit Schreiben vom 1. März informierte die Sächsische Aufbaubank über die förderrechtliche Zustimmung“, bestätigte Wilde. Am 31. März soll der Stadtrat nun den entscheidenden Baubeschluss fassen, nachdem diese Woche mehrere seiner Ausschüsse nicht öffentlich tagten.

Zwar ist die Zustimmung noch kein verbindlicher Förderbescheid. De facto finanziert die Stadt das Bauprojekt vor und setzt darauf, im Nachhinein die beantragte Summe zu erhalten. Diese soll sich aus Fördergeldern speisen, die andere Kommunen bestellt, aber nicht verbraucht haben. Verantwortlich zeichnet dafür das Kassenmittelmanagement des sächsischen Innenministeriums. Doch die Erwartung ist groß, dass die Sache jetzt glatt geht. Und noch größer die Freude, dass der voraussichtliche Zuschuss gewachsen ist. Ursprünglich rechnete die Stadt mit 40 Prozent Förderung aus der Schulbau-Richtlinie. Weil es dort nichts zu holen gab, wurde auf das Bund-Länder-Programm Stadtumbau Ost umgeschwenkt. Nun stehen rund 67 Prozent in der Kalkulation.

Kleiner Wermutstropfen: Die Gesamtkosten – inzwischen genauer berechnet – fallen um etwa eine Million Euro höher aus als anfangs angenommen. Doch dank dickerem Zuschuss reichen die im Haushalt reservierten Eigenmittel. Auch der Abriss der alten Sporthalle neben dem Schulhaus ist dann noch im Budget. Etwa 204 000 Euro wird der kosten. Abgebrochen wird aber erst, wenn die neue Turnhalle steht. Seit dieser Woche laufen dafür die Bauvorbereitungen.

Der Umbau der 35 Jahre alten Oberschule startet Ende Juni mit Beginn der Sommerferien. Unter anderem wird komplett wärmegedämmt, in allen Geschossen Barrierefreiheit hergestellt, die Raumstruktur verändert. Ein Treppenhaus soll weggenommen und durch einen neuen zentralen Hauptaufgang ersetzt werden. Ebenfalls auf der Liste steht die Erneuerung sämtlicher Fenster und Außentüren sowie der Erweiterungsbau, wo sich künftig Mensa, Hauswirtschafts- und Küchenräume finden sollen. „Dass diese Baumaßnahme mit Stadtumbau-Mitteln gefördert werden kann, liegt vor allem an unserem energieökonomischen Konzept“, berichtete Wilde. Die neue Oberschule Nord soll hinsichtlich der Energieeffizienz Modellcharakter haben. Voraussichtlich nach den Winterferien 2018 soll sie fertig sein.

Während der Bauarbeiten werden die Kinder und Jugendlichen in rund einem Kilometer Entfernung in der Straße der Freundschaft unterrichtet – in der ehemaligen Westschule, wo die aktuell ansässigen Vereine bis Monatsende ausziehen. Schüler wie auch Lehrerschaft sind darauf vorbereitet. Die gut eineinhalbjährige Ausnahmesituation wurde in mehreren Versammlungen besprochen. Bereits Anfang 2013 hat die Stadtverwaltung einen sogenannten Lenkungskreis gegründet, in dem sich Pädagogen, Eltern- und Schülervertreter, Stadträte und Planer zu Wort meldeten. In diesem Rahmen wurden unter anderem die Anforderungen an das Großprojekt abgestimmt und – nach einem Architekturwettbewerb – der Siegerentwurf ausgewählt.

Von Kay Würker

Delitzsch Kosebruchweg 16 51.53384 12.32946
Delitzsch Kosebruchweg 16
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