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Delitzsch Oberschule Nord wird saniert: Wohin mit den knapp 400 Schülern?
Region Delitzsch Oberschule Nord wird saniert: Wohin mit den knapp 400 Schülern?
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00:33 08.10.2015
Die Delitzscher Oberschule Nord soll ab 2016 umfangreich saniert werden. 18 Klassen müssen dann andernorts unterkommen. Quelle: Wolfgang Sens
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Delitzsch

„Wir haben ganz schön Druck“, sagt Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) über die Vorbereitungen zur Sanierung der Oberschule Nord. Die Vorbereitungen in der Stadtverwaltung laufen gerade auf Hochtouren. Im kommenden Jahr soll die Schule grundlegend saniert werden. Logischer und logistischer Haken der ganzen Sache ist: Die 18 Klassen, die dann laut Pressemitteilung der Stadtverwaltung die Oberschule besuchen werden, müssen für die Zeit der umfangreichen Baumaßnahme am besten komplett ausquartiert werden, um weiterhin vernünftige Lernbedingungen jenseits von Lärm und Staub einer Baustelle im Kosebruchweg garantieren zu können. Derzeit besuchen knapp 400 Schüler die Bildungsstätte im Delitzscher Norden.

Ausquartieren sei besser für die Kinder und Jugendlichen, lautet Wildes Devise. Eine schulbegleitende Sanierung, wie sie die Stadt zuletzt teilweise bei der Grundschule am Rosenweg noch möglich machen konnte, ist für das Objekt, so der Oberbürgermeister, nun definitiv nicht vorgesehen. Hintergrund ist einerseits die höhere Stundenzahl, die die Ober- im Vergleich zu Grundschülern absolvieren müssen. Acht Stunden Baulärm und Lernen vereinen zu müssen, das will keiner den Teenagern zumuten. Zudem würden erhebliche Mehrkosten entstehen, wenn Schul- und Baubetrieb parallel zueinander laufen. So müssten teilweise Arbeiten in den Nachmittag verschoben werden, um den Unterricht nicht zu stören – ein viel zu hoher organisatorischer Aufwand, wie er zuletzt an der Rosenweg-Grundschule übermäßig Zeit und Nerven raubte. Ein Ausweich muss dringend her.

Um die Schüler unterzubringen, sei das leerstehende Schulgebäude in der Schulstraße – ein schon bei der Grundschule am Rosenweg bewährtes Interim – natürlich die erste Wahl, so Manfred Wilde im LVZ-Gespräch. Allerdings reicht das Objekt nicht aus, maximal acht Klassen würden nach bisherigem Stand dort reinpassen und für naturwissenschaftlichen Unterricht mit den Fachkabinetten müsste wohl noch gebaut werden. So würden derzeit also weitere Alternativen im gesamten Stadtgebiet geprüft, um die Klassen „auslagern“ zu können. Dazu beziehungsweise zu genauen Details dieser Suche nach einem oder mehreren Ausweichgebäuden will sich die Verwaltung allerdings auch auf Nachfrage nicht näher äußern. Derzeit handele es sich um interne Prüfungen, „bei denen verschiedene Aspekte sorgsam abgewogen werden müssen“, heißt es auf Nachfrage aus der Verwaltung. Weitere Details zu benennen, sei kontraproduktiv. Gesucht wird nach LVZ-Informationen ebenfalls im Norden der Loberstadt.

Die Zeit drängt allmählich. Mitte nächsten Jahres könne, so OBM Wilde, bereits der Baubeginn an der Oberschule möglich sein. Das Haus soll für voraussichtlich mehr als sechs Millionen Euro saniert und erweitert werden, die Stadt setzt dabei auf einen Zuschuss vom Freistaat. Weil noch nicht klar ist, ob die Schulbau-Förderrichtlinie oder alternativ die Städtebauförderung in Frage kommt, wurde der Antrag gleich in dreifacher Ausfertigung erstellt (wir berichteten). Die Oberschule Nord soll zudem eine neue Sporthalle bekommen. Rund 3,2 Millionen Euro kostet das Bauwerk. Der Freistaat beteiligt sich mit einem 50-Prozent-Zuschuss im Rahmen der investiven Sportförderung. Die Halle soll möglichst im Rohbau schon stehen, wenn mit der Sanierung der Schule begonnen wird, entstehen soll eine Zweifeldsporthalle.

Christine Jacob

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