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Ölspurbeseitigung: Spezialistenkassieren bis zu 4400 Euro

Ölspurbeseitigung: Spezialistenkassieren bis zu 4400 Euro

Einsätze wie Ölspurbeseitigungen, Krankentransporte und Türöffnungen nehmen zu bei den Feuerwehren. Vor allem die Ölspuren gehen mit Tausenden Euros ordentlich ins Geld.

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Um Ölspuren zu beseitigen, müssen mehrere Kameraden ran.

Quelle: Christine Jacob

DELITZSCH. 42 Einsätze zur Beseitigung von Öl- und Dieselspuren gehen allein 2014 auf das Einsatzkonto der Ortswehr Delitzsch. Handelt es sich um eine extreme Ölspur, wie die vor wenigen Wochen, die sich wegen eines defekten Pkw von Wiedemar bis Bitterfeld zog (wir berichteten), gehen Stunden ins Land. 14 der 42 Ölspuren 2014 waren Einsätze nach Unfällen, der Rest technisch bedingt. Von den bisher 16 in diesem Jahr gezählten Ölspuren ging die Hälfte auf das Konto defekter Fahrzeuge.

Die Feuerwehr, erinnert die Stadtverwaltung, sei gesetzmäßig zur Gefahrenabwehr verpflichtet. "Ein Austritt von Betriebsstoffen und insbesondere von Schmierstoffen stellt immer eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar." Die Umwelt soll geschützt werden, die Fahrbahn wird mit Bindemitteln behandelt, die Einsatzstelle abgesichert. Laut Gesetz könne die Feuerwehr ihr Handeln erst einstellen, wenn die Gefahr in Form der Ölspur beseitigt oder ihre Ausbreitung verhindert ist. Die Feuerwehr Delitzsch arbeitet mit einer Spezialfirma zusammen, die sich um die fachgerechte Beseitigung kümmert. Allein für die Feuerwehr fallen durch solch einen Einsatz rund 650 Euro Kosten an. Für die Stadt kommen noch Kosten für die Spezialfirma hinzu. Die variieren zwischen 2000 und bis zu 4400 Euro. Zunächst kommt die öffentliche Hand dafür auf. Die Stadt holt sich das Geld bei den Verursachern wieder, bleibt mitunter aber lange Zeit auf den hohen Rechnungen sitzen. Oft sind es private Pkw, die die Einsätze verursachen. Aber auch der öffentliche Nahverkehr ist oft dabei - schon aufgrund der Frequenz des öffentlichen Nahverkehrs steigt das Risiko.

"Defekte dieser Art treten während des Fahrbetriebes sehr selten auf, lassen sich jedoch nicht zu hundert Prozent ausschließen", stellt Christian Webel, Chef des gleichnamigen Busunternehmens, klar. Die Wartung des Fuhrparks erfolge in eigener Werkstatt. Neben den gesetzlich vorgeschriebenen Prüfintervallen seien die Fahrzeuge daher unter ständiger Kontrolle. "Auffälligkeiten und beginnende Öl- oder Dieselverluste werden sofort geprüft und abgestellt."

Selbst bei einem Neufahrzeug könne eine solche Störung eintreten. "Tritt ein solcher Fall auf, ist der Fahrer angewiesen seine Fahrt sofort zu unterbrechen, das Fahrzeug sicher abzustellen und die Fahrdienstleitung zu informieren", schildert der Busunternehmer, "unser Werkstattpersonal ist in der Lage, kurzfristig Reparaturen vor Ort auszuführen. Wir halten für derartige Außeneinsätze entsprechende Fahrzeuge vor." Auch die benötigten Bindemittel zur Beseitigung von Öl- oder Dieselspuren seien jederzeit vorrätig.

"Aus unserer Sicht ist es daher nicht immer notwendig und angemessen, dass Spezialentsorger oder mehrere Feuerwehren zum Einsatz kommen müssen", stellt Christian Webel klar. Diese Entscheidung müsse jedoch stets vor Ort, unter Berücksichtigung des Ausmaßes der Verunreinigung und nach Einschätzung des Gefahrenpotentials getroffen werden. Die Vermeidung von Gefahrenquellen und eine möglichst geringe Umweltbelastung seien vorrangig.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.08.2015
Christine Jacob

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