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Delitzsch Orchester erhalten kein Geld zusätzlich aus Nordsachsen
Region Delitzsch Orchester erhalten kein Geld zusätzlich aus Nordsachsen
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10:04 31.03.2017
Schloss Hartenfels Torgau, Sitz der Verwaltung des Landkreises Nordsachsen. Im Rosengarten vom Schloss Hartenfels in Torgau wird schon seit vielen Jahren gärtnerische Hochkultur gepflegt. Aus dem Kulturraum fließt nun mehr Geld ins Schloss. Quelle: Wolfgang Sens
Nordsachsen

Beschlossene Sache: Aus Nordsachsen fließen auch zukünftig rund 1,6 Millionen Euro in den Kulturraum Leipzig. Damit bleibt die Summe konstant. Und doch steht mehr Geld zur Verfügung. Denn der Kreistag hat am Mittwoch auch beschlossen, die Kreismusikschule aus der Kulturraumförderung herauszulösen und die 317 850 Euro ab Juli direkt aus dem Haushalt zu finanzieren. Diese über 300 000 Euro bleiben dem Kulturraum – Nordsachsen und das Leipziger Land bilden den Zweckverband Kulturraum Leipziger Raum – erhalten. Insgesamt stehen dem Kulturraum 8,1 Millionen Euro jährlich zur Verfügung. 1,6 Millionen aus Nordsachsen, 2 Millionen vom Landkreis Leipzig und 4,8 Millionen vom Freistaat. Gefördert werden damit sämtliche Projekte, Einrichtungen und Institutionen, die unter der Überschrift Kultur stehen.

Andere Sparten stärker berücksichtigen

Vor der Abstimmung warb Nordsachsens Landrat Kai Emanuel (parteilos) um Zustimmung, sprach von regen Diskussionen in den Ausschüssen. „Wir wollen, wenn zusätzliches Geld in den Kulturraum fließt, auch die anderen Sparten bei der Verteilung von Mitteln stärker berücksichtigen“, so Emanuel. Zudem soll es bei der Förderung einen stärkeren lokalen Bezug und mehr Mitspracherecht geben. Dem Beschluss stimmten am Mittwoch 59 Abgeordnete zu, 9 stimmten dagegen und 3 enthielten sich. Ein wohl wesentlicher Punkt im Beschluss sorgte für diese Mehrheit: Nordsachsen setzt die freiwerdenden 317 850 Euro nun jährlich für das Schloss Hartenfels ein – und reicht sie nicht an Symphonieorchester und Bläserakademie durch, wie das Leipziger Land. Das hat nun mit dem gleichen Modell 457 050 Euro jährlich mehr anstatt seiner Musikschule in der Kulturraumkasse. Dieses Geld soll in die Orchester fließen. Die erhalten mit je rund 1,6 Millionen Euro schon jetzt den größten Anteil aus dem Topf. Dennoch musizieren sie am Rande der Existenz, können unter anderem keine Tariflöhne zahlen und hatten die Kulturraumförderung öffentlichkeitswirksam ins Gespräch und die Parlamente gebracht. Wie viel die nunmehr 457 050 Euro zur Entspannung beitragen, muss die Zukunft zeigen. Für FDP-Kreisrat Bernd Biedermann ein „fauler Kompromiss“, obwohl er lobte, das überhaupt ein Kompromiss gefunden wurde. Aber: „Wir haben die Chance vertan, uns von einem Orchester zu verabschieden. Es geht in dem Beschluss gar nicht um die kleinteilige Förderung, sondern um die Orchester“, sagte Biedermann. Nordsachsen habe mit zwei Orchestern ein überproportionales Angebot.

Wittig fordert Qualitätskriterien

„Schön, dass wir das Geld nicht durchreichen und Kultur breit fördern“, findet Marian Wendt (CDU).

SPD-FDP-Grünen-Fraktionschef Heiko Wittig mahnte die Qualitätskriterien an, die schon längst vorliegen sollten. „Ich bin enttäuscht, dass das immer noch nicht der Fall ist und hoffe, dass sie am 5. Mai im Kulturausschuss vorliegen“, so der Löbnitzer. Die Kriterien sollen bei der Vergabe der Zuwendungen berücksichtigt werden. Das kann beispielsweise, auf die Orchester bezogen, eine bestimmte Anzahl von Auftritten im Landkreis sein. Auch Wittig äußerte sich „erfreut, weil kein Geld an die Orchester durchgereicht wird, sondern ins Schloss Hartenfels fließt.“

Über die exakte Verteilung der Mittel entscheidet der Kulturkonvent im Juni.

Von Frank Pfütze

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