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Park-and-Ride-Platz entsteht über ehemaligem Luftschutzkeller

Baugeschehen Park-and-Ride-Platz entsteht über ehemaligem Luftschutzkeller

Es ist losgegangen mit dem Bau des dritten Park-and-Ride-Platzes in Delitzsch. Doch bevor sich die Arbeiter der Bau- und Haustechnik Bad Düben GmbH dem eigentlichen Herstellen von Parkflächen widmen können, sind sie gezwungen, sich mit Hinterlassenschaften der Vergangenheit zu beschäftigen.

Die freigelegten Umrisse des Bunkers sind zu erkennen. Die Mauern bleiben stehen, die Räume verfüllt.

Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Delitzsch. Es ist losgegangen mit dem Bau des dritten Park-and-Ride-Platzes in Delitzsch. Doch bevor sich die Arbeiter der Bau- und Haustechnik Bad Düben GmbH dem eigentlichen Herstellen von Parkflächen widmen können, sind sie gezwungen, sich mit Hinterlassenschaften der Vergangenheit zu beschäftigen. Bereits vor Monaten, also im Vorfeld der Baumaßnahmen an der Eisenbahnstraße/Ecke Bismarckstraße, wurden auf dem knapp 1000 Quadratmeter großen Areal Bodenuntersuchungen durchgeführt. Dabei war entdeckt worden, dass unter der Rasendecke Hohlräume vorhanden sind, deren genauer Verlauf und Größe erst bei genaueren Untersuchungen festgestellt werden konnten. Bei Recherchen des Auftraggebers, der Stadt Delitzsch, war man zunächst davon ausgegangen, dass es sich um Kellerräume der dort einst vermeintlich vorhandenen Wohnhäuser handeln könnte. Ältere Delitzscher widersprachen jedoch der Auffassung und erklärten, dass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Luftschutzbunker handelt, der im Jahr 1943 von französischen Kriegsgefangenen gebaut wurde. Er diente dazu, bei Luftangriffen den Bewohnern der Grünstraße und der Bismarckstraße Schutz zu bieten. Von beiden Straße gab es jeweils einen Zugang zum Bunker. Das bestätigt sich jetzt bei den Erdarbeiten. Der Verlauf der Anlage, von einem langen Gang gehen mehrere Räume ab, wird allerdings nur kurz und dann auch nicht vollständig sichtbar sein.

Bei den vorbereitenden Arbeiten für den Parkplatzneubau wurden jetzt zunächst die Sträucher entfernt und die Muttererde abgetragen. Damit insgesamt eine eben hergestellte Oberfläche entsteht, auf der weitere Baumaßnahmen stattfinden können, wird derzeit der Bunker teils zurückgebaut. Schweres Gerät ist dazu nötig. Wie zu beobachten war, wird die Stampfbeton-Decke des Bunkers entfernt. Später soll sie zerkleinert und wieder zwischen die im Erdreich verbleibenden Wände verbracht werden und für Stabilität sorgen. Zweieinhalb Meter hoch bleiben die Wände, bis dahin wird offenbar verfüllt. Schrittweise erfolgen die Arbeiten. Zunächst wird abschnittsweise freigelegt, um dann die Hohlräume mit verdichtungsfähigem Material zu füllen. Die Arbeiten werden sich wahrscheinlich bis in die kommende Woche hinziehen. Für Anfang März ist dann der Start für die eigentlichen Arbeiten vorgesehen.

Entstehen sollen auf dem neuen Parkplatz insgesamt 31 Stellflächen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 204 000 Euro, die Stadt Delitzsch beteiligt sich mit rund 22 000 Euro. 182 000 Euro kommen vom Landesamt für Verkehr und vom Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig. Durch den entdeckten Bunker haben sich die Kosten für das Vorhaben erhöht.

Von Ditmar Wohlgemuth

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