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Delitzsch Parken ist Geduldsspiel in Delitzsch
Region Delitzsch Parken ist Geduldsspiel in Delitzsch
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08:00 29.09.2018
Der wilde Parkplatz an der Karlstraße wird bald einem Wohnbau-Projekt weichen. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Parkplatznot kann auch Glücksgefühle erzeugen, nämlich immer dann, wenn doch einer frei ist. Genau den Einzelparkplatz ohne Zeitlimit in Luftlinie 15 Meter entfernt vom Schreibtisch ist frei vorgefunden und schon stellt sich das Gewonnen-Gefühl ein.

Das Glück ist freilich flüchtig, sobald ein Termin ansteht, der fußläufig nicht erreichbar ist, ist der Platz von anderen Bedürftigen weggefangen. Dann stehen mal fünf oder auch mal zehn Minuten Fußweg an. Das Gegenteil des Hauptgewinns kann körperlich ertüchtigend sein, aber auch ungesunden Stress erzeugen. 1000 Delitzscher mehr pro Jahr. Das lässt auch die Verkehrsströme in der Stadt anschwellen und die Nachfrage nach Plätzen, um das fahrbare Blech abzustellen. Nicht allein für die Einwohner der Stadt selbst, sondern auch für Pendler. So fallen wegen neuer Wohnprojekte auch Flächen wie die an der Karlstraße weg. Dort ist der jetzige Schotterparkplatz morgens voll, abends leer. Hier stellen Pendler ihre Autos ebenso ab wie Besucher aus dem Umland, die zum Arzt oder zu Behörden wollen. Zwar wird angekündigt, dass entstehende Tiefgaragenplätze auch Nichtbewohnern des Objektes vermietet werden sollen. Aber das wird nicht reichen, denn auch die Mieter selbst müssen ihre Autos schließlich irgendwo abstellen. Der größte Teil der circa 70 Autos, die hier regelmäßig in dieser „wilden“ Parkzone stehen, wird sich also anderswo in der Stadt verteilen.

Genug Platz für alle

„Generell gibt es in Delitzsch genug Parkplätze“, stellt Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos) fest. Sie verteilen sich nur nicht immer so, wie es sich der einzelne Kraftfahrer wünschen mag. Schöne verweist zum Beispiel auf das Areal an der Landratsamts-Außenstelle in der Richard-Wagner-Straße. Die Stadt denkt nun entgegen ihrer anfänglichen Ankündigungen im Frühjahr doch darüber nach, neue Parkflächen zu errichten. Auf einer bisher ungepflegten und ungenutzten Fläche in der Loberstraße könnten 30 Stellplätze entstehen. „Vielleicht sogar etwas in Park+Ride-Richtung. Die Entfernung zum Bahnhof ist nicht so groß“, so Schöne. Tatsächlich ist die unfreiwillige Grünfläche Anwohnern schon seit längerem ein Dorn im Auge. Sie hatten, wie berichtet, schon angeregt, sie für einen Parkplatz zu nutzen.

Auch die Umzugspläne der Volkshochschule in den Unteren Bahnhof könnten wiederum ein neues Parkplatzproblem in der Loberstadt auslösen. Allerdings wird dort erwartet, dass die Kursteilnehmer dann kommen, wenn die Pendler wieder weggefahren sind.

Markt bleibt autofrei

Immer wieder zumindest für Kurzzeitparker ins Gespräch gebracht, wird es, den eher ruhigen Marktplatz zumindest zu einem Teil zum Parken frei zu geben – auch Händler am Markt plädieren dafür. In den Nachbarstädten Bad Düben und Eilenburg werden diese Plätze auch frei gehalten. In Taucha dagegen werden etwa zwei Drittel des Areals fürs Parken freigegeben, wenn nicht gerade Events wie Weihnachtsmarkt oder auch der Wochenmarkt anstehen. Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) lehnt die Idee eines zum Parken freigegebenen Marktes gänzlich ab. Es seien ausreichend Stellplätze vorhanden, der Markt müsste für so eine Idee vollkommen umgestaltet werden und zudem gebe es für seine jetzige Gestaltung und die Nutzung als Platz für die Menschen auch noch Fördermittelbindungen, weshalb man ihn nicht zum Parkplatz machen könne.

Von Heike Liesaus und Christine Jacob

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