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Parkflächen für Rollatoren und Drahtesel

Parkflächen für Rollatoren und Drahtesel

Mit dem demografischen Wandel haben Großvermieter wie die Wohnungsgesellschaft Delitzsch (WGD) oder die Wohnungsbaugenossenschaft Delitzsch nicht nur das Problem, für die älterwerdenden Mieter passenden Wohnraum anzubieten.

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Farblich abgestimmt sind in der Gellertstraße der WGD-Block und das ehemalige Trafohäuschen, das jetzt Fahrräder und Rollatoren beherbergt.

Quelle: Thpomas Steingen

Delitzsch. In den vergangenen Jahren sei auch die Frage nach Abstellmöglichkeiten für Fahrräder beziehungsweise Rollatoren zunehmend zu einem Thema geworden, sagt André Planer, Geschäftsführer der WGD. Aus diesem Grund hat die Wohnungsgesellschaft im Delitzscher Norden ehemalige Transformatorenstationen zu Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder und Rollatoren umbauen lassen.

Das Problem ist nicht, dass in den Blöcken keine Abstellräume für Fahrräder vorhanden sind. Vielmehr ist das Gewicht der Räder ein Problem. Älteren Menschen falle es zunehmend schwerer, die Drahtesel die Treppe hinunter zu bugsieren beziehungsweise sie aus dem Abstellraum wieder hoch zu holen, erklärt Planer die Situation. Hinzu komme das Hantieren mit den Brandschutztüren. Etwa 90 Prozent der WGD-Objekte seien mittlerweile mit solchen Brandschutzeinrichtungen ausgestattet. Nachdem die WGD-Blöcke 2004/2005 von einer Brandstifterserie betroffen waren, sind die Schutztüren nachgerüstet worden. Bei den Rollatoren ist die Situation zudem so, dass ihre Besitzer diese schnell zur Hand haben wollen und die Geräte deshalb in den Hausfluren parken und damit Fluchtwege einengen.

"Wir haben im Unternehmen lange diskutiert, wie wir das Problem lösen können, ohne unvertretbaren Aufwand treiben zu müssen", berichtet der Geschäftsführer. Dann kam der Zufall zu Hilfe, denn die Technischen Werke hatten drei Trafohäuschen (Friedrichshafener und Gellertstraße sowie Kosebruchweg) über. "Die haben wir übernommen und umgebaut." Dabei musste in den Häuschen unter anderem der Fußboden ebenerdig angepasst werden. Zudem wurden Fahrradständer und Ösen zum Anschließen von Rollatoren installiert und auch für eine entsprechende Farbgebung innen und außen gesorgt. 10 000 bis 15 000 Euro pro Trafostation sei investiert worden, so André Planer weiter. Nach zunächst verhaltender Resonanz würden diese Abstellräume jetzt gut angenommen.

Auch aus anderen Objekten gibt es diesbezügliche Anfragen. Deshalb sucht das Wohnungsunternehmen nach kostengünstigen Lösungen, neue geeignete Unterstellplätze zu schaffen. Schwerpunktbereiche sind neben dem Wohngebiet Nord, der Delitzscher Osten und der Karl-Marx-Platz. "Im Osten fehlt es in den Häusern vor allem an Abstellflächen für Rollatoren. Unterstellmöglichkeiten außerhalb sollten zudem in unmittelbarer Nähe zur Wohnung liegen", so der WGD-Geschäftsführer. Und dann stünde die Frage im Raum, wie diese Investitionen zu finanzieren sind. Ganz kostenfrei könne das für Mieter/Nutzer wohl nicht gehen, blickt Planer voraus. Mietverträge für Stellplätze oder Umlagen auf die Miete kann sich der WGD-Chef vorstellen. Abhängig sei dies auch von der jeweiligen Örtlichkeit.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.09.2013

Thomas Steingen

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