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Delitzsch Parkplatzmangel in Delitzsch: Stadt plant keine neuen Stellplätze
Region Delitzsch Parkplatzmangel in Delitzsch: Stadt plant keine neuen Stellplätze
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13:52 11.04.2018
Parken in Delitzsch ist an vielen Stellen kein nervenschonendes Unterfangen. Quelle: Montage: Wolfgang Sens
Delitzsch

Es stresst viele jeden Tag: Parken. Wer sein Auto abstellt, muss gerade als Pendler Fußwege in Kauf nehmen. Die kostenfreien Parkplätze in der Innenstadt sind frühzeitig vergriffen, die kostenpflichtigen auf Dauer nicht zu finanzieren, da nur 15 Minuten frei geparkt werden darf. Andere Kommunen erlauben längere Zeiten. Warum Delitzsch nicht?

Gezahlt werden muss in Delitzsch zwischen 9 und 18 Uhr, die Höchstgebühr entspricht zwei Stunden Parken. Quelle: Christine Jacob

Um die Parkplatzsituation gerade für Pendler zu entschärfen, die in der Innenstadt arbeiten, hat die Stadt bereits das pro Tag fünf Euro teure Langzeitticket eingeführt. Allerdings wird das Langzeitticket nur in geringem Maße angenommen. Eine Ausdehnung auf andere kostenpflichtige Parkplätze sei daher nicht angedacht. Auch neue Parkflächen seien derzeit seitens der Stadt nicht vorgesehen. Es gibt in Delitzsch Bereiche, in denen keine Gebührenpflicht, wohl aber eine Parkzeitbegrenzung besteht. Ansonsten muss in der Innenstadt gezahlt werden. Die sogenannte „Brötchentaste“ mit maximal 15 Minuten kostenlosem Parken habe sich bewährt. Darüber hinaus müssen Parkscheine gezogen werden. Mit der Höchstgebühr und -parkdauer von einem Euro für zwei Stunden fallen die Preise aus Sicht der Stadtverwaltung moderat aus. Das würde reichen, „Einkäufe zu planen und zu gestalten“. Etwa 70 000 Euro bringen die Parkgebühren ein.

Andere Kommunen verzichten auf Tickets

Andere Städte dagegen setzen auf Belebung statt Kosten. Wer in Bad Dübens City parken will, braucht gegebenenfalls eine Parkuhr, aber kein Geld. Dauerplätze sind es nicht: „Die Parkplätze auf dem Marktplatz beispielsweise sind vorrangig für die Kunden und nicht zum Dauerparken gedacht“, so Ordnungsamtsleiterin Gabriele Leibnitz. Dafür gäbe es andere Plätze, auf denen man unbegrenzt parken könne. Allerdings bedeutet das wie auch in Delitzsch, einige Meter mehr zurücklegen zu müssen. Die einzigen gebührenpflichtigen Parkplätze in Eilenburg sind in der Breiten Straße/Kornmarkt-Straße zu finden, kostenlose Kurzzeit-Möglichkeiten bieten sie aber nicht. Alle anderen sind frei beziehungsweise zeitlich begrenzt. Die Stadt hat auf ihrer Homepage eine Liste der Parkmöglichkeiten.

Auch Delitzscher Innenstadthändler würden mehr als eine „Brötchentaste“ befürworten. „15 Minuten sind eindeutig zu wenig“, sagt Modehändler Norbert Rindsland aus der besonders belebungsbedürftigen Breiten Straße. Er laufe immer mal nach draußen und verlängere die Tickets für seine Kunden, die sich dann in Ruhe weiter umschauen können. „Eine Stunde frei parken, das wäre super und sicher auch ein gutes Image für Delitzsch“, so der Händler.

Kreisstädte stärken City

Im brandenburgischen Lübben, etwa 14 000 Einwohner groß, ist es seit 2006 und der Neugestaltung des Marktes möglich, eine Stunde kostenfrei mit Parkscheibe zu parken. Eine Parkgebühr sei ein wesentliches Mittel der Verkehrslenkung. „So soll der Autoverkehr rund um den Marktplatz auf ein verträgliches Maß reduziert werden“, schildert Sprecherin Dörthe Ziemer. Größere, zum Teil kostenfreie Parkplätze wurden am Rand der City beziehungsweise des touristischen Zentrums geschaffen.

Die rund 8000 Einwohner starke Stadt Beeskow in Brandenburg hat im Frühjahr 2009 die Parkautomaten zur Stärkung der Innenstadt und des Einzelhandels abgeschafft. „Nach Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgaben blieb pro Jahr ein realer Überschuss von zirka 10 000 bis 15 000 Euro übrig“, schildert die stellvertretende Bürgermeisterin Kerstin Bartelt. Am Markt ist eine Stunde Parken möglich ist, der Rest der Innenstadt kann mit zwei Stunden Parkdauer genutzt werden und am Rand kann man vier Stunden stehen. „Aber natürlich sind die vorhandenen Parkplätze immer noch zu wenig. Jeder möchte direkt vor seiner Einrichtung parken und ist in der Regel nicht bereit, einige Minuten zu laufen. Aber das ist ja ein grundsätzliches Problem und nicht nur in Beeskow so.“

Von Christine Jacob und Kathrin Kabelitz

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