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Delitzsch Patrick Magister findet in Bad Düben Traumjob und neues Lebensziel
Region Delitzsch Patrick Magister findet in Bad Düben Traumjob und neues Lebensziel
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00:28 30.03.2018
Der Zweirad-Mechatroniker Patrick Magister hat in Bad Düben bei bei der Firma bei Fahrrad Hammer seinen Traumjob gefunden. Quelle: Foto: Wolfgang Sens
Bad Düben / Schenkenberg.

Was kann idealer sein, als wenn Menschen ihre persönlichen Neigungen mit ihrem Beruf in Einklang bringen? Patrick Magister aus Bad Düben gehört zu ihnen. Nachdem er im Februar die Ausbildung zum Zweirad-Mechatroniker erfolgreich abgeschlossen hat, arbeitet der 24-Jährige nun als Geselle bei Fahrrad Hammer in der Muldestadt. Der junge Mann ist überglücklich, dass er die Ausbildung geschafft hat, denn mit ihr hat er seinem Leben eine entscheidende Wende gegeben. Sein Chef, Zweiradmechanikermeister Thomas Hammer, spricht von einem Glücksfall, einen solchen Lehrling gefunden zu haben, der ihm jetzt als kompetenter Geselle zur Seite steht. Mit ihm hat der Handwerksmeister, der den Bad Dübener Familienbetrieb in dritter Generation führt, noch einiges vor. Wenn alles nach Plan läuft, soll Patrick Magister im Sommer Hammers Fahrradladen in Eilenburg übernehmen.

Stolze Entwicklung

An eine solche Entwicklung hatte Patrick Magister noch vor Jahren nicht zu denken gewagt, denn das bisherige Leben des in Grimma Geborenen verlief alles andere als einfach. Aufgewachsen in einer Großfamilie mit sieben Geschwistern – sechs Schwestern und ein Bruder – in Mecklenburg-Vorpommern, in der Nähe von Eggesin, war die Schule nie sein Ding. So blieb er zunächst ohne Abschluss und lebte in den Tag hinein. Handwerklich war das Geschick des begeisterten BMX-Fahrers in seiner Familie jedoch immer gefragt.

„Schrauben und montieren, das liegt mir. Irgendwann wollte ich mehr – einen Beruf erlernen“, erzählt er und holte den Hauptschulabschluss nach. Fahrradmechaniker war sein großer Wunsch. So heuerte er als Praktikant in einem Fahrradgeschäft in Ückermünde an. Weil der Inhaber ihn aber nicht ausbilden konnte, suchte er im Internet nach Alternativen und schrieb zahlreiche Bewerbungen. Nur Thomas Hammer antwortete ihm, denn er suchte einen Lehrling, den er zur Verstärkung seines Geschäftes ausbilden wollte. „Entscheidend für mich waren Patricks handwerkliche Veranlagung und, dass er nach Düben ziehen wollte“, erinnert er sich. Anfangs habe er bei seiner Mutter in Grimma gewohnt, dann aber eine Wohnung in Bad Düben gefunden, schildert der Geselle eine für ihn komplizierte Zeit.

Die richtige Entscheidung

Dass es die richtige Entscheidung war, daran lässt sein Chef, der heute mehr ein guter Freund ist, keine Zweifel. Beide unternehmen gelegentlich, wie beim LVZ-Fahrrad-Fest gemeinsame Radtouren.

„Ich habe früh gemerkt, dass in ihm mehr steckt als ein Hobbyschrauber und dass ich mich auf ihn verlassen kann. Er zeigt Interesse für den Beruf, das Geschäft, die Kunden und alles, was damit zusammenhängt“, schätzt Thomas Hammer ein. Deshalb hat er ihn auch unterstützt, ihn zusätzliche Literatur besorgt, damit sein Lehrling auch den für ihn schwierigsten Teil der dreieinhalbjährigen Ausbildung, das Schriftliche, bewältigt. Das Praktische meisterte Patrick Magister mit Bravour. Seine Klasse war die erste, die die neue Prüfung als Mechatroniker, weil sie E-Bikes einschließt, ablegen musste – für Patrik Magister in Fragen Diagnose eine spannende Herausforderung. Zurecht ist er stolz auf das Erreichte. „Natürlich gibt es Tage, an denen man früh mal keine Lust hat. Aber wenn ich ins Geschäft komme, ist alles verflogen. Hier ist mein zweites Zuhause.“

Stefan Wentzlaff – einer der Besten in seiner Ausbildungsklass

Auch Stefan Wentzlaff im Delitzscher Ortsteil Schenkenberg darf sich jetzt Geselle und Fachkraft nennen. Für ihn ist die dreijährige Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Lüftungs- und Klimatechnik gerade mit guten Ergebnissen zu Ende gegangen. In seiner Ausbildungskasse war er einer der Besten. Jetzt muss er sein Wissen im täglichen Handeln für die Kunden und die Firma Sandmann in Schenkenberg unter Beweis stellen. „Die Anforderungen an ihn werden damit höher“, sagt Firmenchef Frank Sandmann. Und er hat dabei ein sehr gutes Gefühl, weshalb er dem 20-Jährigen auch die Übernahmen ins Unternehmen anbot.

Jung-Geselle Stafan Wentzlaff. Nach absolvierter dreijähriger Ausbildung bleibt er im Ausbildungsbetriebe, der Fa. Sandmann in Schenkenberg. Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Das gute Gefühl hatte Sandmann bereits bei der Einstellung seines Azubis im September 2014. „Ich kannte ihn schon vorher, weil er bei uns Praktika absolvierte und dabei einen guten Eindruck hinterließ.“ Vor allem seine Zuverlässigkeit habe den Firmenchef damals überzeugt. Während der Zeit der Ausbildung habe sich Stefan Wentzlaff zudem genau in die Richtung weiterentwickelt, wie man erwartet habe. „Er passt, so wie er ist, einfach ins Team, er ist eine Verstärkung für uns“, bemerkt Frank Sandmann. Zudem ist er froh, dass sich der junge Mann für diesen Beruf entschieden hat, dass er sich zweitens das Familienunternehmen als Ausbildungsbetrieb ausgewählt hat und drittens, dass er auch weiterhin hier bleiben will.

Geselle mit Perspektiven

Der Chef sieht da positiv in die Zukunft. Perspektiven hätte sein neuer Geselle auf jeden Fall. Ob möglicherweise noch eine Meisterausbildung folgt, wusste der junge Mann noch nicht. „Ich bin doch gerade erst fertig geworden, jetzt will ich erst mal noch Erfahrungen sammeln.“ So ganz abgeneigt sei er aber nicht. Zumal sein Bruder bereits als Meister im Betrieb arbeitet.

Über ihn kam dann auch wohl das Interesse an dem handwerklichen Beruf, wie Stefan Wentzlaff einräumte. Jetzt werde er im Kundendienst eingesetzt, muss dann also ran, wenn der Kunde ruft. Die Fehlersuche liege ihm, sagt der junge Mann, ebenso der Umgang mit den Leuten. Ab sofort wird er vorrangig allein mit seinem Werkstattwagen unterwegs sein. Dann wird er sich nicht nur dem Anspruch der Kunden, sondern auch seinen eigenen stellen müssen. Während der Ausbildung war ihm wichtig, ordentlicher als andere zu arbeiten, etwas schneller und funktionssicherer zu installieren. Diesen Anspruch hat natürlich auch sein Chef. Der weiß aber auch, dass mit der erfolgreichen Gesellenprüfung nicht sofort ein mit allen Wassern gewaschener Handwerker im Team ist. „Er wird seine Erfahrungen sammeln müssen“, sagt Sandmann. Mit der Zeit gelängen ihm dann auch die Handgriffe schneller. Dabei käme ihm seine schnelle Auffassungsgabe zu gute. Die habe ihm auch während der Azubi-Zeit geholfen. „Ich empfand das viele Lernen als nicht so schwer“, sagt er heute.

Hobby: Veranstaltungstechniker

In seiner Freizeit frönt der Delitzscher übrigens einen Hobby, für das er vor allem an den Wochenende unterwegs ist und auch mal den Urlaub opfert. Als Veranstaltungstechniker sorgt er beispielsweise beim Peter&Paul-Markt und dem Delitzscher Stadtfest, aber auch schon bei größeren Events wie dem Juni-Mond-Festival in Magdeburg für den richtigen Ton und die fantastische Beleuchtung.

In seiner Freizeit frönt der Delitzscher übrigens einen Hobby, für das er vor allem an den Wochenende unterwegs ist und auch mal den Urlaub dafür opfert. Als Veranstaltungstechniker sorgt er beispielsweise beim Peter&Paul Markt und dem Delitzscher Stadtfest, aber auch schon bei größeren Events wie dem Juni-Mond-Festival in Magdeburg für den richtigen Ton und die phantastische Beleuchtung.

Von Thomas Steingen

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