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Delitzsch Patronatsloge erstrahlt bald in neuer Pracht
Region Delitzsch Patronatsloge erstrahlt bald in neuer Pracht
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17:35 17.11.2011
Torsten Kranich (links) und Oliver Tietze werkeln an der Patronatsloge der Kirche Löbnitz. Bis zum Weihnachtsmarkt am 3. Dezember soll die Loge in alter Pracht erstrahlen. Quelle: Manfred Lüttich
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Löbnitz

„Ich bin so hin und weg, was sich so alles hinter etwas Altem verbirgt“, sprudelt es aus ihr heraus. Gemeint ist damit insbesondere die  Patronatsloge, eine Art VIP-Raum, die eben seit September unter Federführung vom Diplom-Restaurator Oliver Tietze konserviert und restauriert wird. Die acht mal zwei Meter Loge, die seitlich vom Altar auf Pfosten steht, stammt aus dem Jahr 1693. Doch schon damals müssen die  Hochzeitssäule, die die Jahreszahl 1586 trägt, oder auch die Renaissancefenster aus anderen Gebäuden eingebaut worden sein.

Ein Großteil der Arbeiten an der historischen Loge ist geschafft, die Wappen sind gesäubert und retuschiert, die meisten Ornamentfelder haben die Retusche ebenfalls hinter sich und erhalten gerade nach und nach ihre Ranken zurück. „Außerdem sind wir jetzt gerade dabei, auf den weißen Flächen eine Neufassung mit Patina aufzubringen“, erläutert Oliver Tietze. Bis Ende November will er die Loge der einst in Löbnitz dominierenden Familie von Schönfeldt von außen fertig haben. Zum Weihnachtsmarkt am 3. Dezember, der auch in diesem Jahr vom Förderverein zur Erhaltung der Kirchen im Kirchspiel organisiert wird, soll die Loge dann in neuer alter Pracht erstrahlen. „Denn Alter muss man achten“, ist Oliver Tietze mehr denn je überzeugt, und so wie eine alte Dame nicht zur jungen Frau geschminkt wird, werde auch im Falle der Patronatsloge die barocke Fassung nicht neu bemalt, sondern wieder belebt.

Dieser Grundsatz gilt auch für die  Hochzeitssäule, bei der nach einigen Holzergänzungen nun noch die historischen Fassung fehlt. Auch die profilierten Balken der Loge und die Fenster sind noch nicht komplett. Dafür glänzen inzwischen acht der zehn Mondscheibengläser wie wohl seit Jahrhunderten nicht mehr. „Eins wird vom Glasrestaurator gerade restauriert, eins muss komplett nachgebaut werden“, erklärt Oliver Tietze. 

Für ihn, der vor  vier Jahren erstmals die Löbnitzer Kirche betrat und zwischenzeitlich auch der wertvollen und 2009 gemeinsam mit dem Dachstuhl für insgesamt 270 000 Euro saniert Bilderdecke wieder zum alten Glanz verhalf , hielt die derzeitige Arbeit keine größeren Überraschungen bereit. Die Mischung aus vorsichtiger Konservierung, Retusche und Neufassung  sieht er im Löbnitzer Gotteshaus als das Besondere. Noch bis Weihnachten wird der Leipziger, der in der Löbnitzer Kirche auch so ein bisschen sein ganz persönliches Italien gefunden hat,  etwa drei Tage pro Woche in der Kirche sein. Schließlich müssen im Dezember im Inneren der Loge zuletzt noch Tapeten und Malereien konserviert und der Fußboden gesäubert werden. Erst danach zieht es den Restaurator vom italienischen Löbnitz quasi ins ägyptische Berlin. Denn dort wartet im ägyptischen Museum eine Mumienhülle auf sein Fachgeschick. Doch vielleicht führt ihn auch sein Arbeitsweg mal wieder in die Kirche des Pferdedorfes. Ausgeschlossen ist das jedenfalls nicht.

Ilka Fischer

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