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Delitzsch Pendler vermissen Triebwagen in Stoßzeiten
Region Delitzsch Pendler vermissen Triebwagen in Stoßzeiten
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18:17 18.01.2010
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Delitzsch

Pendler im Berufsverkehr klagen darüber, dass das Platzangebot in Stoßzeiten nicht immer ausreicht. MRB kennt die Kritik, weist aber daraufhin, dass Fahrgästen im S-Bahn-ähnlichen Regionalverkehr Stehen statt Sitzen zuzumuten sei. Julia ist Studentin und regelmäßig mit der Bahn von Delitzsch nach Leipzig und zurück unterwegs. Franziska, Auszubildende aus der Loberstadt, tut es ihr gleich. Den beiden jungen Damen stand die Freude ins Gesicht geschrieben, als es hieß, die Deutsche Bahn (DB) fahre ab dem 13. Dezember 2009 auf besagter Strecke nicht mehr alleine. Doch die anfängliche Begeisterung über den privaten Mitbewerber Mitteldeutsche Regiobahn ist einer gewissen Ernüchterung gewichen. Da Julia und Franziska häufig zu den Hauptverkehrszeiten los müssen, erleben sie in diesen Tagen ein bislang unbekanntes Phänomen: proppenvolle Züge, in denen es an Sitzplätzen mangelt. „Häufig muss man stehen, weil maximal zwei Wagen aneinandergekoppelt sind. Ich habe auch schon erlebt, dass es nur einen Triebwagen gab. Da passten dann gerade mal so alle rein, die auf dem Bahnsteig standen. Und da standen viele“, erzählt Julia. Bei der DB Regio mit ihren Doppelstockwagen sei so etwas noch nie vorgekommen. „Klar ist der Service mit dem Ticketverkauf im Zug bei der Mitteldeutschen Regiobahn spitze, aber wenn häufig nur das Nötigste auf dem Gleis steht, dann ist die Kundenfreundlichkeit schon wieder eingeschränkt“, moniert Franziska. Recherchen der Kreiszeitung bestätigen die Erfahrungen der Delitzscherinnen. Die beiden von MRB einge- setzten Dieseltriebwagen-Typen Regio-Shuttle RS1 von Stadler (je nach Ausführung zwischen 71 und 101 Sitzplätze pro Wagen) und Desiro von Siemens (rund 120 Sitzplätze pro Wagen) bieten zwar ein schmuckes Inneres, in dem gut geformte Sitze mit Polstern in frischem Blau und großzügige, blitzsaubere Fensterfronten auffallen, doch das Raumangebot zu den Hauptverkehrszeiten – am Morgen und am späten Nachmittag – lässt manchmal zu wünschen übrig. Eine freundliche Servicekraft weist am letzten von drei Testtagen zwar darauf hin, dass das Unternehmen bestrebt sei, „wenn irgendmöglich immer genügend Wagen vorzuhalten, nur manchmal ist das halt schwierig. Aus den unterschiedlichsten Gründen.“ Verspätungen und sogar Komplett-Ausfälle von MRB-Zügen brachte der zuletzt heftige Winter mit sich – was die Privaten bedauern. Letztlich sei das Unternehmen von den Gleiskapazitäten der Deutschen Bahn abhängig, heißt es. Und in Sachen Sitz-/Stehplätze verweist Firmensprecherin Anja Smetanin auf den Umstand, dass der Zweckverband Nahverkehr Leipzig (ZVNL) – ein Zusammenschluss mehrerer Landkreise und der Stadt Leipzig zur Organisation des regionalen Verkehrs – als Auftraggeber anhand von Fahrgast-Statistiken aus dem Jahr 2008 „bestimmte Kontingente bei uns bestellt hat. Die Kapazitäten zuvor waren eindeutig zu groß. Es ist der Wille des ZVNL, daran etwas zu ändern.“ Der Verband gehe im Übrigen davon aus, dass es Fahrgästen im Nahverkehr zuzumuten sei, „bis zu 15 Minuten zu stehen. Das haben wir bei unseren Planungen berücksichtigt. Eine Sitzplatz-Garantie gibt es also nicht.“ Dennoch sei die Mitteldeutsche Regiobahn bestrebt, „flexibel zu reagieren. Das alles wird sich einspielen. Wir fahren gerade mal einen Monat“, betont Anja Smetanin.

Dominic Welters

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