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Pfarrhaus Zschortau wird saniert

Pfarrhaus Zschortau wird saniert

Endlich! Das Pfarrhaus in Zschortau wird seit dieser Woche umfangreich saniert, die Bauarbeiter haben Einzug gehalten. Bis das auch für den Pfarrer - seit einem Jahr ist Daniel Senf der Neue im Kirchspiel Zschortau - so weit ist, werden die irdischen Verspätungen aber noch eine Weile weitergehen.

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Pfarrhaus Zschortau in Schutt und Staub: Sven Zachei von der Firma STM Merseburg stemmt die Balken in dem Fachwerkhaus frei. Die Konstruktion ist deutlich in die Jahre gekommen, muss saniert werden. Fotos: Alexander Bley

Quelle: Alexander Bley

Zschortau. Der Pfarrer pendelt.

 

 

"Vielleicht war das Ziel doch etwas zu ehrgeizig gesteckt", muss Pfarrer Daniel Senf inzwischen selbst schmunzeln. Einzug war ursprünglich mal 2012, später dann Ende 2013 geplant. Daraus wird nichts. Dennoch: Angekommen ist der Pfarrer in seiner Gemeinde voll und ganz, arbeitet, ist präsent und multimedial mit eigener Website und modernem Gemeindeblatt unterwegs. Aber noch wohnt er mit seiner Familie in Markkleeberg, pendelt zur Arbeit. Keine große Sache an sich. Tausende Menschen machen das so. In Gottes Diensten aber ist das die absolute Ausnahme - gilt es doch, vor Ort zu sein. Ein gutes Jahr ist es jetzt also her, dass der dreifache Vater mit dem Vorstellungsgottesdienst seine erste Pfarrstelle offiziell angetreten hat. Drei Jahre dauert der Entsendedienst, sozusagen die Probezeit, erst dann ist Daniel Senf ganz offiziell Pfarrer.

 

 

Und inoffiziell wohl selbst eine Art Bausachverständiger. "Ich habe jede Menge mit Architekten, Sachverständigen und anderen Bauleuten zu tun, wälze selbst Akten und Gutachten", sagt der Pfarrer. Dach und Fassade des um 1600 erbauten Pfarrhauses sind vor gut zehn Jahren schon einmal modernisiert worden. Drinnen stecken Holz, Lehm, Stroh, aber sogar Stahlbeton aus Zeiten einer früheren Sanierung irgendwann im vorigen Jahrhundert. "Innen aber ist nicht viel am Haus passiert", weiß Daniel Senf. Die Holzbalken haben ihre Jahrhunderte auf dem Buckel. Gut eine halbe Million Euro ist für die Modernisierung geplant. Doch der Preis könnte steigen, wenn die Bauarbeiten erst einmal größere Probleme an der Fachwerkkonstruktion im Inneren offenbaren sollten, erinnert der Pfarrer. Es könne also gut und gerne noch einmal ein Jahr dauern und auch teurer werden, bis er tatsächlich einziehen könne und das Pfarrhaus wieder Gemeindezentrum ist. Für seine Schäfchen ist der Pfarrer telefonisch bestens erreichbar, in 30 Minuten vor Ort - muss es schnell gehen, düst er über die Autobahn. Allerdings wird während der Bauarbeiten das Büro, wo Daniel Senf bislang regelmäßige Sprechzeiten anbietet, nicht nutzbar sein. Derzeit läuft die Suche nach einem Ausweichquartier. Auch den Nichtkirchgängern will der Pfarrer Räume bieten und die Kirche als Träger von Kultur auf dem Dorf verstehen. In diesem Sinne wird auch das Pfarrhaus umgestaltet, soll als Zentrum verstanden werden, in dem nicht nur Religiöse ihren Platz finden können.

 

 

Die einzige Baustelle ist das Pfarrhaus im Kirchspiel aber nicht. In der Kirche Beerendorf ist eine Schwammsanierung geplant, das aber ist letztlich Entscheidung des Landratsamtes. In der Kirche Selben haben sich Teile des Fußbodens gesetzt, andere haben sich gehoben, der Boden wellt sich. Risse in den Wänden künden von Mauerwerksbewegungen. Und das statische Gefüge im Turm ist nicht mal stabil genug, um die 2010 reparierte Glocke läuten zu dürfen. Gut 160000 Euro müssten in das Gotteshaus gesteckt werden, die Hälfte davon aus Eigenmitteln kommen. Ob und wann diese Baustelle losgehen kann, ist ungewiss. "Auch an der Kirche in Wolteritz gibt es inzwischen Putzschäden", hat Daniel Senf schon die nächste potenzielle Baustelle im Blick.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.04.2013

Christine Jacob

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