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Delitzsch Pfefferkuchen, Mandeln, Marzipan
Region Delitzsch Pfefferkuchen, Mandeln, Marzipan
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15:11 19.05.2015
Das Museumsteam Mathias Graupner, Isabell Aurin-Miltschus und Jürgen Geisler (von links) betätigt gemeinsam mit Praktikantin Luise Rödel die Breche. Quelle: Ilka Fischer

Und zumindest zur Eröffnung der neuen Ausstellung wird tatsächlich der Duft von Pfefferkuchen das Schloss durchziehen.

Pfefferkuchenteig reift in der Regel einige Monate. Länger als ein Jahr reifte sogar die Idee zu dieser Ausstellung. Museumschef Jürgen Geisler erinnert sich: "Sie wurde während der Tagung des sächsischen Museumsbundes im März 2012 in Delitzsch geboren." Damals kam er auch mit der Museumsleiterin der Alten Pfefferküchelei von Weißenberg ins Gespräch. Die Ausleihe einer Sammlung von Pfefferkuchenformen war schnell besprochen, wurde später in Weißenberg konkretisiert. 86 Modelle, also Backformen, sowie zusätzliche eigene aus dem Bestand des Delitzscher Museums bilden nun den Kern der Ausstellung, in der zudem eine Vielzahl von Verpackungen der früher ganzjährig gehandelten Leckereien zu sehen sind.

Warum steht dabei manchmal Lebkuchen und manchmal Pfefferkuchen drauf? Jürgen Geisler bringt solch eine Frage natürlich nicht in Verlegenheit. "Während es in Thüringen und Bayern Lebkuchen sind, sagen die Sachsen seit jeher Pfefferkuchen. Und das auch, obwohl nicht in allen Pfeffer drin ist." Pfeffer sei aber früher ein Überbegriff für Gewürze gewesen. Die wurden dem Teig aus Roggenmehl und Honig beigemischt.

In Delitzsch hatte die Pfefferküchelei nie einen ganz großen Stellenwert, auch wenn mit Heinrich Gottfried Teuscher ein Delitzscher Pfefferkuchenbäcker und Konditor um 1790 Erwähnung fand. Der logische Schluss für das Museumsteam: Das Konditoreiwesen wird in die Ausstellung mit einbezogen. Und so wird die im 16. Jahrhundert beginnende Geschichte des Pfefferkuchens neben der des Bäckereiwesens in Delitzsch erzählt. "Den Bezug zur Barockzeit stellt unser Museum Barockschloss übrigens mit einer Torte her", verrät Jürgen Geisler weiter. Konkret handelt es sich dabei um eine rechteckige, 25 mal 35 Zentimeter große Nachbildung der Torte, die bei der Herzoginwitwe Christiane von Sachsen-Merseburg 1692 zu ihrem 58. Geburtstag in Delitzsch auf dem Tisch stand. Noch imposanter wirkt aber ein Ausstellungsstück, das der Besucher auf den ersten Blick nicht unbedingt mit Pfefferkuchen in Verbindung bringt. "Dabei", so Jürgen Geisler, "handelt es sich um eine Pfefferkuchen- breche." Mit ihrer Hilfe wurde der nach langer Reifezeit gehärtete Pfefferkuchenteig wieder weich geknetet, bevor er weiterverarbeitet wurde.

Diese Arbeit schon getan ist auf jeden Fall bei den Pfefferkuchen, die zur Eröffnung der Sonderschau am Sonnabend um 15 Uhr den Gästen gereicht werden. Später müssen sich alle mit dem Anschauen begnügen. Möglich ist dies bis zum Ende der ersten Winterferienwoche am Sonntag, dem 23. Februar - immer dienstags bis sonntags zwischen 10 und 17 Uhr.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.11.2013
Ilka Fischer

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