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Delitzsch Pflastersteine werden zur Gefahr in Delitzsch
Region Delitzsch Pflastersteine werden zur Gefahr in Delitzsch
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15:59 19.12.2016
Detlef Schwuchow hat vor seinem Fotostudio Steine der gepflasterten Breiten Straße gesichert, weil diese zur Stolperfalle mutieren. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Irgendetwas hinterlässt Spuren auf der Breiten Straße in Delitzsch. An ihrem Ende, zur Stadtkirche hin, klafft eine Lücke. Zwei Pflastersteine sind entfernt worden, das Loch vorerst mit Kies aufgefüllt. Die beiden Steine liegen im Hausflur von Detlef Schwuchow. Er betreibt mit Elke Fahr das Fotostudio Factory-7 auf gleicher Höhe. Seit dem Adventsmarkt am ersten Dezemberwochenende warten sie dort auf Abholung durch einen Mitarbeiter der Servicegesellschaft. „Auf der Straße waren sie ein echtes Risiko“, sagt Detlef Schwuchow. Sie standen mindestens zwei Zentimeter nach oben ab. Fast jeder Dritte sei gestolpert, als mit einsetzender Dunkelheit auf der Straße wieder vermehrt Passanten unterwegs waren. Er wollte schlicht vermeiden, dass sich jemand verletzt oder dass die losen Steine im nächsten Schaufenster landen. „Ich habe gedacht, ich kratze das aus, stecke den Stein wieder rein, mache ein bisschen Kies herum und er ist wieder fest.“ Aber das sei nicht gegangen: „Ich muss wirklich mit Hammer und Meißel ran, wenn ich an die Unterkonstruktion ran will“, berichtet er. Diese habe sich gehoben. Daher wurde die klaffende Lücke erst einmal notdürftig geflickt. Offensichtlich sei es so, sagt er, dass die Straße nicht genügend mit einer entsprechenden Unterschicht ausgebaut wäre.

PKW-Verkehr laut Stadt für Straßenuntergrund unproblematisch

Die Stadtverwaltung teilte auf Anfrage dazu mit, dass vor der Öffnung für den Verkehr der Straßenuntergrund geprüft worden sei. Diese Kontrolle ergab, so Christian Maurer, dass es unproblematisch sei, wenn Autos die Straße befahren. Dies gelte aber nicht für Schwerlast- und Lkw-Transporte, weshalb die Straße für solche auch nicht freigegeben wurde.

„Wenn die Unterkonstruktion nicht trägt, dann ist es mit ein bisschen Kies nicht getan“, sagt hingegen Detlef Schwuchow. Dennoch: „Die Parkplätze sind Gold wert.“ Es sei es schlicht unbezahlbar, dass die Straße auf ist und die Leute durchfahren können, meint Elke Fahr. Kathrin Wenzel auf der anderen Straßenseite stimmt dem zu. Ihr Lottoladen profitiere sehr von der Öffnung für den fließenden Verkehr. Die Straße wieder zu schließen, wäre hingegen das „Todesurteil“ für die ganze Straße, schätzt Elke Fahr. Weil dann keiner mehr durchkomme. Es sei richtig gewesen, sie zu öffnen, fügt Detlef Schwuchow hinzu. Er blickt optimistisch nach vorn und lobt die bisherige Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung: „Das Problem gab es damals noch nicht, logisch. Jetzt müssen wir eine Lösung finden.“

Gebrauchspuren keine optische Täuschung

Die Gebrauchsspuren sind nun nicht mehr eine bloße optische Täuschung. Auf eine solche hatte die Stadtverwaltung noch Mitte des vergangenen Jahres verwiesen. Auch dort sprach man von der üblichen Abnutzung des 2005 verlegten Natursteinpflasters. Die Breite Straße werde regelmäßig kontrolliert und turnusgemäß gesplittet. „Die Befahrbarkeit der Straße bleibt damit gesichert“, teilt Nadine Fuchs, Pressesprecherin der Stadt, mit.

Die sich „auftuenden Lücken“ zwischen den Pflastersteinen befülle man wie im Rest der Altstadt auch. Bestes Beispiel für diesen normalen Verschleiß, wie ihn die Stadt nennt, sei das gerade überholte Pflaster in der anliegenden Pfortenstraße. „Rollstuhl- und Rollatorfahrer finden das Stück jetzt schon besser“, berichtet Heike Geipel in der La Belle-Friseurfiliale. Die Straße dort glänzt mit frischem Pflaster.

Von Manuel Niemann

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