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Delitzsch Pikeniere und Musketiere üben beim Workshop
Region Delitzsch Pikeniere und Musketiere üben beim Workshop
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17:06 06.04.2014
Thomas Schanz ist einer der Musketiere, die am Sonnabend in Hohenroda mit Gleichgesinnten beim Workshop mitmischen. Quelle: Alexander Prautzsch

Was rein von der Geräuschkulisse her an ein Kriegsszenario erinnerte, war allerdings nur der Ton. Denn rings um das Gelände der Bockwindmühle fanden sich am Sonnabend mehrere Historiengruppen, unter anderem aus Bad Dürrenberg, Freiberg und Seesen im Harz zusammen, um am traditionellem Pikenier-Workshop teilzunehmen.

Geladen hatten dazu der Verein "Die alten Schweden von 1637", die in diesem Jahr nun schon das Dutzend voll machten. Denn seit 2003 zieht es verschiedene Historienvereine mit Übungen zur Eröffnung der Mühlensaison in die nordsächsische Idylle. Nach dem frostig kalten 2013 wurden sie in diesem Jahr mit angenehmen Temperaturen um die 20 Grad Celsius belohnt. Zahlreiche Pikeniere, Musketiere, Marketenderinnen und Spielleuten kamen so an die Mühle, um die kommende Saison optimal und verletzungsfrei über die Bühne laufen zu lassen.

Hohenroda. Laute Schüsse und taktvolle Trommelschläge erhellten die ländliche Idylle am Sonnabend im Schönwölkauer Ortsteil Hohenroda. Auch laute Rufe und das Kommando zum Schuss ertönten.

Während die Pikeniere einerseits bei ihren Gefechtsübungen den 4,20 Meter langen Spieß gekonnt synchron in die Richtung des Feindes schwangen, schossen sich andererseits die Musketiere mit ihren Musketen warm. Schwarzpulver wurde mittels des an der Muskete angebrachten Ladestabes mit drei gekonnten Handgriffen in den Lauf gefüllt und die Lunte passgenau an der "Pfanne" angebracht. Was anschließend folgte, kennt man von all den Auftritten der verschiedenen historischen Gruppen. Ein lauter, ohrenbetäubende Knall ertönte und qualmende Stichflammen entzündeten sich an Lunte und Mündung der Läufe.

Doch nicht nur Übungen standen auf dem Tagesplan bei den "Alten Schweden". Auch ein interessanter Vortrag von Joachim Brinkel mit dem Titel: "Was aßen der schwedische König und der sächsische Kurfürst vor der Schlacht bei Breitenfeld" zog Gäste an. Dabei erwähnte Brinkel übrigens auch, woher der Name des schwedischen "Köttbullar" eigentlich stammt. Denn was man heute meist nur als Hackfleischklopse aus einer Ikea-Kantine kennt, waren zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges die gestückelten Hoden eines Bullen, welche damals noch als Delikatesse galten.

@Weitere Fotos unter lvz-online.de/delitzsch

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.04.2014

Alexander Prautzsch

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