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Polder Löbnitz - Erstes Segment in den Boden gerammt

Polder Löbnitz - Erstes Segment in den Boden gerammt

Für diesen Anlass wäre ein einfacher Spaten tatsächlich zu wenig gewesen. Oder wie es Axel Bobbe von der Landestalsperrenverwaltung (LTV) ausdrückte, "zu platt".

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Quelle: Wolfgang Sens

Löbnitz. Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) setzte gestern Vormittag für den Baustart am Löbnitzer Polder schwere Technik in Betrieb. Eine Vibrationsramme versenkte das erste Segment für die künftige Stahlspundwand im Boden. Diese soll auf 190 Metern Länge errichtet werden. "In dieser Form ist es ein in Deutschland erstmalig angewendetes Bauverfahren im Hochwasserschutz", so Bobbe. Die Stahlspundwand ist Teil eines 1,3 Kilometer langen, sogenannten Flügeldeiches, der Löbnitz vor einem extremen Hochwasserereignis, das statistisch gesehen alle 100 Jahre auftritt (HQ 100), schützen soll. Der Flügeldeich mit einer Höhe von sechs Metern wird auf Höhe des alten Muldearmes, Gelbes Wasser, von der Spundwand unterbrochen, weil die Fortführung des konservativen Deiches einen zu großen Eingriff in ein überregional bedeutsames Vogelschutzgebiet bedeutet hätte. "Die Herausforderung bestand darin, die Verträglichkeit des Vorhabens mit den Erhaltungszielen des Schutzgebietes in Einklang zu bringen", so Bobbe. Deshalb werden bis zu 15 Meter lange Segmente zu einer Spundwand zusammengefügt. Zudem wird das Siel Gelbes Wasser gebaut. Die dort vorhandenen drei Öffnungen können mit Schütztafeln verschlossen werden.

Das Gesamtvorhaben Polder Löbnitz war "keine einfache Übung", wie LTV-Geschäftsführer Ulrich Sieber feststellte. Insbesondere die Finanzierungssicherheit für das 7,1 Millionen Euro teuere Projekt war zu gewährleisten. Das Geld kommt jetzt vom Freistaat Sachsen und vom Bund. Das Vorhaben ist in das nationale Hochwasserprogramm des Bundes aufgenommen worden. Bereits umgesetzt wurden in dem Zusammenhang die Hochwasserschutzanlage am Gewerbegebiet Bad Düben sowie der Flügeldeich in Wellaune. Auch die Schäden, die das Hochwasser 2013 am Muldedeich verursachte, wurden bereits beseitigt (wir berichteten).

"Wir sollten die Bilder von 2002 und 2013 nicht vergessen, denn es kann immer wieder geschehen", betonte Staatsminister Schmidt. Zudem werde die Bereitschaft, etwas zu unternehmen, je länger das Ereignis zurückliegt, geringer. "Jetzt wird der Hochwasserschutz für Löbnitz deutlich erhöht." 2,1 Milliarden Euro habe Sachsen seit 2002 in den Hochwasserschutz investiert, 500 Millionen sollen es noch bis 2020 werden. "Wir haben ein Generationsprojekt zu realisieren."

Nordsachsens Landrat Michael Czupalla erinnerte an die dramatischen Situationen entlang der Mulde. Mit dem Polder werde der Schutz von 1000 Menschen, aber auch von Sachwerten in den Unternehmen und in der Landwirtschaft erheblich verbessert. Der Polder hat eine Gesamtfläche von 1436 Hektar und kann bis zu 15 Millionen Kubikmeter Muldewasser aufnehmen.

"Wird der Polder geflutet, liegt der Wasserspiegel bei einem HQ 100 um bis zu 70 Zentimeter niedriger", erklärte Experte Axel Bobbe. Zudem würde die Überflutungsfläche dazu beitragen, die Fließgeschwindigkeit zu reduzieren, die Gefahr von Deichbrüchen zu verringern. © Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.05.2015
Ditmar Wohlgemuth

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