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Delitzsch Politiker wehren sich gegen fragwürdigen Immobiliendeal in Hohenroda
Region Delitzsch Politiker wehren sich gegen fragwürdigen Immobiliendeal in Hohenroda
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00:29 24.12.2015
Am Haus besteht noch hoher Sanierungsbedarf. Quelle: Wolfgang Sens
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Hohenroda

Plötzlich stand der Schönwölkauer Bürgermeister Volker Tiefensee (CDU) alleine da. Aufgestanden von seinem Platz im Gemeinderat, um die Abstimmung zu einem Immobilienverkauf genau überblicken zu können, war er der einzige, der den Arm für ein Pro heben mochte. Ansonsten: breite Ablehnung, Kopfschütteln über das Ansinnen des Bürgermeisters. Und ein Aufatmen in den Reihen der Hohenrodaer Abgeordneten des 16-köpfigen Gemeinderats.

Konnte den Gemeinderat nicht überzeugen: Bürgermeister Volker Tiefensee. Quelle: Christine Jacob

Es habe sie schon überrascht und gewundert, berichten Gemeinderäte hinter vorgehaltenen Händen, dass innerhalb kurzer Zeit ein und dasselbe Haus wieder per Ratsbeschluss verkauft werden sollte. Es geht um das Vierfamilienhaus in der Luckowehnaer Straße/Straße der Jugend im Ortsteil Hohenroda. Es ist ein sanierungsbedürftiges Objekt im noch über 30 Wohnungen umfassenden Portfolio der Gemeinde. Mehrmals wurde es zu einem Gesamtkaufpreis von 56.400 Euro ausgeschrieben. Den Preis hatte ein Wertgutachten aus dem April ergeben. Nur fand sich über Monate kein Käufer für die Immobilie.

Erst im September konnte ein Verkaufsbeschluss gefasst werden – eine Firma aus Kempten, mit der die Gemeinde schon gute Erfahrungen gemacht hatte, wollte das Objekt für rund 50.000 Euro, also weniger als erhofft haben. Im September beschloss der Gemeinderat einstimmig, den Zuschlag an die GmbH zu geben. Tiefensee sollte sich um einen Notartermin kümmern und den Deal perfekt machen.

Mit dem Datum 5. Oktober – wenige Tage nach dem Beschluss im September-Gemeinderat zum Verkauf – sei ein weiterer Antrag mit einem Kaufangebot über die vollen 56.400 Euro eingegangen, begründete Tiefensee, dass er den Immobilienverkauf Wochen später nun schon wieder auf die Tagesordnung hob. In der anderen Angelegenheit sei er aus Zeitmangel auch noch nicht weit gekommen. So könne man das Objekt ja nun zum vollen Preis verkaufen und bedürfe keiner Genehmigung durch die Rechtsaufsicht. Der Kaufinteressent: ein Mann aus Hannover. Und genau an der Stelle wurden die Räte hellhörig und misstrauisch. Dieser hatte bereits in der Vergangenheit erfolgreich Interesse an Hohenrodaer Häusern gezeigt und stand damals nach eigener Aussage im Ortschaftsrat Hohenroda in Kontakt zu einer im Ortsteil nicht unumstrittenen Familie.

Es sei verwunderlich, argumentierte Gemeinderätin und Hohenrodaer Ortsvorsteherin Gisela Bamberg (Die Linke) stellvertretend, dass aus angeblichem Zeitmangel der eine Deal nicht zustande komme und just da der Interessent aus Hannover mit genau dem passenden Angebot komme. Jeder im Raum wisse wohl, dass dies so nicht korrekt sein könne. Mit Nicken stimmte ein Großteil der weiteren Räte ihren Ausführungen zu. „Wir haben den Verkauf an einen anderen Interessenten beschlossen“, betonte sie, „er hat den Zuschlag. Wir riskieren hier einen Rechtsstreit, wenn wir diesen Verkauf rückabwickeln.“ Mit Stimmenmehrheit, drei Enthaltungen gab es, stellte sich der Gemeinderat nun gegen den Plan des Bürgermeisters, der das kommentarlos aber sichtlich gefrustet zur Kenntnis nahm.

Von Christine Jacob

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