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Polizeirevier an neuer Adresse

Polizeirevier an neuer Adresse

Das Polizeirevier in der Loberstadt hat ab heute eine neue Adresse. Mehr als hundert Beamte aus Streifen-, Kriminal- und Innendienst arbeiten nun in der Halleschen Straße 58 unter einem Dach.

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Einsatzort Polizeirevier für die Delitzscher Möbelpacker: Michael Herold, Andreas Schumann und Vladimir Meier (von links) räumen seit gestern mit ihren Kollegen den neuen Standort von Streifen- und Kriminaldienst ein.

Quelle: Manfred Lüttich

Delitzsch. Am alten Standort, in der Bitterfelder Straße 21 und 23, läuft der Kehraus. Damit wird endlich vollzogen, was bereits vor anderthalb Jahren geplant war und mehrfach aufgeschoben wurde.

Revierleiter Uwe Greischel steht entspannt inmitten des augenscheinlichen Chaos. Gestern Mittag ist er gerade dabei, im neuen Dienstzimmer Kartons auszupacken. Zu dieser Zeit steht noch nichts an seinem endgültigen Platz, die Computer warten noch auf Verkabelung. Seit den frühen Morgenstunden wuseln die Möbelpacker, wird sortiert, beschriftet, zurechtgerückt. Uwe Greischel lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen. „Hektik hilft nicht weiter“, sagt er. Außerdem hat für 24 Stunden das Revier Schkeuditz alle Aufgaben übernommen.

Und immerhin: Diesmal findet der Umzug wenigstens statt. Ende 2008 war das Vorhaben das erste Mal geplatzt, weitere Fehlversuche folgten. „Seit ich dieses Revier leite, begleitet mich das Thema“, erzählt der Polizeioberrat, der 2009 den Führungsposten in Delitzsch übernommen hat. Zunächst hatte Grundwasser den Baufortschritt in der Halleschen Straße gebremst. Hinzu kamen technische Probleme.

Schwierigkeiten, hinter die Greischel nun einen Haken macht. Mit offenkundiger Freude an so manchem Detail führt er durch die neuen Räumlichkeiten. Der Eingangsbereich empfängt die Besucher in einer Art Personenschleuse. Rechts ein Warteraum, links das große Fenster der Wache. Dort melden sich die Gäste an, dort befindet sich mit dem Kommandopult das Herzstück des Reviers. An der Funk- und Telefonzentrale laufen die Kommunikationswege zusammen, über mehrere Schirme flimmern die Bilder der Überwachungskameras rings ums Haus.

Eine Etage höher befinden sich die Büros der Führungskräfte, ein multimedial ausgestatteter Schulungsraum und die Vernehmungsräume des Kriminaldienstes. „Die sind mit einem Alarmknopf ausgestattet, falls mal was passiert“, berichtet Greischel. Im Untergeschoss sind neben Duschen und Umkleideräumen auch drei Gewahrsamszellen untergebracht. „Am vergangenen Freitag wurde eine bereits eingeweiht“, erzählt der Chef des Hauses schmunzelnd. Einem Handwerker, der drinnen zu tun hatte, war die Tür ins Schloss gefallen – zu dieser Zeit befand sich allerdings sonst niemand mehr im Gebäude. „Zum Glück konnte er per Handy die 110 wählen.“

Inzwischen kann so was nicht mehr geschehen. Das Revier in der Halleschen Straße ist nun rund um die Uhr besetzt. Obwohl der Kriminaldienst erst heute umzieht, seien auch Ansprechpartner für die Anzeigenaufnahme am neuen Standort. Denn in der Bitterfelder Straße 21 und 23 finden Besucher keinen Beamten mehr vor. Lediglich Möbelpacker sind noch unterwegs, für die der Polizeiumzug nichts Besonderes ist. „Es sind ja nur Stühle, Tische und ab und an mal ein Panzerschrank“, sagt Ronny Hermann von der Spedition Otto Bettzieche. Das Arsenal an Dienstwaffen ist im Vorfeld durch einen Spezialtransport der Polizeidirektion Westsachsen umquartiert worden. Und heikle Akten gibt es offenbar auch kaum noch. „Die Daten sind meist eletronisch gespeichert – auf einem Server in Dresden“, so Greischel.

Was aus den verwaisten Immobilien in der Bitterfelder Straße wird, ist noch unsicher. Rund anderthalb Jahrzehnte war die Polizei dort untergebracht. Nun geht die Hausnummer 23 zurück an den Vermieter Technische Werke, die Nummer 21 gehört dem Freistaat.

Kay Wuerker

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