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Delitzsch Poßdorfer stellen sich gegen Abwasserzweckverband
Region Delitzsch Poßdorfer stellen sich gegen Abwasserzweckverband
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00:17 30.06.2017
Die Poßdorfer haben ihre eigenen Vorstellungen, wie künftig das Abwasser entsorgt werden sollte. Quelle: Ditmar Wohlgemuth
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Poßdorf

Die Poßdorfer haben sich entschieden. Während einer Einwohnerversammlung, bei der sich Vertreter von 20 der insgesamt 26 Haushalte im Dorf austauschten, wurden die vom Abwasserzweckverband Unteres Leinetal (AZVUL) und vom Betriebsführer Oewa vorgestellten vier Varianten der Abwasserentsorgung im Sprödaer Ortsteil debattiert. Wie berichtet, will der AZVUL das Abwasserproblem mit einer in Poßdorf stationierten biologischen Kleinkläranlage lösen. Die Kosten belaufen sich nach ersten Planung auf 370 000 bis 440 000 Euro. Je nach dem, welche Variante letztlich umgesetzt wird.

Zusätzliche Belastung für Anwohner

AZVUL und Oewa favorisieren derzeit die Variante vier. Demnach würde die Kläranlage auf dem Standort des ehemaligen Konsumgebäudes platziert. Dem können die Poßdorfer gar nicht folgen. Zum einen befürchten sie, dass der Baugrund problematisch ist. „Was schwerer wiegt, ist die unmittelbare Nähe zum Grundstück der Familie Belger“, erklärte Bettina Paubandt. Diese zusätzlich Belastung könne unmöglich befürwortet werden. Die Anlage würde unmittelbar vor dem Wohn- und Küchenfenster stehen. Die Gefahr einer Überflutung des Grundstücks sei bei einer Havarie gegeben. Das Risiko, Schäden am Haus und am Grundstück zu bekommen, sei zu hoch. Auch gäbe es durch das Betreiben der Anlage eine zusätzliche Lärmbelastung, vor allem nachts. Aber schon der Straßenlärm durch die Schäden im Straßenbelag sei für die Familie belastend genug. Die Poßdorfer sprachen sich gegen diese Variante aus. Stattdessen sprachen sie sich für Variante drei aus.

Eigentümer wollen verkaufen

Der Standort wäre außerhalb der Ortslage, der Abstand zur nächsten Bebauung ausreichend. Auch könnte die Anlage bei Bedarf erweitert werden. Das benötigte Grundstück werde von den Eigentümern zum Verkauf bereitgestellt. Mit ihnen wurde während des Treffens gesprochen. Auch die Bereitschaft weiterer Poßdorfer, die benötigte Druckleitung über ihr Grundstück führen zu lassen, sei eingeholt worden.

Keine Kläranlage mitten im Dorf

Die Variante zwei wurde generell abgelehnt. Sie beinhaltete die Errichtung der Anlage mitten im Dorf. Einige Poßdorfer hatten sich im Umfeld bereits bestehender Anlagen erkundigt. Demnach mache die Anlage Schöpfgeräusche und auch eine Geruchsbelästigung sei bemerkt worden. Die habe man mit Bepflanzung in unmittelbarer Nähe verringern wollen. „In Poßdorf geht das aber nicht“, erklärte Bettina Paubandt.

Die Entscheidung der Poßdorfer sei dem AZVUL, der Oewa und dem Ortschaftsrat Spröda mitgeteilt worden. Eine Reaktion steht noch aus.

Von Ditmar Wohlgemuth

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