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Poßdorfer wollen beim Abwasser mitreden

Entsorgungskonzept Poßdorfer wollen beim Abwasser mitreden

Den Poßdorfern ging das zu schnell, sie wollten sich nicht sofort entscheiden. Zur Diskussion steht das neue Konzept der Abwasserentsorgung im Sprödaer Ortsteil. Vier Standorte für die Kleinkläranlage wurden vorgeschlagen. Wo sie letztlich hinkommt, wollen die Einwohner mitentscheiden.

Poßdorf: Hier könnte bald unterirdisch eine Kleinkläranlage stehen.

Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Sproda. Die Poßdorfer Einwohner haben um Bedenkzeit gebeten. Dieser Tage wurden im Ortschaftsrat Spröda die Varianten der künftigen Abwasserentsorgung den Abgeordneten und interessierten Bürger vorgestellt. Eigentlich sollte die Entscheidung, welche Variante favorisiert wird, noch an diesem Abend fallen. Den Poßdorfern ging das aber anscheinend zu schnell, sodass sie sich am 11. Juni um 10 Uhr nochmal intern beraten und dann dem Ortschaftsrat ihre Entscheidung mitteilen wollen. Vor allem die Abgeordnete Bettina Paubandt (Die Linke) machte sich dafür stark, nichts zu überstürzen und die einzelnen Varianten der zentralen Abwasserentsorgung genau zu prüfen. Ein nochmaliges Treffen vielleicht aller derzeit 56 Einwohner hielt sie für sinnvoll und Ortsvorsteher Dietmar Mieth (CDU) räumte dafür auch die Zeit ein.

Eine dezentrale Variante, also der Abtransport der Abwässer mittels Pumpleitung in eine bereits bestehende Kläranlage, komme ohnehin nicht mehr in Frage, klärte Oewa-Mitarbeiter Michael Mönicke an diesem Abend noch einmal auf. Die Oewa Wasser und Abwasser GmbH, der Betriebsführer des Abwasserzweckverbandes Unteres Leinetal (AZVUL), hatte sich bereits vor gut einem Jahr von der dezentralen Entsorgung aus Kostengründen verabschiedet und der AZVUL hatte zugestimmt.

Die jetzigen vier Varianten wurde von einem Ingenieurbüro aus Leipzig erarbeitet und vorgestellt. Sie gehen davon aus, dass jeweils eine Kleinkläranlage, berechnet für 50 im Lastfall bis maximal 70 Einwohner, errichtet wird. Vier verschiedene Standorte wurden ausgesucht und die Bruttobaukosten ermittelt. Sie reichen von 440 000 bis 370 000 Euro. Zwei Standorte befinden sich am Ortsrand, eine sogar mitten im Dorf. Die Variante zwei sei zwar nicht die eleganteste, biete aber eine reichliche Kostenersparnis, weil keine Ablaufleitung in die Leine erforderlich sei. Es könne die bestehende Leitung genutzt werden. Für alle Varianten ist zudem eine Pumpstation nötig, um von dort das Abwasser in die Anlage zu befördern. Von den Grundstücken fließen die Abwasser in einer Freispiegelleitung in den Auffangbehälter.

Von der Oewa wird derzeit die Variante vier favorisiert. Standort der Kleinkläranlage wäre dann das Grundstück, auf dem der ehemalige Konsum stand, also südlich der Leinestraße.

Von Ditmar Wohlgemuth

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Sproda
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