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Posse um Schenkenberger Ex-Baumarkt: Eigentümer wollen Schlussstrich ziehen

Areal beräumt Posse um Schenkenberger Ex-Baumarkt: Eigentümer wollen Schlussstrich ziehen

Sporthalle, Paintball-Anlage oder Lagerräume für Paketdienstleister – es kursieren die wildesten Gerüchte über die zukünftige Nutzung des ehemaligen Baumarktes an der Kertitzer Straße 34 im Delitzscher Ortsteil. Einzig sicher bei all dem scheint, dass die unendliche Geschichte des Areals auf ein Ende zugeht.

Akten, so weit das Auge reicht: Die frei einsehbare heikle Datensammlung in Schenkenberg ist passé.

Quelle: Alexander Bley

Schenkenberg. Nur welcher Schluss geschrieben wird, ist offen. Autoren dafür gibt es gleich zwei. Ein hessischer Unternehmer, der in der Verpackungslogistik tätig ist und einen Landwirt aus der Gemeinde Krostitz. Keiner von ihnen möchte in der Zeitung namentlich benannt werden. Die beiden Freunde hatten das 2,3 Hektar große Grundstück vor etwa einem Jahr gemeinsam ersteigert. Welche Summe sie dafür bezahlt haben, kann mittlerweile nicht mehr nachvollzogen werden. Die schwankte schon bei den vorherigen Versuchen des Insolvenzverwalters, das Gelände an den Mann oder die Frau zu bringen, zwischen 150.000 Euro in Gänze anno 2012 und 243.760 Euro im vergangenen Jahr. Da wurde das Gelände in mehrere Tranchen unterteilt und zum Verkauf angeboten. Eines hat seit dem Verkauf zumindest ein Ende: Das ungehinderte Begängnis des Areals von Hinz und Kunz. Denn nachdem der von Frank Mau und Holger Bischoff geführte Baumarkt namens Baukiste, vormals Selbstbaumarkt, pleite ging, scherte sich bis Februar 2014 keiner der Ex-Besitzer, was auf dem Privatgelände geschah.

Bereits im Jahr 2008 wurde seitens eines ehemaligen Mitarbeiters darauf hingewiesen, dass in den Büros neben Personal- und Kundendaten auch unzählige Akten mit Geschäftsunterlagen ungehindert begutachtet werden konnten. Türen und Fenster zum Verwaltungstrakt standen sperrangelweit offen, auch die Hallen des Garten- und Baumarktes waren ohne Mühe begehbar. Verletzungsgefahr war allgegenwärtig, weil von der Zwischendecke Metallstreben nach unten gebogen wurden. Müll wurde außerdem abgelagert, was Ratten anzog. Die dort wiederum an zurückgelassenem Gift verendeten. Kinder wurden von Anwohnern auf dem Gelände ebenso gesichtet, wie Jugendliche die randalierten und Erwachsene, die ihren Müll dort verklappten.

Bis auf einen Brand wurde der Polizei allerdings nichts gemeldet, versicherte Revierleiter Klaus Kabelitz vor gut einem Jahr. Auch mehrfaches Mahnen der Besitzer seitens der Stadtverwaltung änderte den Zustand nicht. Bis eben auch Bürgermeister Thorsten Schöne der Kragen platzte. Daraufhin wurden die Räume mit dem datenschutzrechtlich relevantem Material verbarrikadiert.

Von dem Ausmaß des zurückgelassenen und durchwühlten Aktenwustes waren selbst die neuen Eigentümer überrascht. Containerweise wurde dieser mittlerweile entsorgt. Genau so, wie das Gros des sich über die Jahre angesammelten Mülls. "Wir haben das Gelände beräumt", bestätigt der Miteigentümer aus Krostitz. Die Anwohner seien überdies unterrichtet, wem der Ex-Baumarkt gehöre und an wen sie sich wenden können, falls erneut Lärmbelästigungen auftreten. Schließlich ist das Gewerbe-Areal zwischen Schenkenberg und Kertitz mittlerweile in einer Eigenheimsiedlung eingebettet. Anwohner sollen sich über Lärm beschwert haben. Der sei entstanden, weil Paketlieferdienste die Garagen als Zwischenlager genutzt haben sollen. Tag und Nacht sei es laut gewesen, gab Ortsvorsteherin Gudrun Fritzsch Beschwerden wieder. "Eine gewerbliche Nutzung wäre ein Problem", sagt sie mit Blick auf weitere Vorhaben.

Der 32-jährige Miteigentümer verneint, dass Paketdienstleister sich bei ihm eingemietet hatten. Aber tatsächlich habe ein Interessent bei den Besitzern anklopft, der eine Paintball-Anlage in einer Halle errichten wollte, bestätigte er. "Das ist vom Tisch, wir streben eine Art Konsens mit der Stadt und den Anwohnern an", sagte er abschließend. Wie der allerdings aussieht, bleibt weiter offen.

Alexander Bley

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