Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch Prachtmeile istein Fugendesaster
Region Delitzsch Prachtmeile istein Fugendesaster
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:15 16.07.2015
Die Breite Straße in ihren schlechten Zeiten - das Pflaster ist geprägt von ausgespülten Fugen. Auch wenn - nach Entstehen des Bildes und LVZ-Anfrage - gerade frisch Sand und Co. zum Füllen verteilt wurde, dauert es wohl nicht allzu lange, bis die Straße wieder so aussieht. Quelle: Wolfgang Sens
Anzeige
Delitzsch

Erst seit die Straße Anfang 2011 für den Verkehr freigegeben wurde, verschlechtere sich das Pflaster zusehends, ärgern sich die Anrainer. Davor war die Straße nur eins und als solche auch gedacht - eine Fußgängerzone. Durch die Lieferverkehr und eine zeitlang der Citybus rollen durfte. Durch Freigabe für den Autoverkehr sollte das Altstadt-Areal Belebung erfahren, ging der Vorstoß von der Verwaltungsspitze gen Werbegemeinschaft. Nach einjähriger Testphase wurde entschieden, die Meile dauerhaft für den Verkehr offen zu lassen. Vehikel bis 3,5 Tonnen dürfen durchrollen, verkehrsberuhigend nur in Schrittgeschwindigkeit. Dass das nicht immer so klappt, beobachtet Norbert Rindsland täglich. Am Anfang der Straße betreibt er sein gleichnamiges Modehaus und feiert in diesen Tagen das 24-jährige Bestehen. Er kennt die Straße als reine Fußgänger- ebenso wie als noch recht frische Verkehrszone: "Die Öffnung hat die Straße spürbar belebt." Er wünsche sich, dass die Straße offen bleibt - jedoch bereite ihm der Zustand Sorgen, meldet er beispielsweise bei der Stadt immer wieder lockere Steine, die dann schnell repariert würden. Regelmäßiges Blitzen von Verkehrssündern und Sanden der Fugen wünscht sich der Händler. Auch Detlef Schwuchow, er betreibt am anderen Ende der Straße ein Fotostudio, spricht einerseits von spürbarer Belebung der Straße - andererseits wurmt auch ihn der bauliche Zustand.

Dass die Straße so aussehe, habe aber entgegen der Wahrnehmung von Passanten und Anrainern nichts mit baulichen Mängeln zu tun, argumentiert die Stadtverwaltung. "Die Fahrbahnoberfläche in der Breiten Straße hat sich nach erneuter Überprüfung nicht deutlich verschlechtert", so Ulli Klausch, Sachgebietsleiter Kommunalbau. Die Veränderungen würden auf "Gebrauchsspuren" nach zehnjähriger Nutzung beruhen. Vielmehr handle es sich bei den Beobachtungen von Anrainern um optische Täuschungen: "Die Ebenheitsmessungen ergaben keine Abweichungen außerhalb des Toleranzbereiches." Durch das vor einem Jahrzehnt eingebaute glatte, allseitig behauene Natursteinkleinpflaster werde die Ausspülung der Fugen "durch die geringe Verzahnung der Seitenflächen" begünstigt. "Aufgrund der im Jahr der Inbetriebnahme 2005 gewählten Pflasterart Korb- beziehungsweise Segmentbogen wird dies noch verstärkt", räumt der Fachmann ein. Dadurch komme es auch zur optischen Täuschung der "vermeintlichen" Spurrinnenbildung. Das merke man schon dann, wenn man die Straße einmal in Richtung Stadtkirche blickend betrachtet und einmal in Richtung Breiter Turm schaue. Im ersten Fall gibt es das Ärgerpflaster, andersrum schaut es besser aus. Bauliche Maßnahmen an der Breiten Straße seien momentan nicht geplant. Die Absplittung und Fugenfüllung wird in etwa sechsmonatigen Abständen und entsprechend des Fugenbildes nach Bedarf vorgenommen, das ist kürzlich passiert. Entgegen der bisherigen Praxis solle das Material aber bindiger mit deutlich höherem Feinkornanteil sein. Die letzte Fugenverfüllung gab es 2014.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.07.2015
CHRISTINE JACOB

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

SPD-Abgeordnete Liane Deicke (SPD) ist auch nach der Ablehnung ihres Antrages im Gemeinderat, ein Energiekonzept für Krostitz zu erarbeiten, der festen Überzeugung, dass ein solches Papier durchaus hilfreich sei.

15.07.2015

Der Zweckverband Delitzsch-Rackwitzer Wasserversorgung (Derawa) steht weiterhin wirtschaftlich auf stabilen Beinen. Das bestätigte die Prüfung des Jahresabschlusses für 2014, der jetzt Thema in der jüngsten Verbandsversammlung war.

14.07.2015

Die in Delitzsch gezüchtetet Rose Ida Münch kehrt zurück in die Stadt. Rosenverein und Schalom Begegnungszentrum kümmerten sich um die Heimkehr und pflanzten die Kletterrose im Rosengarten.

18.10.2017
Anzeige